Syrien stellt UNO-Bericht in Frage
publiziert: Montag, 28. Nov 2005 / 20:52 Uhr

Damaskus - Syrien fordert einen neuen UNO-Bericht zum Mord am früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri.

Der deutsche UNO-Ermittler Detlev Mehlis.
Der deutsche UNO-Ermittler Detlev Mehlis.
8 Meldungen im Zusammenhang
Grund ist die angebliche Falschaussage eines Zeugen gegenüber den UNO-Ermittlern. Sollte der UNO-Bericht massgeblich auf Aussagen des Zeugen Hossam Taher Hossam beruhen, sei der Vorwurf einer Verstrickung Syriens in das Attentat nicht mehr haltbar, sagte der Sprecher der syrischen Hariri-Untersuchungskommission, Ibrahim al-Darradschi, in Damaskus.

Laut Hossam basiert der vom deutschen UNO-Ermittler Detlev Mehlis erstellte Zwischenbericht zu einem grossen Teil auf seinen Falschaussagen. Er habe gelogen, weil ihn der Sohn des getöteten Ex-Ministerpräsidenten, Saad al-Hariri, unter Druck gesetzt habe.

«Er hatte zwar keine Beweise, aber das Gefühl, dass der syrische Geheimdienst seinen Vater getötet hat», sagte Hossam. Das libanesische Innenministerium habe ihm 1,3 Millionen Dollar geboten, wenn er aussage, Syrien stecke hinter dem Attentat. Ausserdem sei er gefoltert und unter Drogen gesetzt worden.

Anschuldigungen zurückgewiesen

Ein Sprecher des Hariri-Sohnes wies die Anschuldigungen als frei erfunden zurück. Kein Mitglied aus der Familie Hariri habe direkt oder indirekt Kontakt zu Hossam gehabt.

Die UNO bestätigte, Hossam sei ein Zeuge gewesen. Er habe unterschrieben, freiwillig und ohne Bedrohungen oder Druck auszusagen. Hossam habe angegeben, ein früherer syrischer Geheimdienstmitarbeiter gewesen zu sein. Die UNO machten keine Angaben darüber, wie schwer seine Aussagen in dem vergangnenen Monat veröffentlichten Bericht wiegen.

Rafik al-Hariri war im Februar in Beirut bei einem Bombenanschlag zusammen mit 22 weiteren Menschen ums Leben gekommen. In dem Zwischenbericht hatte Mehlis erklärt, es gebe Hinweise für eine Verstrickung hochrangiger Syrer und Libanesen in die Tat. Syrien hat dies wiederholt zurückgewiesen.

(smw/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Beirut - Der Sohn des ermordeten libanesischen Ex-Regierungschefs Rafik Hariri ist nach mehr als sechs Monaten im Exil in sein ... mehr lesen
Saad Hariri will die Hintermänner des Attentats zur Verantwortung ziehen.
Beirut/New York - Der deutsche ... mehr lesen
Detlev Mehlis will nach Berlin zurückkehren.
Emile Lahoud bestreitet jeglichen Kontakt zu den Attentätern.
Beirut - UNO-Ermittler haben bei ... mehr lesen
Washington - US-Aussenministerin ... mehr lesen
Condoleezza Rice will endlich Kooperation von Syrien sehen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Präsident Assad beteuerte erneut, die syrische Führung habe nichts mit dem Attentat auf Rafik Hariri zu tun.
Damaskus - Im Streit mit der UNO gibt sich die syrische Führung weiterhin kämpferisch. Präsident Baschar el Assad forderte seine Landsleute auf, sich dem internationalen Druck ... mehr lesen
Baschar el Assad hatte Reformen eingeläutet, jetzt steht sein ganzer Klan unter Druck.
Washington - Seit Jahren hat die ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung Frieden.
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung ...
Positive Elemente für Friedensinitiative  Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu neuen Verhandlungen über einen Friedensplan arabischer Staaten bereit erklärt. Netanjahu sagte am Montagabend in Jerusalem, die Friedensinitiative von 2002 enthalte positive Elemente. mehr lesen 
Israel  Jerusalem - Der rechts-nationalistische Politiker Avigdor Lieberman ist im Parlament als Israels neuer Verteidigungsminister vereidigt worden. 55 von 120 Abgeordneten stimmten für die Ernennung und 43 dagegen. Lieberman und seine Partei fordern die Deportation aller Araber. mehr lesen  
Andreas Kyriacou Die Klage des türkischen Möchtegern-Alleinherrschers Recep Erdogan gegen den Deutschen Satiriker Jan Böhmermann ... mehr lesen   2
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 12°C 15°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass freundlich
Basel 12°C 17°C unwetterartige Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
St. Gallen 10°C 13°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 10°C 15°C unwetterartige Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Luzern 11°C 15°C unwetterartige Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen freundlich
Genf 12°C 15°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 12°C 18°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten