Grosse Bedrohung
TIR an Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommens
publiziert: Freitag, 22. Jan 2016 / 10:40 Uhr
TIR-Projektmitarbeiterin Valeska Rudolph.
TIR-Projektmitarbeiterin Valeska Rudolph.

Vom 11. bis 15. Januar 2016 tagte in Genf der ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Circa 500 Vertreter von Regierungen und Organisationen diskutierten über die Regulierung des internationalen Handels mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.

2 Meldungen im Zusammenhang
Viele Tierarten sind infolge des wachsenden internationalen Handels mit lebenden Tieren oder Tierprodukten gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht.

Das CITES ist ein internationales Handelsübereinkommen, das zum Ziel hat, durch einen kontrollierten Handel den Bestand gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Es wurde 1973 in Washington unterzeichnet und von der Schweiz - als eines der ersten Mitgliedsländer - 1975 ratifiziert. Die durch CITES geschützten Arten werden grundsätzlich nach ihrem Gefährdungsgrad in drei Klassen bzw. in die Anhänge I-III eingeteilt. Rund 5600 Tier- und 30'000 Pflanzenarten unterliegen einem unterschiedlich starkem Schutz. Je nach Zuteilung ist der internationale Handel mit diesen Arten verboten oder eingeschränkt.

Wilderei und Handel mit lebenden Tieren

Die TIR befasst sich seit Sommer 2015 intensiv mit den Themen Wilderei und Handel mit lebenden Tieren, Jagdtrophäen und illegal erstandenen Tierprodukten wie Elfenbein, Nashornpulver etc.. Um dem enormen Tier- und Artenschutzproblem entgegenzutreten, bedarf es neben juristischem Know-how zwingend auch der Vernetzung und des Informationsaustauschs. Die TIR nahm zum ersten Mal als Beobachterin an einer CITES-Konferenz teil. Die 66. Zusammenkunft des ständigen Ausschusses stellte eine Vorbereitung auf die im September in Johannesburg stattfindende Vertragsstaatenkonferenz (sog. CoPs) dar, an der sämtliche Mitgliedstaaten vertreten sind und unter anderem Änderungen der Anhänge bezüglich Auf- und Herabstufung des Schutzstatus einzelner Arten beschliessen.

Zucht und Lebensbedingungen von Tieren in Gefangenschaft

An der diesjährigen Tagung standen Themen wie etwa die Zucht und Lebensbedingungen von Tieren in Gefangenschaft oder der Handel und Erhalt gewisser Arten - insbesondere von Elefanten, Nashörnern, Schuppentieren, asiatischen Grosskatzen, Saiga Antilopen und verschiedenen Haiarten - auf dem Programm. Für den Elefanten stellt vor allem der Handel mit Elfenbein eine grosse Bedrohung dar. Die Zahl der wegen ihrer Stosszähne getöteten Tiere ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Dennoch wird immer wieder über die Freigabe des Elfenbeinhandels diskutiert. Aufgrund der besorgniserregenden Dimension der Wilderei hat der ständige Ausschuss diese Debatte vergangene Woche jedoch erfreulicherweise ausgesetzt. Die Entscheidung über das weitere Vorgehen wird an der Vertragsstaatenkonferenz im September in Südafrika zu treffen sein.

Fang, Transport, Haltung oder Tötung exotischer Tiere

Die TIR wird die Arbeit der CITES-Organe weiter verfolgen und dabei darauf hinwirken, dass über den Artenschutz hinaus auch der Tierschutz nicht vergessen geht. Im Unterschied zum Artenschutz stellt der Tierschutz auf das einzelne Individuum und seine Unversehrtheit ab. Der weltweite Handel birgt neben Arten- auch enorme Tierschutzprobleme, insbesondere bezüglich Fang, Transport, Haltung oder Tötung exotischer Tiere.

(li/Tier im Recht)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - In Afrika sind im vergangenen Jahr mehr als 20'000 Elefanten wegen ihres Elfenbeins von Wilderern getötet worden. Dies hat ... mehr lesen
Fast wahllose Tötung der Elefanten - nur für Elfenbein.
Warnung vor verbotenen Souvenirs - Touristen sollten informiert sein. (Symbolbild)
Wien - Wer in den Urlaub fährt, bringt auch gern Souvenirs von fernen Ländern mit. Wie jedes Jahr warnen Umweltorganisationen, ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 17
Eine Kastrationspflicht für Katzen wurde im Ausland bereits an verschiedenen Orten erfolgreich eingeführt.
Eine Kastrationspflicht für Katzen wurde im Ausland bereits an verschiedenen ...
Jetzt Petition unterschreiben  Die Tierschutzorganisationen Network for Animal Protection (NetAP) und Stiftung für das Tier im Recht (TIR) fordern Bundesrat und Parlament auf, eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen einzuführen, um die übermässige Vermehrung von Katzen einzudämmen und so das Katzenleid in der Schweiz zu vermindern. mehr lesen 
Jagdtourismus  Seit Anfang des Jahres widmet sich die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) in einem neuen Projekt der Problematik der Wilderei und des Handels mit lebenden Tieren, Jagdtrophäen und illegal erstandenen Tierprodukten. mehr lesen  
TIR-Flyer Nr. 33  Das Mit- und Vorführen von Wildtieren in Zirkussen ist aus der Sicht des Tierschutzes höchst problematisch. Einerseits ist es kaum möglich, den Tieren im Rahmen des Zirkusbetriebs artgerechte Haltungsbedingungen zu bieten. mehr lesen  
Frauenrechtlerin Ada Wright in London, 1910: Alles könnte anders sein, aber nichts ändert sich.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
«Hier hätte ich noch eine Resistenz - gern geschehen!» Schematische Darstellung, wie ein Bakerium einen Plasmidring weiter gibt.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Obama in Hanoi mit der Präsidentin der Nationalversammlung, Nguyen Thi Kim Ngan auf einer Besichtigungstour: Willkommenes Gegengewicht zu China.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 15°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 14°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 14°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 13°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 14°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 14°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 18°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten