Assad verspricht Einhalten der Waffenruhe
Syrien-Friedensgespräche in Genf um zwei Tage verschoben
publiziert: Dienstag, 1. Mrz 2016 / 14:05 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 1. Mrz 2016 / 20:07 Uhr
Baschar al-Assad bemüht sich darum, dass die Waffenruhe hält.
Baschar al-Assad bemüht sich darum, dass die Waffenruhe hält.

Genf/Damaskus - Die Wiederaufnahme der Friedensgespräche für Syrien ist um zwei Tage verschoben worden. Die Verhandlungen mit Vertretern der syrischen Regierung und ihrer Gegner sollen am Mittwoch kommender Woche in Genf stattfinden, wie der UNO-Beauftragte Staffan de Mistura sagte.

7 Meldungen im Zusammenhang
Zur Begründung erklärte der Syrienbeauftragte der Vereinten Nationen am Dienstag, "praktische und logistische Fragen" benötigten noch mehr Zeit. Ursprünglich sollten die Anfang Februar begonnenen Friedensgespräche am kommenden Montag fortgesetzt werden.

Seit 2012 waren zwei ähnliche Verhandlungsrunden in Genf gescheitert. Der Bürgerkrieg in Syrien dauert schon seit rund fünf Jahren an, mehr als 250'000 Menschen haben ihr Leben verloren, und mehr als zehn Millionen sind vertrieben worden oder flüchteten ins Ausland.

Bisherige Pläne für einen Weg aus dem Konflikt in Syrien sehen eine Übergangsregierung, die Erarbeitung einer neuen Verfassung und Neuwahlen vor.

Die Feuerpause in Syrien hielt auch am Dienstag weitgehend, wenn es auch Vorwürfe von einzelnen Verstössen gab. Der syrische Präsident Baschar al-Assad versprach, das Seine zu tun, damit die Waffenruhe hält.

Assad verspricht Rebellen Amnestie

Assad bezeichnete die derzeitige Feuerpause in seinem Land als "Hoffnungsschimmer". "Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert", sagte Assad in einem am Dienstag vorab veröffentlichen Fernseh-Interview mit dem deutschen Sender ARD für die Sendung "Weltspiegel-Extra".

Er bot Rebellen eine Amnestie und gegebenenfalls eine "Rückkehr in ihr normales ziviles Leben" an. Bedingung sei, dass sie die Waffen abgeben.

Zugleich bezeichnete Assad die Lage der Bevölkerung in seinem Land als "humanitäres Desaster". Er bestritt jedoch, dass seine Truppen Rebellen-Gebiete von jeglicher Versorgung abschnitten. Die syrische Armee und Städte unter ihrer Kontrolle würden aus diesen Regionen heraus bekämpft und bombardiert.

In dem Interview begrüsst Assad auch, dass Deutschland Flüchtlinge aufnehme, die "ihr Land in Not verlassen" hätten. Zugleich stellt er die Frage, ob es nicht klüger und auch "weniger kostspielig" sei, Syrern zu helfen, in ihrem eigenen Land leben zu können.

Dafür müsste sich der Westen entschliessen, gegen den Terror zu kämpfen und nicht gegen sein Land, sagte Assad. Er räumte ein, dass Syrien nicht mehr "vollständig souverän" sei und militärische Hilfe aus Russland, dem Iran und aus dem Libanon erhalte. Dies geschehe, um das Übergreifen des islamistischen Terrors zu begrenzen, sagte Assad in dem Interview, das am Dienstagabend ausgestrahlt werden sollte.

Waffenruhe laut Kerry nicht gefährdet

Russland stellte am Dienstag klar, sich an die Vorgaben der Feuerpause zu halten. "Wir verstossen gegen nichts", sagte Vize-Aussenminister Michail Bogdanow der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Genf. Zwar seien weiterhin Ziele bombardiert worden, aber nicht "Stellungen der Opposition".

Die auf eine amerikanisch-russische Initiative hin vereinbarte Feuerpause ist seit Samstag in Kraft. Sie gilt ausdrücklich nicht für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und den Al-Kaida-Ableger Nusra-Front. Diese Gruppen dürfen weiterhin angegriffen werden. Russland unterstützt im Syrien-Konflikt seit mehreren Monaten die Regierungstruppen mit Luftangriffen.

Auch US-Aussenminister John Kerry erklärte, er sehe trotz zahlreicher gemeldeter Gefechte die Waffenruhe als derzeit nicht gefährdet an. Ein Oppositionsvertreter hatte dagegen am Montag erklärt, man sehe "sich nicht mit einer Verletzung der Feuerpause konfrontiert, sondern mit einer kompletten Annullierung".

Erstmals seit dem Beginn der Waffenruhe waren am Montag allerdings Lieferungen in der belagerten Stadt Muadamija südwestlich der Hauptstadt Damaskus eingetroffen. In den kommenden Tagen will die UNO nach eigenen Angaben mehr als 150'000 Menschen in belagerten Gebieten im Bürgerkriegsland helfen.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - Die Friedensgespräche für Syrien in Genf werden nach UNO-Angaben frühestens in einigen Wochen wieder aufgenommen werden können. Innerhalb der nächsten zwei ... mehr lesen
Vor weiteren Gesprächen seien Fortschritte bei der Waffenruhe und Hilfslieferungen nötig, sagte de Mistura.
Damaskus - In Syrien ist staatlichen Medien zufolge am Donnerstag landesweit die Elektrizitätsversorgung für mehrere ... mehr lesen
Neben den unklaren Waffenruhen sorgt nun auch ein Stromausfall für weitere Probleme.
Washington - Das US-Aussenministerium hat sich vorsichtig optimistisch zu der Waffenruhe in Syrien geäussert. In den vergangenen 24 Stunden habe es keine bedeutenden Verstösse gegen die Feuerpause gegeben, sagte Aussenamtssprecher John Kirby am Dienstag in Washington. mehr lesen 
John Kerry appelliert an die Konfliktparteien.
Washington - Trotz zahlreicher gemeldeter Gefechte sieht US-Aussenminister ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Genf - Die Waffenruhe in Syrien ist laut Bundesrat Didier Burkhalter ein «ermutigender Schritt in die ... mehr lesen
Burkhalter rief auch dazu auf, die Rechte von Migranten besser zu schützen.
Beirut/Damaskus - In Syrien hat die Waffenruhe am Samstag weitgehend gehalten. ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 17
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Russland und Westen kooperieren bei Syrien-Hilfe Berlin - Russland und westliche Staaten arbeiten bei der humanitären ... 1
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Blödsinn! Das Schaf ist selbst daran Schuld, dass es vom Wolf gerissen wird, ... Mi, 01.06.16 00:50
  • Pacino aus Brittnau 731
    Radikale führen immer . . . . . . in die Sackgasse. Es ist auch die Linke, die die AfD gefördert ... Di, 31.05.16 07:36
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 16°C 26°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 17°C 27°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen 16°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 25°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Luzern 20°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 16°C 27°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 21°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten