Swissmedic will Vertrauen und Kompetenzen zurückgewinnen
publiziert: Montag, 14. Apr 2003 / 16:24 Uhr

Bern - Swissmedic-Direktor Klaus-Jörg Dogwiler will das Vertrauen in das Schweizerische Heilmittelinstitut zurückgewinnen. Trotz der Probleme habe Swissmedic seine Aufgaben im ersten Betriebsjahr erfüllt; nie habe für die Volksgesundheit eine Gefahr bestanden.

Swissmedic nahm die Arbeit am 1. Januar 2002 im Rahmen des neuen Heilmittelgesetzes auf. Das Institut entstand aus dem Zusammenschluss der Facheinheit Heilmittel des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel (IKS).

Mit der Fusion von IKS und der BAG-Fachstelle zur Swissmedic waren auch die Aufgaben zwischen Bund und Kantonen neu verteilt worden. Swissmedic erhielt neue Bereiche wie etwa die Durchführung von Strafverfahren oder die Zulassung von bisher nicht registrierungspflichten Arzneimitteln zugeteilt.

Die praktische Durchführung der Umstellung harzt jedoch. Nach zum Teil massiver Kritik an den Zuständen schon bei der IKS und später bei Swissmedic erfolgte letzten Februar ein Führungswechsel: Der Aargauer Kantonsapotheker Dogwiler wurde als Nachfolger des zurückgetretenen Hans Stocker zum neuen Swissmedic-Direktor bestimmt.

Dogwiler führte die Probleme an einer ersten Bilanzmedienkonferenz in Bern unter anderem auf eine unsorgfältige Vorbereitung des Swissmedic-Projekts und fehlende Analysen zurück. Immer noch lägen nicht alle Ausführungsverordnungen vor; bis alle unter Dach seien, werde es 2005.

Als nicht seriös erachtet Dogwiler auch die vorgängige Abklärung der personellen Bedürfnisse. So fehle es an genügend Juristen für die Durchführung von Strafverfahren. Probleme habe es auch bei der Zusammenarbeit mit den Kantonen gegeben.

Die nicht optimale Projektorganisation habe zu schleichenden Auswirkungen auf die Partner in der Industrie, der Forschung und im Detailhandel geführt. Die Folge: Vertrauens- und Kompetenzverluste. Mit einer seriösen Aufarbeitung des Verpassten will Dogwiler diese Verluste wieder wettmachen.

(bert/sda)

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