Syrien: Brahimi verlangt Klarheit von der UNO
publiziert: Samstag, 18. Aug 2012 / 21:42 Uhr
Lakhdar Brahimi machte auf die vielen offenen Fragen aufmerksam. (Archivbild)
Lakhdar Brahimi machte auf die vielen offenen Fragen aufmerksam. (Archivbild)

Beirut - Der neue UNO-Syriengesandte Lakhdar Brahimi hat Klarheit darüber verlangt, welche Unterstützung er von der UNO für seine Aufgabe erwarten kann. Es seien viele Fragen offen, sagte der 78-jährige Algerier in seinen ersten Aussagen als Nachfolger Kofi Annans.

9 Meldungen im Zusammenhang
«Wie sollen wir uns organisieren, mit wem sprechen wir und welche Art von Plan werden wir ausarbeiten», all das müsse geklärt werden, sagte Brahimi am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Ihm seien die Schwierigkeiten im UNO-Sicherheitsrat bewusst.

Im Nachrichtensender France 24 fügte er mit Blick auf den Sicherheitsrat hinzu: «Wenn sie mich nicht unterstützen, gibt es auch nichts zu tun».

Das Gremium ist in der Frage des Umgangs mit Syriens Präsident Baschar al-Assad gespalten. Während die westlichen ständigen Mitglieder Grossbritannien, Frankreich und die USA härtere Sanktionen verlangen, sind Russland und China dagegen.

Mit allen im Gespräch bleiben

Auf die Frage, ob der syrische Präsident Baschar al-Assad von seinem Amt zurücktreten solle, sagte Brahimi: «Ich weiss nicht genug darüber, was geschieht». Er habe noch nicht mit Assad gesprochen, werde aber mit ihm und Vertretern der Opposition zusammentreffen, sobald die Zeit dafür geeignet sei.

«Das ist ein weiteres Prinzip: Verweigere keinem das Gespräch, und sei es nur, um die Lage besser verstehen zu können», sagte Brahimi weiter.

Die Situation in Syrien bezeichnete der neue Gesandte als «absolut fürchterlich». Er werde sein Bestes geben, um einen Weg zur Beendigung des seit 17 Monaten anhaltenden Konflikts zu finden.

Er könne seine Hilfe nicht verweigern angesichts einer solchen Lage, «in der Hunderte, Tausende, vielleicht Millionen Menschen leiden» - ungeachtet wie schwierig die Aufgabe sei.

UNO-Angaben zufolge sind bisher mehr als 18'000 Menschen ums Leben gekommen und etwa 170'000 mussten das Land verlassen. Und es ist kein Ende in Sicht: Im Zentrum der anhaltenden Kämpfe stand am Samstag die nordwestsyrische Metropole Aleppo und ihr Umland.

Russland und China zu Kooperation bereit

Brahimi löst Kofi Annan ab. Annan hatte kritisiert, die Meinungsverschiedenheiten im Sicherheitsrat hätten seine Arbeit behindert. Die Wahl Brahimis vom Freitag löste allseits positive Reaktionen aus.

Auch China und Russland, Syriens wichtigste Unterstützer im UNO-Sicherheitsrat, begrüssten Brahimis Ernennung. Er sei ein Mann «mit reicher diplomatischer Erfahrung und die richtige Person für die Position», erklärte China.

Russland erklärte sich in einer Mitteilung zur engen Zusammenarbeit mit Brahimi bereit. Seine Mission könne aber nur bei einem Waffenstillstand Erfolg haben. Bereits dies dürfte ein schwieriges Unterfangen sein, wurde doch die Waffenruhe des Annan-Plans nie respektiert.

UNO-Beobachter gehen

Die UNO leitete derweil das am Donnerstag vom Sicherheitsrat beschlossene Ende ihrer Beobachtermission in Syrien ein. Die noch rund 100 von ehemals 300 Beobachtern würden noch am Wochenende das Land verlassen, sagte UNO-Sprecherin Juliette Touma am Samstag.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Damaskus - Der neue Syrienvermittler Lakhdar Brahimi hat seine schwierige Mission am Montag in Kairo begonnen. Er sprach ... mehr lesen
Lakhdar Brahimi ist für Gespräche zur Lage in Syrien nach Kairo gereist.
Beirut - Nach offenen US-Drohungen haben Syrien und seine Verbündeten den Westen eindringlich vor einem Militäreinsatz ... mehr lesen
Säbelrasseln im Wahlkampf: US-Präsident Barack Obama droht unverhohlen mit Militärschlag.
Unaufhörliche Kämpfe in Syrien. (Archivbild)
Damaskus - Ein neuer Zwischenfall mit einem Nachbarland Syriens sorgt für ... mehr lesen
Damaskus - Die UNO-Beobachtermission in Syrien (UNSMIS) ist offiziell beendet. Das Mandat der Mission, an der in ... mehr lesen
Die UNO-Beobachter verlassen Syrien.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der neue Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi.
New York/London - Die USA und Grossbritannien haben dem neuen Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi ihre Unterstützung ... mehr lesen
Damaskus/New York - Der frühere algerische Aussenminister Lakhdar Brahimi wird neuer Syrien-Sondervermittler. Annan scheidet Ende August nach sechs Monaten aus dem Amt. Der frühere UNO-Generalsekretär hatte seinen Rücktritt mit einer Blockade der ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats im Syrien-Konflikt begründet. mehr lesen 
Damaskus/New York - Die syrische Hauptstadt Damaskus und die Grossstadt Aleppo im Norden sind erneut zum Schauplatz von ... mehr lesen
Die Kämpfe in Damaskus finden kein Ende.
Keine Beobachter auf dem «Weg des Krieges».
Beirut - Nach den gescheiterten Bemühungen um einen Waffenstillstand in Syrien hat ... mehr lesen
Die Attentäter rechtfertigen ihre Taten auf dem Sinai als Vergeltung dafür, dass seit Mursis Sturz mehr als 1400 seiner Anhänger getötet wurden. (Symbolbild)
Die Attentäter rechtfertigen ihre Taten auf dem Sinai ...
Ägypten  Kairo - Bei einem Bombenanschlag auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel sind mindestens 25 Soldaten getötet worden. Nach amtlichen Angaben explodierte an einer Strassensperre der Armee nahe der Stadt Al-Arisch eine Autobombe. 
Brüchige Waffenruhe  Moskau - Zwei Tage vor der Parlamentswahl in der Ukraine hat die Europäischen Union dem ...  
Angela Merkel und Vladimir Putin. (Archivbild)
Ukraine soll in Donezk laut HRW Streubomben eingesetzt haben Berlin - Schwere Vorwürfe gegen die ukrainische Armee: Gemäss der ...
Eine Streubombe soll den Schweizer IKRK-Mitarbeiter in Donezk getötet haben. (Symbolbild)
EU-Chefs ringen um Zukunft der Ukraine Mailand - Gross waren die Hoffnungen auf etwas Entspannung in der Ukraine-Krise. ...
Spitzentreffen mit Putin und Poroschenko zur Ukraine in Mailand Mailand - Im Bemühen um einen Frieden in der Ukraine sind ...
Internet soll über den Islam aufklären und Ausreise verhindert werden.
Innenministertreffen  Zürich - Die Bedrohung durch Extremisten, die im Ausland gekämpft haben und nach Europa ...  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1025
    Ja und wir Christen haben es mit einem Gott zu tun, der seinen eigenen Sohn jämmerlich am Kreuz verrecken lässt. Ist das ... gestern 18:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1025
    Für mich ist die EU keineswegs ein Feindbild, schon gar nicht, wenn ich mir unsere Exporte ... gestern 17:45
  • Odyss aus Sachseln 1
    Schützenhilfe aus D Kavallerie, Zuckerbrot und Peitschen (P. Steinbrück) sind aus der ... gestern 14:16
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2515
    Wer... darauf gehofft hatte, die Türkei würde gegen den IS ins Feld ziehen und ... gestern 10:29
  • EdmondDantes1 aus Zürich 11
    oder wes Brot ich ess, des Lied ich sing da haben Sie die Scheinheiligkeit der Dame gut auf den Punkt gebracht. ... gestern 07:32
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2515
    PKK-Führer... Öcalan hockt auf der Insel Imrali im Gefängnis und hält sich in diesem ... Do, 23.10.14 15:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2515
    Das... kleine Israel muss sich behaupten in einer Region, wo sich regelmässig ... Do, 23.10.14 10:26
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2515
    Motive? Täter? Wird sich zeigen. Heute wird jedenfalls noch die ... Mi, 22.10.14 20:06
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 2°C 7°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel -0°C 9°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 2°C 8°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 1°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 2°C 11°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 7°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 11°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten