Warnung vor Militärschlag gegen Syrien
Syrische Verbündete warnen Westen vor Militärschlag
publiziert: Dienstag, 21. Aug 2012 / 20:05 Uhr
Säbelrasseln im Wahlkampf: US-Präsident Barack Obama droht unverhohlen mit Militärschlag.
Säbelrasseln im Wahlkampf: US-Präsident Barack Obama droht unverhohlen mit Militärschlag.

Beirut - Nach offenen US-Drohungen haben Syrien und seine Verbündeten den Westen eindringlich vor einem Militäreinsatz gewarnt. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow lehnte am Dienstag in Moskau einseitige Gewalt ab.

9 Meldungen im Zusammenhang
Er betonte, das Völkerrecht dürfe unter keinen Umständen verletzt werden. Darin bestehe Einigkeit mit China, sagte Lawrow bei einem Treffen mit einem chinesischen Spitzendiplomaten.

Die Syrien-Unterstützer Russland und China bemühen sich nach Kräften, die internationalen Anstrengungen zum Ende der Krise innerhalb der UNO zu halten, weil sie im Sicherheitsrat mit ihrem Veto harte Resolutionen gegen Syrien verhindern können.

Mehrere westliche und arabische Länder sind dagegen zunehmend frustriert über die Blockade in dem UNO-Gremium und bemühen sich um Alternativen, um Druck auf Präsident Baschar al-Assad auszuüben.

Offen wie nie zuvor hatten die USA am Montag mit einer Militäraktion in Syrien gedroht, falls dessen Massenvernichtungswaffen zur Gefahr für Israel würden. Damaskus tat die Aussagen laut Staatsagentur Sana als «Wahlkampfgeschwätz» ab.

Syrien warf dem Westen zudem vor, Berichte über Chemiewaffen in dem arabischen Land als Vorwand für eine militärische Invasion zu missbrauchen. «Der Westen sucht nach einer Ausrede, um sich direkt in die Angelegenheiten unseres Landes einzumischen», sagte Vizeregierungschef Kadri Dschamil am Dienstag bei einem Besuch in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Grosses Chemiewaffenarsenal

Der US-Geheimdienst CIA schätzt, dass Syrien über mehrere hundert Liter chemischer Kampfstoffe verfügt, unter anderem über Senfgas, Tabun und das Nervengas Sarin - das grösste Chemiewaffenarsenal im Nahen Osten.

In ungekannter Offenheit hatte das Assad-Regime dies Mitte Juli eingeräumt, als weltweit die Angst wuchs, der bedrängte Machthaber könnte diese Waffen gegen die Aufständischen einsetzen. Schon damals warnte Obama Assad vor einem «tragischen Fehler». Die Welt sehe genau hin und werde das Regime zur Verantwortung ziehen.

Verhandlungen über Rücktritt von Assad

Syrien zeigt nach Angaben von Dschamil aber auch Verhandlungsbereitschaft. «Alle Probleme können bei Verhandlungen besprochen werden», sagte der Vizeregierungsschef am Dienstag. «Wir sind sogar bereit, dieses Thema zu diskutieren», ergänzte er mit Blick auf einen möglichen Rückzug Assads.

Verhandlungen mit der Opposition könne es jedoch nicht geben, sollte ein Rücktritt Assads zur Bedingung für solche Gespräche gemacht werden.

Kämpfe schwappen auf Libanon über

Syrische Aktivisten meldeten am Dienstag heftige Gefechte aus der Provinz Aleppo. Regierungstruppen sollen demnach landesweit 60 Menschen getötet haben. Auch zwei ausländische Journalisten, eine Japanerin und ein Türke, kamen am Dienstag ums Leben.

In einem vormals umkämpften Vorort von Damaskus entdeckten Aufständische 40 Leichen. Bei den Toten, die in dem Keller eines Gebäudes in Moadhamijat al-Scham gefunden worden seien, handle es sich um Opfer der Truppen des Regimes, teilte die Allgemeine Kommission der Syrischen Revolution mit.

Im benachbarten Libanon wurden in der Stadt Tripoli bei nächtlichen Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern der syrischen Revolution drei Menschen getötet und mehr als 30 verletzt, wie Polizisten und Spitalärzte berichteten. Das Militär hatte eingreifen müssen, um die verfeindeten Gruppen zu trennen.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - In Syrien haben Rebellen am Dienstag nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur SANA eine ... mehr lesen
Barack Obama sagte, der Rückgriff auf C-Waffen wäre unakzeptabel.
Beirut - Die syrische Regierung ist mit der Ernennung des Algeriers Lakhdar Brahimi zum Sondergesandten der Vereinten ... mehr lesen
Lakhdar Brahimi
Beirut - In der umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo ist eine japanische Journalistin getötet worden. Die 45-jährige Mika ... mehr lesen
Japanische Kriegs-Reporterin in nordsyrischer Stadt Aleppo getötet.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Unaufhörliche Kämpfe in Syrien. (Archivbild)
Damaskus - Ein neuer Zwischenfall mit einem Nachbarland Syriens sorgt für ... mehr lesen
Damaskus - Die UNO-Beobachtermission in Syrien (UNSMIS) ist offiziell beendet. Das Mandat der Mission, an der in ... mehr lesen
Die UNO-Beobachter verlassen Syrien.
Lakhdar Brahimi machte auf die vielen offenen Fragen aufmerksam. (Archivbild)
Beirut - Der neue UNO-Syriengesandte Lakhdar Brahimi hat Klarheit darüber verlangt, welche Unterstützung er von der UNO für ... mehr lesen
New York/London - Die USA und Grossbritannien haben dem neuen Syrien-Sondergesandten Lakhdar Brahimi ihre Unterstützung zugesichert. Auch die Schweiz begrüsste am Freitag die Ernennung des Algeriers zum Nachfolger von Kofi Annan. mehr lesen 
Die Polizei ging Hinweisen nach, welche besagten, dass eine ...
Verdächtige wurden festgenommen  Mexiko-Stadt - Drogenkrieg in Mexiko: Bei heftigen Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und mutmasslichen Bandenmitgliedern kommen im Westen des Landes mehr als 40 Menschen ums Leben. 
Keine Einigung  New York - Die Überprüfungskonferenz ...
Die Einrichtung einer atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten bekam von einigen Ländern keine Zustimmung.
Friedensverhandlungen sollen beschleunigt werden  Bogotá - Nach einem Angriff der kolumbianischen Streitkräfte auf ein Lager der FARC-Guerilla ...  
Bombe gezündet  Riad - Ein Selbstmordattentäter hat in einer schiitischen Moschee ...  
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 6°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 3°C 13°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 7°C 13°C bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 6°C 16°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 9°C 15°C bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 11°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 14°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten