«Hallo» schmeckt nach Kaffee
Synästhesie und Autismus hängen zusammen
publiziert: Mittwoch, 20. Nov 2013 / 13:45 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Nov 2013 / 15:42 Uhr
Das Phänomen tritt bei autistischen Erwachsenen fast drei Mal so häufig auf. (Archivbild)
Das Phänomen tritt bei autistischen Erwachsenen fast drei Mal so häufig auf. (Archivbild)

Cambridge - Einen Zustand, bei dem Menschen eine Vermischung der Sinne wie das Schmecken von Wörtern erleben, hat das Autism Research Centre der University of Cambridge mit Autismus in Zusammenhang gebracht.

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Das Team um Simon Baron-Cohen geht davon aus, dass Synästhesie bei Erwachsenen mit Störungsbildern des autistischen Spektrums fast drei Mal so häufig auftritt wie bei der restlichen Bevölkerung. Die beiden Erkrankungen könnten über gemeinsame Merkmale verfügen, wie unübliche Verbindungen innerhalb des Gehirns.

«Hallo» schmeckt nach Kaffee

Bei einer Synästhesie löst ein Sinn automatisch einen anderen aus. Manche Menschen haben beim Lesen oder Hören von Wörtern Geschmackserlebnisse, manche nehmen Zahlen als Formen wahr und wieder andere sehen beim Hören von Musik Farben. Die Betroffenen berichten von Erfahrungen wie zum Beispiel, dass der Buchstabe «Q» dunkelbraun ist oder dass das Wort «Hallo» wie Kaffee schmeckt.

Bisher hat es nur einzelne Berichte gegeben, die auf einen Zusammenhang zwischen Synästhesie und dem Asperger-Syndrom hingewiesen haben. Über 200 Personen mussten Fragebögen ausfüllen. Unter den Teilnehmern waren 164 Erwachsene mit hochfunktionalem Autismus und 97 Personen ohne autistische Erkrankung. Es zeigte sich, dass einer von fünf Erwachsenen mit einer Erkrankung des autistischen Spektrums auch unter einer Synästhesie litt. Im Vergleich dazu berichteten nur sieben Prozent der Kontrollgruppe von diesen Erfahrungen.

Ähnlichkeiten in Gehirnstruktur

Laut Baron-Cohen handelt es sich bei einer Synästhesie um eine sehr subjektive und private Erfahrung. Daher seien die Studienteilnehmer nach ihren Erlebnissen befragt worden. Die in Molecular Autism erscheinende Studie legt nahe, dass - obwohl die beiden Krankheiten sehr verschieden zu sein scheinen - sie dennoch über Ähnlichkeiten im Bereich der Gehirnstruktur verfügen könnten.

Bei einer Synästhesie scheint es zu Verbindungen von Gehirnbereichen zu kommen, die normalerweise nicht zusammenhängen. Sie sind für dieses Durcheinander der Sinneswahrnehmungen verantwortlich. Eine Autismustheorie geht davon aus, dass es zu einer zu starken Verbindung zwischen Neuronen kommt. In der Folge konzentriert sich eine Person zwar auf winzige Details, ist aber nicht in der Lage, das gesamte Bild zu sehen. Weitere Studien sollen die grundlegenden biologischen Mechanismen bei beiden Krankheiten näher erforschen.

(tafi/pte)

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