Opfer im Konflikt
Syrische Kinder berichten von Gräueltaten
publiziert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 13:16 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 13:39 Uhr
In vielen der Berichte wird nicht genannt, welche Seite für die Gräueltaten verantwortlich war. (Symbolbild)
In vielen der Berichte wird nicht genannt, welche Seite für die Gräueltaten verantwortlich war. (Symbolbild)

Amman - Sie werden als menschliche Schutzschilde missbraucht und sind Opfer von Folter und Gewalt: Syrische Kinder sind laut einem Bericht der Kinderhilfsorganisation Save the Children von dem Konflikt in ihrem Land «schwer traumatisiert».

4 Meldungen im Zusammenhang
Kinder waren «Ziel brutaler Angriffe, haben ihre Eltern, Brüder, Schwestern und andere Kinder sterben sehen oder haben Folterungen beobachtet», heisst es in einem am Dienstag vorgestellten Bericht der in Grossbritannien ansässigen Organisation.

Darin lässt die Organisation 18 Kinder und Jugendliche zu Wort kommen, die die Schrecken in ihrer Heimat erlebt haben und vor dem Bürgerkrieg geflohen sind. Den Berichten zufolge sind einige von ihnen selbst Opfer von Folter geworden.

So berichtet ein 15-Jähriger, er sei in seiner früheren Schule gefoltert worden, die in ein Folterzentrum umfunktioniert worden sei. Zehn Tage sei er dort ohne Nahrungsmittel eingeschlossen, an den Handgelenken aufgehängt und geschlagen worden.

«Einer nach dem anderen drückten sie ihre Zigaretten auf mir aus», berichtete der Jugendliche. Ein 14-Jähriger berichtete, er habe «nach einem Massaker überall Körperteile gefunden», die von Hunden gefressen worden seien. Ein 16-Jähriger berichtete von einem Sechsjährigen, der «schwerer als jeder andere gefoltert wurde» und nach drei Tagen gestorben sei.

Psychologische Hilfe in Flüchtlingslagern

In vielen der Berichte wird nicht genannt, welche Seite für die Gräueltaten verantwortlich war. In den meisten Fällen wurden solche Verbrechen bislang den Regierungstruppen oder mit ihnen verbündeten Milizionären zugeschrieben.

Save the Children wurde nach eigenen Angaben der Zugang nach Syrien verweigert. Die Aussagen der Kinder deckten sich aber mit den von der UNO und Menschenrechtsorganisationen dokumentierten Verstössen. Die Organisation forderte die Vereinten Nationen auf, ausreichend Personal nach Syrien zu schicken, um die Verstösse gegen die Rechte der Kinder noch besser zu dokumentieren.

«Jedes gegen Kinder gerichtete Verbrechen muss erfasst werden, um eine deutliche Botschaft an alle Seiten in dem Konflikt zu senden, dass diese Gräueltaten nicht geduldet werden», betont Save the Children. Die Kinderhilfsorganisation stellt den betroffenen Kindern in den Flüchtlingslagern in den Nachbarländern Syriens psychologische Hilfe zur Verfügung.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Der neue internationale Syrien-Beauftragte, Lakhdar Brahimi, hat am Montag erstmals den UNO-Sicherheitsrat ... mehr lesen
Der Syrienbeauftragte der UNO, Lakhdar Brahimi, berichtete heute vor dem Sicherheitsrat über seinen Besuch in Syrien.
Amnesty wirft Syrien wahllose Angriffe auf Zivilisten vor.
Beirut - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der ... mehr lesen
Genf - Der Präsident der vom UNO-Menschenrechtsrat berufenen Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro, hat ein dramatisches Bild der Menschenrechtslage in Syrien gezeichnet. Die Menschenrechtsverletzungen hätten in den letzten Wochen massiv zugenommen, sagte er am Montag in Genf. mehr lesen 
Beirut - Syrische Regierungsgegner haben am Mittwoch eine Reihe von Videoaufnahmen veröffentlicht, die Gräueltaten ... mehr lesen
Verbrannte Körperteile und auch männliche Geschlechtsorgane wurden im Abfall gefunden. (Symbolbild)
«Die Leute haben Angst davor, was passiert, wenn Boko Haram die Sicherheitskräfte besiegt.»
«Die Leute haben Angst davor, was ...
Boko Haram startet Offensive  Kano/Addis Abeba - Die nigerianische Islamisten-Terrororganisation Boko Haram hat nach Berichten von Augenzeugen einen neuen Angriff auf die Millionenstadt Maiduguri begonnen. Boko-Haram-Kämpfer stürmten demnach in die Hauptstadt des Bundesstaates Borno im Nordosten Nigerias und lieferten sich Gefechte mit Soldaten. 
UNO unterstützt Militäreinsatz gegen Boko Haram Addis Abeba - Die UNO hat der Afrikanischen Union (AU) ihre volle ... 1
Über hundert Tote nach Gefecht mit Boko Haram N'Djamena - Bei Angriffen der Terrorgruppe Boko Haram auf eine tschadische ...
Afrikanische Staaten wollen UNO-Mandat für Truppe Niamey - Mehrere afrikanische Staaten wollen eine multinationale Truppe ...
Japans Regierungschef Abe reagiert mit Abscheu auf Tat  Kairo/Tokio - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Internet ein Video veröffentlicht, das die ...  
Regierungschef Shinzo Abe: «Wir werden dem Terrorismus nicht nachgeben.»
Neues IS-Video soll Enthauptung zweiter japanischer Geisel zeigen Tokio - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat offenbar ihre zweite japanische Geisel getötet. Am ... 1
Terrormiliz IS hat offenbar eine japanische Geisel getötet Washington - Die Terrormiliz Islamischer Staat soll eine der ...
Mutter von japanischer IS-Geisel fleht um Gnade Tokio - Kurz vor dem Ablauf eines Ultimatums für zwei Japaner in den ...
Titel Forum Teaser
  • Augenzeuge aus Gränichen 7
    Alles falsch Deine Pseudo Wissen sind total falsch. Ich kann dir auch sagen, dass du ... heute 14:17
  • kubra aus Berlin 3198
    Eine abenteuerliche Aneinanderreihung russischer Propagandaperlen haben Sie da ... heute 13:59
  • HeinrichFrei aus Zürich 360
    Kriegsmaterialexporte im Zweiten Weltkrieg und heute? Ins Pulverfass des Nahen Ostens Vor 70 Jahren wurde Auschwitz befreit, wo so viele Menschen den Tod ... heute 11:32
  • Augenzeuge aus Gränichen 7
    Falsche Interpretation Deine Interpretation über diese Kriese ist total falsch. Ukrainisch ist ... heute 10:32
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2740
    Jede... Erpressung und jede Ermordung von Geiseln muss zu kompromisslosen ... heute 08:27
  • kubra aus Berlin 3198
    Mat-rose Reden wir besser nicht über die verschiedenen Definitionen einer ... heute 03:27
  • Kassandra aus Frauenfeld 1155
    Wenn die Ukraine das Urspungsland der Russen ist, dann tötet man doch seine Väter und ... gestern 18:27
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2740
    V. Putin... muss sich natürlich fragen ob es an ihm liegt, wenn er aus dem Kreis ... gestern 18:16
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich -4°C -4°C bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Basel -3°C -3°C bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen -2°C -2°C bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Bern -1°C 1°C bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Luzern -0°C 0°C bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Genf 0°C 2°C bedeckt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Lugano -0°C 6°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten