Syrien
Syrische Regierung will mit gesperrten Geldern Lebensmittel kaufen
publiziert: Dienstag, 6. Aug 2013 / 17:53 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 6. Aug 2013 / 18:19 Uhr
Syrien muss mit einem Preisaufschlag bei Weizen von 5 bis 10 Prozent rechnen.
Syrien muss mit einem Preisaufschlag bei Weizen von 5 bis 10 Prozent rechnen.

London - Die syrische Regierung versucht, mit Geld aus ihren eingefrorenen Auslandskonten dringend benötigte Lebensmittel zu kaufen. Wie aus der Nachrichtenagentur Reuters vorgelegten Dokumenten hervorgeht, haben syrische Behördenstellen Angebote für Weizen, Zucker und Reis im Umfang von insgesamt mehr als 500'000 Tonnen ausgeschrieben.

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Darin heisst es, die Bezahlung werde aus gesperrten Auslandskonten mit Zustimmung der jeweiligen Länder erfolgen. Die Angaben wurden in Handelskreisen bestätigt.

Allerdings lagen widersprüchliche Aussagen darüber vor, ob es bereits unter diesen Bedingungen zu einer Vereinbarung gekommen sei. Einige Händler warteten auf den Ausgang von Geschäften, die laut den Unterlagen im August abgeschlossen werden sollten.

Syrien droht wegen des anhaltenden Bürgerkriegs die schlechteste Ernte seit drei Jahrzehnten. Schon jetzt ist die Lage angespannt. So erklärte das Welternährungsprogramm (WFP), wegen der Kämpfe werde die UNO-Organisation im Juli nicht wie geplant drei Millionen Menschen mit Lebensmitteln versorgen können.

Tatsächlich habe man nur 2,4 Millionen erreicht, im Vormonat seien es noch 2,5 Millionen Menschen gewesen, erklärte die UNO-Organisation vergangene Woche. Immer weniger Regionen seien für die Helfer noch zugänglich.

Nahrungsprobleme wegen eingeschränkten Bankenverkehrs

Zwar fallen Lebensmittel nicht unter die internationalen Sanktionen. Die Einschränkungen des Bankenverkehrs machen jedoch auch diese Käufe schwierig. Vor dem Beginn des Konflikts verfügte die Regierung in Damaskus über ausländische Devisenreserven im Wert von 16 bis 18 Milliarden Dollar.

Der Zugriff auf die gesperrten Gelder könnte nur mit dem Einverständnis der jeweiligen Staaten wie Frankreich oder Italien stattfinden, wo die Konten liegen. Die Regierung in Paris nahm nicht zu den Angaben Stellung.

Ein Sprecher der italienischen Regierung sagte, bislang seien keine Mittel aus den syrischen Konten freigegeben worden. «Wir werden sehen, was in der Zukunft geschieht», sagte er. Eine US-Sprecherin erklärte, man werde «legitime humanitäre Hilfe» zulassen. Die EU verwies auf die einzelnen Mitgliedsstaaten.

Aus europäischen Handelskreisen verlautete, ein Abkommen mit Syrien über den Verkauf von Weizen erhalte einen Preisaufschlag von fünf bis zehn Prozent. Damit müssten zum Beispiel für 200'000 Tonnen zusätzlich fünf Millionen Dollar bezahlt werden. «Trotz der Risiken und des Konflikts ist Syrien immer noch ein lukrativer Markt, den man nur schwer ignorieren kann», sagte der Insider.

 

(fest/sda)

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