Gewalt in Syrien hält unvermindert an
Syrien-Gesandter Brahimi dämpft Erwartungen
publiziert: Sonntag, 2. Sep 2012 / 12:33 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 2. Sep 2012 / 14:26 Uhr
Lakhdar Brahimi
Lakhdar Brahimi

Kairo/Damaskus - Der neue internationale Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi hat die Erwartungen hinsichtlich seiner Möglichkeiten gedämpft. «Die Konfliktparteien haben sehr starke Ansichten», sagte der algerische Karrierediplomat in einem Interview des Nachrichtensenders Al-Dschasira.

6 Meldungen im Zusammenhang
«Ich werde mit allen Seiten reden», führte er in der Nacht zum Sonntag weiter aus. Letztlich liege es aber an den Konfliktparteien selbst, Syrien aus der gegenwärtigen Krise zu führen. Brahimi übernahm am Samstag vom ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan das Mandat des Syrien-Vermittlers der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga.

Bombenanschlag auf Sicherheitskräfte

Die Gewalt in Syrien geht unterdessen unvermindert weiter. Ein zentrales Viertel der syrischen Hauptstadt Damaskus wurde laut staatlichen Medien am Sonntag von Bombenanschlägen erschüttert.

Der «Terroranschlag mit zwei Bomben» habe sich in im Viertel Abu Remmaneh ereignet, wo sich mehrere Gebäude der Sicherheitskräfte und der Sitz von Vizepräsident Faruk al-Schara befinden, erklärte das Staatsfernsehen. Vier Menschen seien verletzt worden. In Abu Remmaneh liegen auch mehrere Botschaften.

In einem Vorort von Damaskus wurden nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur mindestens 15 Menschen bei einem Bombenanschlag getötet. Der Sprengsatz sei in der Nacht auf Sonntag in einem Fahrzeug nahe dem palästinensischen Flüchtlingslager in Al-Sbeineh explodiert.

Zudem seien etliche Menschen verletzt und umliegende Gebäude schwer beschädigt worden. Der Bericht schrieb den Anschlag «bewaffneten Terroristen» zu. Die Staatsmedien verwenden diese Bezeichnung auch für die Rebellen, die gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad kämpfen.

Bäckereien zerstört

In der zentralen Rebellenhochburg Kusseir zerstörte die syrische Armee nach Angaben von Aufständischen die letzte Bäckerei. Die Truppen von Präsident Assad hätten die Stadt in der Provinz Homs am Sonntag im Morgengrauen unter heftigen Beschuss genommen, teilten die Aufständischen mit.

In der Stadt war zuvor bereits eine der drei dortigen Bäckereien zerstört worden. Eine weitere wird von der Armee besetzt. Kusseir wird seit etwa drei Monaten von den gegen Assad kämpfenden Rebellen kontrolliert.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte den Regierungstruppen Ende August vorgeworfen, gezielt Bäckereien anzugreifen, um den Rebellen Ernährungsgrundlagen zu nehmen. Allein in der nördlichen Provinz Aleppo sollen zehn Bäckereien bombardiert worden sein. Die Stadt Aleppo war auch am Sonntag nach Oppositionsangaben Ziel heftiger Angriffe der Armee.

Assad lässt einen im März 2011 begonnenen Aufstand gegen seine Führung blutig niederschlagen. Bisher wurden nach Oppositionsangaben etwa 25'000 Menschen getötet.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Damaskus - Der neue Syrienvermittler Lakhdar Brahimi hat seine schwierige Mission am Montag in Kairo begonnen. Er sprach ... mehr lesen
Lakhdar Brahimi ist für Gespräche zur Lage in Syrien nach Kairo gereist.
Damaskus/Beirut/Istanbul - Syrische Rebellen haben nach Oppositionsangaben am Samstag Einrichtungen der Luftwaffe ... mehr lesen
Rebellen in Syrien. (Symbolbild)
Über 200'000 Flüchtlinge machen sich auf den Weg für einer besseren Zukunft.
New York - Nach eineinhalb Jahren der Gewalt in Syrien schlagen die Vereinten Nationen Alarm wegen der Situation der Flüchtlinge. ... mehr lesen
Genf/Damaskus/Istanbul - Der neue Syrien-Sondervermittler Lakhdar Brahimi hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bei ... mehr lesen
Der 78-jährige Lakhdar Brahimi war von der UNO und der Arabischen Liga zum Sondergesandten ausgewählt worden.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Lakhdar Brahimi
Beirut - Die syrische Regierung ist mit der Ernennung des Algeriers Lakhdar Brahimi zum Sondergesandten der Vereinten ... mehr lesen
Der Waffenstillstand in Ostukraine hält.
Fotograf getötet  Kiew/Berlin - Im Kriegsgebiet Ostukraine wächst trotz einzelner tödlicher Zwischenfälle die Hoffnung auf eine dauerhafte Waffenruhe und den Abzug schwerer Geschütze hinter die Front. Die prorussischen Separatisten zogen nach eigenen Angaben vom Sonntag ihre Artillerie zurück - sie hätten dann einen zentralen Punkt des Minsker Abkommens vom 12. Februar erfüllt. 
Waffenruhe weitgehend eingehalten Kiew - Das ukrainische Militär hat am Samstag einen deutlichen Rückgang der Angriffe prorussischer Separatisten in der vorangegangenen ...
Trotz Waffenruhe drei tote Soldaten Donezk/Kiew - Trotz der vereinbarten Waffenruhe im Kriegsgebiet Ostukraine sind erneut ...
Kiew zieht schwere Waffen von Donbass-Front ab Kiew - Fast zwei Wochen nach Inkrafttreten der Waffenruhe im Kriegsgebiet ...
IS-Vormarsch  Bagdad - Der Druck auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien steigt: Die irakische ...   1
Test für die irakischen Streitkräfte. (Symbolbild)
Insgesamt brachten die sunnitischen IS-Extremisten 1969 Gefangene um. (Symbolbild)
IS-Terrormiliz tötet in Syrien 2000 Gefangene Bagdad - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in den vergangenen acht Monaten in Syrien fast 2000 Gefangene getötet. ... 1
In Samarra sammeln sich die Kräfte der verfeindeten Parteien. (Archivbild)
IS-Kämpfer greifen irakische Stadt an Bagdad - Die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) hat einen Angriff auf die irakische Stadt Samarra begonnen, wo sich ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2828
    Saudi-Arabiens... Aufgabe bei der Verwüstung und Zerstörung des Nahen Ostens wurde mit ... gestern 22:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1203
    Nicht der letzte Mord an einem Putingegner! Es wird nicht der letzte sein! Diktatoren gehen ... gestern 13:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2828
    Die... islamistische Gewaltideologie ist mittlerweile so weit in den ... gestern 10:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2828
    Um... den Daesh (IS) auszuschalten sollte und muss jedes Mittel recht ... Sa, 28.02.15 21:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2828
    Es... wird langsam klar, dass sich vor den Toren Europas eine Gefahr aufbaut, ... Sa, 28.02.15 13:21
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2828
    Wenn... man betrachtet was die Flüchtlinge, fast nur Muslime unter ihnen, in ... Sa, 28.02.15 12:40
  • Kassandra aus Frauenfeld 1203
    Na, was habe ich gesagt! Sogar ein Zitat aus Deutschland, wo viele ja weniger Freiheit als ... Fr, 27.02.15 19:33
  • Kassandra aus Frauenfeld 1203
    Asche über mein Haupt! Ich bin einer Plagiatorin aufgesessen! Dank Jorian weiss ich das jetzt ... Fr, 27.02.15 19:03
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 4°C 5°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 5°C 6°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 6°C 6°C bedeckt, Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 8°C 8°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 8°C 10°C bedeckt, Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Genf 7°C 10°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 5°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten