Zahl der Flüchtlinge nimmt zu
Syrische Granaten auf jordanischem Boden
publiziert: Montag, 20. Aug 2012 / 23:20 Uhr
Unaufhörliche Kämpfe in Syrien. (Archivbild)
Unaufhörliche Kämpfe in Syrien. (Archivbild)

Damaskus - Ein neuer Zwischenfall mit einem Nachbarland Syriens sorgt für zusätzliche Spannungen in dem Konflikt in Land. In Jordanien schlugen nahe der Grenze am Sonntagabend nach Angaben der Regierung in Amman vier Granaten der syrischen Armee ein.

7 Meldungen im Zusammenhang
Dabei sei ein kleines Mädchen verletzt worden, vier weitere Jordanier mussten wegen Panikattacken stationär behandelt werden. Jordanien kritisierte den Angriff auf sein Territorium scharf. Die Regierung habe dem syrischen Botschafter in Amman einen Protestbrief überreicht, teilte ein Regierungssprecher am Montag mit.

Bislang haben in Jordanien mehr als 150'000 Syrer Zuflucht vor den Kämpfen in ihrer Heimat gefunden. Wenn sie die Grenze ins Nachbarland übertreten wollen, geraten sie oft unter Beschuss durch syrische Regierungstruppen.

Ende Juli tötete die syrische Armee nach Angaben der jordanischen Regierung ein dreijähriges Flüchtlingskind. In den vergangenen Monaten hatte es auch im libanesischen Grenzgebiet und an der Grenze zur Türkei Tote und Verletzte gegeben.

Weitere Gefechte im Land

Neben den Kämpfen in in Provinz Daraa, die an Jordanien angrenzt, tobten nach Angaben von Aktivisten auch in vielen anderen Landesteilen Gefechten.

Die Rede war von Kämpfen unter anderem in den Vororten der Hauptstadt Damaskus. Regierungstruppen hätten den von Rebellen kontrollierten Vorort Al-Muadamija mit Panzern beschossen, sagten Anhänger der Opposition, die sich in der Gegend aufhielten.

Die Offensive habe am frühen Morgen begonnen. Al-Muadamija sei quasi umstellt, sagte ein Unterstützer der Rebellen. Die Aufständischen hätten mindestens einen Vorstoss der Regierungstruppen zurückschlagen können.

Auch in der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo gingen die Kämpfe nach Angaben von Aktivisten weiter. Zahlreiche Menschen seien getötet oder verwundet worden, hiess es.

Türkei will Schutzzonen

Wegen der schnell zunehmenden Zahl syrischer Flüchtlinge forderte die Türkei unterdessen Vorbereitungen für die Einrichtung von Schutzzonen auf syrischem Boden. Die türkischen Lager könnten nicht mehr als 100'000 Flüchtlinge aufnehmen, zitierten türkische Medien Aussenminister Ahmet Davutoglu.

Die Türkei schlug vor, in Syrien selbst eine Sicherheitszone unter Leitung der UNO einzurichten, um den Menschen Zuflucht gewähren zu können. Inzwischen sind etwa 70'000 Syrer in die Türkei geflüchtet.

UNO-Mission zu Ende

In der Nacht ging die UNO-Beobachtermission in Syrien (UNSMIS) offiziell zu Ende. Das Mandat der Mission, an der in Spitzenzeiten 300 Experten zur Überwachung von Waffenstillstandsbemühungen beteiligt waren, lief in der Nacht aus.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte die UNSMIS im April ins Leben gerufen, um einen Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan zu überwachen. Seit März 2011 wurden im Syrien-Konflikt Aktivisten zufolge mehr als 23'000 und nach Angaben der UNO rund 17'000 Menschen getötet.

UNSMIS-Chef General Babacar Gaye wirft sowohl Regierungstruppen als auch Rebellen vor, Zivilisten nicht zu schützen.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Damaskus - Der russische Präsident Wladimir Putin hält am syrischen Machthaber Baschar al-Assad fest. Im Interview mit dem ... mehr lesen
Hunderte Soldaten seien mit 200 Panzern ausgerückt. (Archivbild)
Beirut - Nach offenen US-Drohungen haben Syrien und seine Verbündeten den Westen eindringlich vor einem Militäreinsatz ... mehr lesen
Säbelrasseln im Wahlkampf: US-Präsident Barack Obama droht unverhohlen mit Militärschlag.
Die UNO-Beobachter verlassen Syrien.
Damaskus - Die UNO-Beobachtermission in Syrien (UNSMIS) ist offiziell beendet. Das Mandat der Mission, an der in ... mehr lesen
Beirut - Der neue UNO-Syriengesandte Lakhdar Brahimi hat Klarheit darüber verlangt, welche Unterstützung er von der UNO für ... mehr lesen
Lakhdar Brahimi machte auf die vielen offenen Fragen aufmerksam. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der neue Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi.
New York/London - Die USA und Grossbritannien haben dem neuen Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi ihre Unterstützung ... mehr lesen
Damaskus/New York - Die syrische Hauptstadt Damaskus und die Grossstadt Aleppo im Norden sind erneut zum Schauplatz von ... mehr lesen
Die Kämpfe in Damaskus finden kein Ende.
Die türkische Armee setzt sich gegen die IS und kurdische Kämpfer ein.
Die türkische Armee setzt sich gegen die IS und kurdische ...
Einsätze in Syrien und Irak  Ankara - Das türkische Parlament hat das Mandat für Kampfeinsätze des Militärs in Syrien und dem Irak um ein Jahr verlängert. In einer Sondersitzung stimmten die Abgeordneten am Donnerstag für die Verlängerung. 
Scharmützel zwischen Türkei und IS-Terrormiliz Istanbul/Washington - Bei Gefechten in der türkischen Provinz Kilis an der Grenze zu Syrien sind laut dem türkischen ...
Feldwebel der Luftwaffe nun in Syrien  Den Haag - Erstmals hat sich ein im aktiven Dienst stehender niederländischer Soldat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in ...  
Niederländischer Soldat schliesst sich der IS an.
Terrorverfahren gegen Thalys-Schützen eröffnet Paris - Gegen den Attentäter im Schnellzug Thalys von Amsterdam nach Paris wird nach Angaben der ...
Titel Forum Teaser
  • LinusLuchs aus Basel 118
    Armselig, ekelhaft, hoffnungslos Aus Ihrem Kommentar, zombie1969, spricht so viel Armseligkeit. Haben ... heute 11:07
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3277
    Wirkung Bundespräsident a.D Christian Wulff sagte 2013 "Der Islam gehört zu ... heute 10:07
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3277
    Der... tote Flüchtlingsjunge ist ein toter Junge, der wie zigtausende andere ... gestern 21:47
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3277
    Auch... interessant! Die EU-Staaten zanken sich gegenwärtig darüber wie sie ... gestern 11:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1488
    Wirklich schön geschrieben, Schäfchen! Jeder kann nun ganz einfach sehen, dass Sie wirklich nur blöken und ... gestern 11:08
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3277
    Zuzug Hunderttausende Flüchtlinge wieder dieses Jahr für D, plus ... Mi, 02.09.15 16:48
  • keinschaf aus Wladiwostok 2724
    und noch was: Einfach, dass die Verhältnisse geklärt sind. Da wollte es wohl ... Di, 01.09.15 22:19
  • keinschaf aus Wladiwostok 2724
    VerARSCHung!! "Die Migranten vor dem Budapester Ostbahnhof schwenkten Fahrscheine, ... Di, 01.09.15 22:10
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 10°C 15°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 7°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 11°C 17°C leicht bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt bewölkt
Bern 10°C 20°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 12°C 20°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 11°C 21°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 13°C 23°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten