Laute Stimmen
TV: Demenzkranke erleben Gewalt wie Kinder
publiziert: Mittwoch, 13. Jan 2016 / 09:14 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 13. Jan 2016 / 10:24 Uhr
Puzzle: Demente ordnen TV-Programme schwer zu.
Puzzle: Demente ordnen TV-Programme schwer zu.

Fernsehproduktionen mit hohem Gewalt- und Action-Anteil wirken auf Demenzkranke ähnlich beängstigend wie auf Kinder. Das vermuten Forscher der Australian Catholic University und der Villa Maria Catholic Homes bereits vor der Veröffentlichung detaillierter Untersuchungsergebnisse.

Im Fokus der Wissenschaftler stand zunächst die Frage, ob TV-Sendungen mit einem hohen Gewaltanteil den gleichen Effekt auf Demenzkranke haben wie auch auf Kinder. Vor der Planung der Studie war auffällig, dass sich Bewohner von Pflegeanstalten bei diversen Programmen plötzlich aufregten. «Psychologen haben bereits den Einfluss von Gewalt in Fernsehsendungen und Videospielen auf Kinder untersucht. Wir wollen nun herausfinden, ob sich die Ergebnisse auch auf Menschen mit Demenzerkrankung übertragen lassen», erklärt Professor Colleen Doyle.

Auch Talkshows sind im Visier der Forscher, denn die gezeigten Diskussionen werden schnell hitzig und die Stimmen dabei erhoben. Patienten verbinden dieser Veränderungen im Tonfall meistens mit Streit. «Wenn ein Mensch eine begrenzte Vorstellung und zudem wenig Hörvermögen besitzt, interpretiert er das womöglich als eine heftige Auseinandersetzung in seiner Umwelt und möchte dann flüchten», unterstreicht Sue Sammartino vom VMCH.

Musicals vorteilhaft

Die Forscher empfehlen Musicals und Konzerte, wenn es um das Entertainment von Demenzkranken geht. Der Einfluss dieses Genres sei äusserst positiv und entspannend für die Patienten. Zwischen Januar und Juni 2016 sollen nun genauere Ergebnisse ermittelt und danach veröffentlicht werden. «Das ist ein wichtiges Thema und wir hoffen, dass unsere Forschungsarbeit positive Veränderungen für die Behandlung und das Leben älterer Patienten bringt, um eine maximale Lebensqualität herzustellen», sagt Yael Marhaim von der ACU. 

(pte)

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