20-Dollar-Linsenaufsatz
System für schnelle Diagnose per Smartphone
publiziert: Donnerstag, 13. Mrz 2014 / 00:01 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 13. Mrz 2014 / 17:47 Uhr
Handy: lässt sich noch vielseitiger nutzen.
Handy: lässt sich noch vielseitiger nutzen.

Houston - Forscher der University of Houston arbeiten an einem System, dank dem Smartphones in Zukunft eine Echtzeit-Diagnose von Krankheiten ermöglichen könnten.

3 Meldungen im Zusammenhang
Herzstück der Lösung ist ein lichtempfindliches Glasplättchen mit einer speziell strukturierten Goldbeschichtung, das mittels Antikörpern Krankheitserreger sichtbar macht. Dazu ist noch ein einfacher Detektor nötig, wofür langfristig ein Smartphone mit einem 20-Dollar-Linsenaufsatz ausreichen soll. Das wäre eine sehr günstige Alternative zu grossen Laborsystemen.

Das System beruht darauf, durch in einer Probe enthaltene Krankheitserreger bestimmte Teilbereiche des Plättchens lichtundurchlässig zu machen. Um festzustellen, wo kein Licht mehr durchdringt und welche Erreger demnach in einer Probe zu finden waren, reicht schon jetzt ein einfaches Mikroskop. Daher gehen die Forscher davon aus, dass mit einem entsprechend angepassten, günstigen Linsenaufsatz auch eine Smartphone-Kamera ausreicht - während Laborsysteme teils hunderttausende Euro kosten.

Goldene Erreger-Falle

Die Forscher haben das Plättchen zunächst in einem mehrstufigen Verfahren unter Nutzung von Fotolack und Interferenzmustern mit einem goldenen Netz überzogen, das lichtdurchlässige Löcher hat. Dann hat das Team dafür gesorgt, dass in diesen 600 Nanometer grossen Löchern Antikörper hängen bleiben. Dank diesen wird das goldene Netz zur Falle für Krankheitserreger, die in einer Probe enthalten sind. Denn sie bleiben an passenden Antikörpern hängen.

Um beispielsweise Bakterien wirklich sichtbar zu machen, folgt auf die Probe eine zweite Schicht Antikörper, die sich an etwaig gefangene Erreger anhängen. Die Antikörper sind an Enzyme gekoppelt, die dann in einem Chemikalienbad Silber freisetzen. Dieses Silber macht das jeweilige Loch im Gold-Netz lichtundurchlässig - womit der zugehörige Detektor nachweisen kann, dass in der Probe der entsprechende Krankheitserreger zu finden war.

Potenzial trotz Hindernissen

Noch gilt es dem Chemietechniker Richard Willson zufolge, technische Hürden zu meistern. Eine Herausforderung ist es, wirklich genug Bakterien und Viren von Proben auf die Glasoberfläche zu bekommen. Doch ortet er grosses Anwendungspotenzial. Bei Industrieunfällen wäre es beispielsweise möglich, Plättchen vorzubereiten, die auf eventuell ausgetretene Schadstoffe reagieren. In unterentwickelten Regionen, wo keine oder zu wenig Labors zur Verfügung stehen, könnte das System wiederum breite Tests für gängige Krankheiten ermöglichen.

(bert/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Start-up will mit Echtzeit-Gesundheitskarten Ausbreitung bekämpfen.
eGadgets San Francisco/New York/Wien - Das ... mehr lesen
Daejon - Hightech-Smartphones wie ... mehr lesen
Überempfindlicher Smartphone-Touchscreen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Einschulung.
Einschulung.
Publinews    Wenn man von optimaler Begleitung von Schulkindern spricht, denken wohl die wenigsten Menschen an einen Schulthek. Der Inbegriff der Begleitung liegt immer noch im Mutter- oder Vaterbegriff begraben. mehr lesen  
Der Sehsinn gilt als wichtigster Sinn des Menschen. Rund 90 Prozent aller Umwelteindrücke hängen von den Augen ab. Trotzdem steigt die Anzahl an ... mehr lesen  
Wie man die Zukunft sieht...
ZHAW - Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften  Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen belegt die Schweiz im internationalen Vergleich die hinteren Plätze. Um Ränge gutzumachen, müssten Entscheidungsträger den digitalen Wandel aktiver mitgestalten, so das Fazit einer neuen ZHAW-Studie. mehr lesen  
Publinews Der Fachbegriff im Bereich der Medizin für eine Bindehautentzündung lautet Konjunktivitis. Diese entsteht selten durch eine Infektion. In den meisten Fällen ist sie eine allergische Reaktion auf unterschiedliche Substanzen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 3°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Basel 4°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
St. Gallen 1°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Bern 4°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Luzern 3°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 5°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Lugano 8°C 8°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten