Brahimi sucht Lösung in China
Syrische Jets fliegen Angriffe auf Rebellen
publiziert: Mittwoch, 31. Okt 2012 / 22:19 Uhr

Beirut - Kampfflugzeuge der syrischen Luftwaffe haben am Mittwoch Stellungen der Rebellen in der Nähe von Damaskus und im Norden des Landes angegriffen. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hätten die Luftangriffe intensiviert, erklärten syrische Oppositionelle.

8 Meldungen im Zusammenhang
Die Luftwaffe habe fünf Angriffe gegen eine Rebellenhochburg im Bezirk Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus geflogen, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Aus der Ortschaft Maaret al-Numan an der Strasse zwischen Damaskus und Aleppo seien drei Luftangriffe gemeldet worden.

Über Tote sei zunächst nichts bekannt, hiess es in der Mitteilung der Beobachtungsstelle. Am Dienstag seien bei Angriffen der Regierungstruppen aber mindestens 185 Menschen im ganzen Land getötet worden. Seit Beginn des Aufstands im März vergangenen Jahres gab es nach Schätzungen der Opposition mehr als 36'000 Tote.

Erdogan: Entscheid liegt bei der UNO

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan will, dass die Vereinten Nationen über die Einrichtung einer Flugverbotszone in Syrien entscheiden. Die Uneinigkeit des UNO-Sicherheitsrates in der Frage, ob im Norden des Landes eine Schutzzone eingerichtet werden sollte, müsse überwunden werden, forderte er am Mittwoch in Berlin.

Er äusserte sich jedoch zurückhaltend zu den Plänen. Für die einst im Irak eingerichtete Flugverbotszone sei ein hoher Preis bezahlt worden: «Das wollen wir hier nicht.» Die Forderung Ankaras, eine Schutzzone für Vertriebene auf der syrischen Seite der Grenze einzurichten, fand bisher keine ausreichende Unterstützung.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte der Türkei Hilfe angesichts der Eskalation im Syrien-Konflikt zu. Nach Angaben der türkischen Regierung leben derzeit rund 102'000 syrische Flüchtlinge in 14 verschiedenen Lagern in der Türkei.

Der Sprecher des syrischen Aussenministeriums warf der Türkei vor, eine «zerstörerische Politik» zu betreiben. Der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu «greift die Stabilität» Syriens an, sagte der Sprecher. Davutoglu hatte zuvor erklärt, seine Regierung sehe keine Grundlage mehr für weitere Gespräche mit Assad.

Neuer Vier-Punkte-Plan der Chinesen

Im Ringen um ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien wandte sich der UNO-Sondergesandte Lakhdar Brahimi an China. Das Land könne «eine aktive Rolle bei der Suche nach einer Lösung spielen», sagte er bei einem Gespräch mit dem chinesischen Aussenminister Yang Jiechi.

Die internationale Gemeinschaft ist sich weiter uneins, wie der Bürgerkrieg gestoppt werden kann. China und Russland blockieren mit ihrem Vetorecht im UNO-Sicherheitsrat alle Versuche, härtere Sanktionen gegen Syrien zu verhängen. Die Forderung westlicher Länder nach einem Rücktritt Assads lehnen sie ab.

Bei dem Treffen mit Brahimi habe Yang einen neuen chinesischen Vier-Punkte-Plan zur Beilegung des Konflikts in Syrien vorgestellt, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Darin werde eine Waffenruhe und der Beginn eines politischen Übergangsprozesses angeregt. Zudem werde die internationale Gemeinschaft aufgefordert, die Vermittlungsbemühungen Brahimis stärker zu unterstützen.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Damaskus/Istanbul - Die Kämpfe in Syrien haben nach Zählung der Organisation ... mehr lesen
Die Kämpfe in Syrien haben bereits mehr als 40'000 Menschen das Leben gekostet. (Symbolbild)
Jerusalem - Ein israelisches Armeefahrzeug ist auf den Golan-Höhen am Montag von Geschossen getroffen worden, die aus dem syrischen Sektor abgefeuert wurden. «Es handelte sich offenbar um verirrte Kugeln», sagte eine Armeesprecherin der Nachrichtenagentur AFP. mehr lesen 
Beirut - In Syrien ist ein prominenter palästinensischer Schauspieler und mutmasslicher Anhänger von Präsident Baschar al-Assad ermordet worden. Der 30 Jahre alte Mohammed Rafeh wurde in Damaskus von Regierungsgegnern entführt und getötet. mehr lesen 
Damaskus - Ein Bombenanschlag hat die syrische Hauptstadt Damaskus erschüttert und damit einmal mehr gezeigt, wie verwundbar das Machtzentrum von Präsident Baschar al-Assad ist. Der 50-Kilogramm-Sprengsatz detonierte in der Nähe eines schwerbewachten Gebäudekomplexes der Armee und Sicherheitskräfte. mehr lesen 
Der UNO fehlen noch mehr als die Hälfte des Budget für die Syrienhilfe.
New York - Trotz mehrfacher Aufrufe bekommen die Vereinten Nationen kaum Geld für ihre Syrienhilfe. Die Fonds für Flüchtlinge ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Damaskus - Die syrische Luftwaffe hat am Donnerstag erneut Angriffe auf Vororte der Hauptstadt Damaskus und auf Dörfer ... mehr lesen
Angriffe auf Damaskus. (Archivbild)
Damaskus - Trotz einer zum wichtigsten islamischen Feiertag vereinbarten Feuerpause geht das Blutvergiessen in Syrien ... mehr lesen
Wer in Syrien gegen wen kämpft, ist schon länger unklar.
Der 52-jährige türkische Staatsangehörige wurde im Auftrag des BJ durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt. (Symbolbild)
Der 52-jährige türkische Staatsangehörige wurde im Auftrag des BJ durch ...
52-Jähriger im Kanton Freiburg in Auslieferungshaft gesetzt  Bern - Ein türkischer Terrorverdächtiger ist auf Ersuchen Deutschlands im Kanton Freiburg festgenommen worden. Er befindet sich in Auslieferungshaft, wie das Bundesamt für Justiz einen Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigte. 
USA  Washington - Die US-Bundespolizei FBI geht nach einem Bericht des Senders CNN Hinweisen nach Planungen für einen islamistisch ...
Das FBI war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. (Symbolbild)
FBI soll jahrzehntelang falsche Forensik-Analysen geliefert haben Washington - Experten der US-Bundespolizei FBI haben nach einem Bericht der ...
Das FBI soll falsche Analysen geliefert haben.
Der junge Mann wurde festgenommen. (Symbolbild)
Anschlagspläne - IS-Sympathisant verhaftet Washington - Die US-Bundespolizei FBI hat einen mutmasslichen Sympathisanten der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) ...
Besonders in der Region von Jerusalem kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern.
Nahost  Jerusalem - Das israelische Militär hat ...  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1323
    Richtig thomy! «Das türkische Volk wird dem deutschen Präsidenten Gauck seine Aussagen ... gestern 15:49
  • thomy aus Bern 4235
    Wer nicht einmal dazu bereit ist, der oder diese Nation Türkei, .... ... ist (noch) nicht berechtigt in die EU aufgenommen zu werden. ... Sa, 25.04.15 17:24
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2961
    Es... geht immer noch nicht darum, dass die heutigen Türken die Schuld an den ... Sa, 25.04.15 12:23
  • Kassandra aus Frauenfeld 1323
    Wieder mal ein Grund, sich selbstzufrieden zu isolieren. Gut, ich kenne die Kriterien nicht, ... Sa, 25.04.15 11:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2961
    Wenn... Europa nicht alle aufnimmt, und dazu gibt es keine Mehrheit in den ... Sa, 25.04.15 09:49
  • Vitalis aus Hallau 46
    Beste Blender? wohl eher Spitze im Blenden. Weshalb haben wir mit die höchsten ... Fr, 24.04.15 09:48
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2961
    Frau Lynch... folgt einem Vorgänger, der genauso schwarz ist wie sie selbst. Die ... Fr, 24.04.15 09:36
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2961
    Perfide... Angriffe gegen Israel lassen nochmals die Ketten rasseln, die für das ... Fr, 24.04.15 09:18
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 8°C 15°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Basel 8°C 15°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
St.Gallen 10°C 17°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, Regen
Bern 9°C 18°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Luzern 10°C 20°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 11°C 18°C leicht bewölkt, wenig Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Lugano 12°C 16°C bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen bedeckt, starker Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten