Weitere Vergeltungsangriffe
Syrien erneut im Visier der türkischen Armee
publiziert: Freitag, 5. Okt 2012 / 19:59 Uhr

Istanbul - Die türkischen Streitkräfte haben am Freitag laut einem Fernsehbericht erneut Vergeltungsangriffe auf Syrien gestartet. Wie der private Sender NTV am Abend berichtete, war zuvor ein aus Syrien abgefeuertes Artilleriegeschoss auf dem Gebiet der türkischen Stadt Altinozu in der Provinz Hatay gelandet.

5 Meldungen im Zusammenhang
Der Gegenangriff sei dann gegen 18.30 Uhr MESZ erfolgt, hiess es weiter. Hinweise auf Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Am Mittwoch waren durch syrischen Artilleriebeschuss in der Ortschaft Akcakale fünf Zivilisten getötet worden. Die Türkei hatte daraufhin Vergeltungsangriffe gestartet,bei denen unbestätigten Berichten zufolge mehrere syrische Soldaten getötet wurden.

UNO-Sicherheitsrat verurteilt Beschuss der Türkei durch Syrien

Der UNO-Sicherheitsrat hatte gestern den Beschuss eines türkischen Grenzorts mit syrischen Granaten «auf das Schärfste» verurteilt. Die 15 Ratsmitglieder forderten Damaskus in dem am Donnerstagabend (Ortszeit) beschlossenen Text auf, «die Souveränität und territoriale Integrität ihrer Nachbarn» zu achten.

Derartige Verstösse gegen das Völkerrecht müssten umgehend aufhören und dürften sich nicht wiederholen, hiess es in dem Text des UNO-Sicherheitsrats, der nach langen Verhandlungen zwischen westlichen Ländern und Russland formuliert wurde.

Der Zwischenfall zeige die «schweren Auswirkungen», die der Syrien-Konflikt auf die Sicherheit der Nachbarstaaten sowie auf die Stabilität und den Frieden in der Region habe. Sowohl Syrien als auch die Türkei wurden zur Zurückhaltung aufgerufen.

Während der ursprüngliche Entwurf UNO-Sicherheitsrates den Beschuss «auf das Schärfste» verurteilte, hatte Russland sich für eine schwächere Formulierung eingesetzt, in der jedoch nicht von einer Verletzung des Völkerrechts die Rede war. Die Zustimmung Russlands zu dem Satz, dass der Beschuss gegen das Völkerrecht verstosse, gilt daher als wichtiges Zugeständnis Moskaus.

Die Türkei hatte mit Vergeltungsangriffen auf den Beschuss der syrischen Armee reagiert. Das türkische Parlament erteilte am Donnerstag der Regierung ein Mandat für eine weitere militärische Intervention in Syrien. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan versicherte aber, seine Regierung strebe keinen Krieg an.

Die türkische Armee bewachte die Ortschaft Akcakale, in der am Mittwoch fünf Zivilisten durch den syrischen Beschuss getötet worden waren, am Freitag mit schweren Geschützen. Unter anderem waren Panzer und Luftabwehrgeschütze postiert. Die Lage blieb aber vorerst ruhig.

Keine Entschuldigung aus Damaskus

Das Regime in Damaskus hatte den Angehörigen der getöteten Zivilisten sein Beileid ausgesprochen. Allerdings übernahm die Regierung nach wie vor nicht die Verantwortung für den Tod der türkischen Zivilisten.

Die syrischen Staatsmedien schwiegen sich am Freitag zum Thema aus. Das Ergebnis der von der Regierung angekündigten Untersuchung zum Angriff wurde bislang nicht veröffentlicht.

 Der syrische UNO-Botschafter in New York, Baschar al-Dschafari, hatte vor dem Sicherheitsrat betonte, man spreche aus «Solidarität» mit der Familie der Getöteten das Beileid aus. Zugleich sagte er, das türkische Volk müsse verstehen, dass die Unterstützung der Rebellen durch die Regierung in Ankara falsch sei.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien ist am Montag erneut eine Granate aus Syrien eingeschlagen. Das Panzerfaustgeschoss sei am Morgen in Ceylanpinar nahe einem Büro der Landwirtschaftsverwaltung explodiert, berichteten türkische Fernsehsender. mehr lesen 
Amman/Ankara - Das türkisch-syrische Grenzgebiet kommt nicht zur Ruhe. Die türkischen Streitkräfte nahmen erneut ... mehr lesen
Die Auseinandersetzungen an der Ostgrenze der Türkei wurden scharf kritisiert.
New York - Der UNO-Sicherheitsrat hat den syrischen Angriff auf die Türkei mit fünf Toten scharf kritisiert. Das mächtigste ... mehr lesen
Istanbul - Das türkische Parlament hat der Regierung und der Armee grünes Licht für eine militärische Intervention in Syrien ... mehr lesen 1
Das türkische Parlament gab grünes Licht für die Syrien-Intervention. (Archivbild)
Aleppo/Damaskus/Istanbul/Brüssel - Das türkische Militär hat am Donnerstagmorgen seinen Angriff auf einen syrischen ... mehr lesen
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.
Humanitäre Hilfe  Istanbul - UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die geringe Teilnahme reicher Industriestaaten am ersten Weltnothilfegipfel in Istanbul kritisiert. Es sei enttäuschend, dass einige Weltführer nicht dabei gewesen seien, vor allem von den G7-Staaten, sagte er am Dienstag. 
Zum zweitägigen Weltnothilfegipfel werden 6000 Vertreter von Staaten und Organisationen erwartet.
UNO-Nothilfegipfel will Versorgung in Krisengebieten verbessern Istanbul - Beim ersten Weltnothilfegipfel wollen die Vereinten Nationen die Versorgung bedürftiger Menschen ...
Waffenembargo gegen Libyen soll aufgehoben werden Wien - Die internationale Gemeinschaft hat sich zur Aufhebung des seit fünf Jahren gegen Libyen ...
Die Lage in Libyen ist sehr schlecht - in wirtschaftlicher, finanzieller Hinsicht, aber auch in puncto Sicherheit.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3933
    Der... Grund für die Misere liegt ganz woanders und ist im Prinzip sehr ... gestern 11:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3933
    "Flüchtlingslager-Räumung" Gut für die Einwohner von Idomeni, die nun bald ihr Leben, ihre ... gestern 10:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1760
    Im letzten Moment die Kurve gekriegt! Den Oesterreichern herzlichen Glückwunsch! Unter den Rechten gehts ... Mo, 23.05.16 18:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3933
    R. Erdogans... Berater Burhan Kuzu sandte bereits am 10. 5. 2016 eine Drohung gen EU, ... Mo, 23.05.16 17:21
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3933
    In... Syrien gibt es einen Krieg im Krieg. Es herrscht in Syrien schon lange ... Mo, 23.05.16 15:16
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3933
    Das... war nur eine weitere Gelegenheit für Herrn A. Mazyek, sich wichtig zu ... Mo, 23.05.16 14:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3933
    Wenn... die Türkei sich nicht an die Abmachungen hält, gibt es keine ... Mo, 23.05.16 11:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3933
    Dieses... Wahlergebnis spiegelt vor allem die in fast allen westlichen ... Mo, 23.05.16 10:39
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 7°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 7°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Bern 5°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Genf 6°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten