Syrische Regierungstruppen in Aleppo auf dem Vormarsch
publiziert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 12:30 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Aug 2012 / 18:55 Uhr
Die Hälfte der Stadt ist von Regimetruppen eingekreist worden.
Die Hälfte der Stadt ist von Regimetruppen eingekreist worden.

Damaskus/Beirut - Die syrische Armee hat offenbar ihre lange angekündigte Bodenoffensive gegen die Rebellen in der Stadt Aleppo begonnen. Die Armee drang am Mittwoch mit Panzern in den Stadtteil Salaheddin ein, der bislang als Hochburg der Aufständischen galt.

8 Meldungen im Zusammenhang
Nach Angaben von Regierungsseite gelang es der Armee, weite Teile des Stadtteils zu erobern. Die syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, die Armee habe die Kontrolle über Salaheddin errungen. Viele «Terroristen» seien getötet oder verhaftet worden.

Von Seiten der Aufständischen gab es unterschiedliche Berichte. Während einige den Rückzug der Rebellen in andere Stadtteile Aleppos bestätigten, bestritten andere diese Informationen. Es gab Berichte, wonach neben Salaheddin auch andere Stadtteile weiter heftig umkämpft seien. Eine Oppositionsgruppe im Ausland sprach von den schwersten Kämpfe seit Beginn der Schlacht um Aleppo.

Der Angriff erfolgte einen Tag nachdem sich Präsident Baschar al-Assad zum ersten Mal seit zwei Wochen im Staatsfernsehen gezeigt hatte. In den vergangenen Tagen hatte die Regierung an die 20'000 Soldaten um Aleppo zusammengezogen. Ihnen gegenüber stehen etwa 6000 bis 8000 Rebellen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte den Einsatz schwerer Waffen in den Wohngebieten der Stadt. Die Organisation veröffentlichte in ihrem jüngsten Bericht Satellitenbilder aus der nordsyrischen Metropole, die 600 Einschlagkrater zeigen, die von schwerkalibrigen Artilleriegranaten stammen.

Neue diplomatische Bemühungen

Unterdessen kündigte die französische Regierung eine weitere Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats zu Syrien an. Als Termin für das Treffen auf Ebene der Aussenminister nannte Paris am Mittwoch den 30. August. Die Teilnahme Russlands und Chinas ist UNO-Diplomaten zufolge noch nicht gesichert.

Die Regierung in Teheran gab bekannt, am Donnerstag in Teheran mit den Vertretern von rund einem dutzend Ländern über Syrien beraten zu wollen. Syriens Nachbarland Libanon hatte eine Teilnahme ebenso abgelehnt wie der scheidende UNO-Sonderbotschafter für Syrien, Kofi Annan.

Im Streit um die in Syrien entführten Iraner, räumte der iranische Aussenminister Ali Akbar Salehi gleichentags ein, dass einige der Entführten pensionierte Revolutionsgarden seien. Doch hätten sie sich zum Besuch schiitischer Heiligtümer in Damaskus aufgehalten, sagte Salehi der iranischen Nachrichtenagentur ISNA.

Syrische Rebellen hatten die Iraner vor einigen Tagen gefangengenommen. Sie verdächtigen die Führung in Teheran, sie als Kämpfer eingeschleust zu haben, um den Verbündeten Assad an der Macht zu halten.

Die Regierung in Amman bestätigte unterdessen offiziell, dass sich Assads geflohener Ex-Ministerpräsident Riad Hidschab in Jordanien aufhält. In einer spektakulären Aktion hatte sich Hidschab vor wenigen Tagen ins Ausland abgesetzt und den Aufständischen angeschlossen.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Amman - Im Syrien-Konflikt ist es am Freitagabend zu einem Grenzgefecht zwischen der syrischen Armee und ... mehr lesen
Syrischer Soldat. (Archivbild)
Zitadelle von Aleppo. (Archivbild)
Beirut - Die syrische Armee hat gemäss der Opposition die Zitadelle von Aleppo mit einer Mörsergranate beschädigt. Das zum ... mehr lesen
Aleppo - In Syrien haben sich die Aufständischen in der Wirtschaftsmetropole Aleppo nach eigenen Angaben vollständig aus dem ... mehr lesen
Aktivisten hatten heftige Kämpfe im syrischen Aleppo gemeldet. (Symbolbild)
Die nordsyrische Metropole Aleppo.
Damaskus/Aleppo - Um die Kontrolle der nordsyrischen Metropole Aleppo wird ... mehr lesen
Beirut - Die Macht des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad schwindet. Nach dem syrischen Regierungschef haben ... mehr lesen
Rauchwolken über Damaskus. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Aleppo - In der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo hat es auch am Sonntag wieder heftige Gefechte gegeben. Die Armee von Präsident Baschar al-Assad beschoss am Morgen das Viertel Salaheddin, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London berichtet. mehr lesen 
Washington - Die Schlacht um die syrische Metropole Aleppo ist laut Einschätzung der US-Regierung eine «ernsthafte Eskalation» der Lage in dem Land. Der Einsatz von Militärflugzeugen, Helikoptern und Panzern gegen Zivilisten zeige, dass das Regime von Baschar al-Assad nicht mehr behaupten könne, lediglich vereinzelte Aufständische zu bekämpfen. mehr lesen 
Erinnerungen an Breiviks Terroranschläge vor drei Jahren werden wach
Erinnerungen an Breiviks Terroranschläge vor drei Jahren werden wach
Alarmbereitschaft  Oslo - Das norwegische Innenministerium hat am Donnerstag die Öffentlichkeit vor einer möglichen Terroraktion von Islamisten in den kommenden Tagen gewarnt. Es gebe eine Drohung, die sich aber nicht gegen konkrete Menschen oder Organisationen richte. 
Immer mehr Menschen fliehen  New York - Die Lage im Südsudan hat sich nach Angaben der Vereinten Nationen zu einer ...  
Salva Kiir und sein Widersacher Riek Machar unterzeichnete ein Friedensabkommen mit - trotzdem bessert sich die Lage im Südsudan nicht.
Zurückgetreten  Kiew - Mitten in der schweren politischen Krise hat der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk den Rücktritt seiner Regierung erklärt. Er ziehe die Konsequenzen aus der Auflösung der Regierungskoalition, erklärte Jazenjuk am Donnerstag im Parlament in Kiew.  
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 14°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 12°C 21°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
St.Gallen 14°C 23°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 15°C 25°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 16°C 25°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 17°C 25°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Lugano 19°C 24°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten