Vor syrischer Moschee
Syrische Soldaten töten mindestens 30 Gläubige
publiziert: Mittwoch, 25. Jul 2012 / 09:24 Uhr
Tausende Soldaten sollen auf dem Weg in die Stadt Aleppo sein.
Tausende Soldaten sollen auf dem Weg in die Stadt Aleppo sein.

Damaskus - Syrische Regierungstruppen haben laut Aktivisten am Dienstagabend nahe der nordwestlichen Stadt Hama in eine Menge von Gläubigen geschossen, als diese eine Moschee betreten wollten. Beim Angriff starben mindestens 25 Menschen, 10 weitere wurden verletzt.

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Der Angriff ereignete sich gemäss Angaben von Oppositionellen in einem Dorf nordwestlich von Hama. Soldaten und Angehörige der Schabbiha-Milizen hätten mit Gewehren auf Gläubige geschossen, die am Abendgebet im Fastenmonat Ramadan teilnehmen wollten.

Rebellen in Hama sprachen von bisher 15 geborgenen Leichen. Weitere Tote würden noch in den Strassen liegen. Die Angaben können nicht überprüft werden, weil die syrische Führung die meisten unabhängigen Medien in dem Land verboten haben.

Oppositionelle berichteten zudem, dass sich Tausende Soldaten von einem Gebirgszug in der Provinz Idlib zurückgezogen hätten und auf dem Weg in die Stadt Aleppo seien. Die Finanzmetropole blieb lange von dem Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad verschont. Am Dienstag lieferten sich aber Rebellen und Soldaten auch dort Gefechte.

Die Türkei verlegte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan unterdessen eine Chemiewaffeneinheit an die Grenze zu Syrien. Das Aussenministerium in Damaskus hatte am Montag erstmals den Besitz von Chemiewaffen eingeräumt und erklärt, diese könnten gegen ausländische Streitkräfte eingesetzt werden. Gegen die Rebellen kämen sie dagegen nicht zum Einsatz.

Vertrauter Assads bestätigt Flucht

Ein enger Vertrauter von Präsident Assad bestätigte unterdessen seine Flucht aus Syrien. Der ehemalige Brigadekommandant Manaf Tlass sagte dem Fernsehsender Al-Arabija, die Syrer müssten jetzt zusammenarbeiten, um ein neues, demokratisches Land aufzubauen.

Es war sein erster öffentlicher Auftritt, seit er sich Anfang Juli ins Ausland abgesetzt hatte. Sein langes Schweigen liess Spekulationen aufkommen, ob er sich dem Aufstand anschliessen oder nur dem Bürgerkrieg entkommen wollte.

Tlass ist der ranghöchste Deserteur des syrischen Regimes seit Beginn des Aufstands vor 17 Monaten. Er war Mitglied der Republikanischen Garde und ist der Sohn des ehemaligen Verteidigungsministers Mustafa Tlass. Zu seinem Aufenthaltsort äusserte er sich nicht.

(bg/sda)

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