TV-Sport auf dem Weg ins multimediale Zeitalter
publiziert: Mittwoch, 10. Mai 2006 / 16:40 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 10. Mai 2006 / 17:48 Uhr

Der TV-Sport ist in Bewegung. Mit dem Schritt ins multimediale Zeitalter und neuen Keyplayers wie der Swisscom wird die SRG gefordert wie kaum zuvor.

Urs Leutert ,	 Abteilungsleiter «Sport» beim SF, sieht eine neue Medien-Ära anbrechen.
Urs Leutert , Abteilungsleiter «Sport» beim SF, sieht eine neue Medien-Ära anbrechen.
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SRG Sport Portal
Neben News auch ein umfangreiches Video-on-demand-Angebot.
www.sport.sf.tv

«Wir müssen unsere Strategie überdenken», sagt Urs Leutert, der Leiter Sport SF. Leutert, zugleich Leiter der Business Unit Sport SRG SSR, die für den Erwerb resp. die Herstellung der Sportprogramme zuständig ist und diese finanziert, spricht an einer Medienkonferenz in Zürich von einer «rasanten Entwicklung, bei der alles noch viel schneller geht als erwartet. Free-TV, Pay-TV und Online laufen zusammen, dazu kommen noch die mobilen Dienste». In diesem galoppierenden Markt gilt es sich neu zu positionieren.

Wo ist die Grenze zwischen Fernsehen und mobilen Diensten? Was heisst überhaupt noch «Exklusivität»? Die Vertragsverhandlungen gestalten sich immer schwieriger. Die Rechte werden aufgesplittet in verschiedene Vektoren. Zwei Juristen sind fast permanent mit solch heiklen Fragen beschäftigt. Noch ist es nicht soweit wie in Belgien, wo die «Belgacom» (die belgische «Swisscom») die gesamten Fussballrechte gekauft hat und dem Fernsehen nur noch einen kleinen Teil zur freien Verwertung überlässt.

Schwierige Vertragsverhandlungen

Nach dem Ausstieg von Cablecom als Mitbieter sind die SRG und die Swisscom daran, das nationale Fussball-Paket (Football League und Fussballverband mit Länderspielen) aufzuteilen. Was die SRG ausschloss, ist die Übernahme von Teilrechten von Dritten (wie z.B. von Cablecom). Meist werden die Verhandlungen wieder direkt mit den Veranstaltern und weniger mit Agenturen geführt.

Die Verträge werden immer komplizierter. «Aus Verträgen sind Bücher geworden», sagt Leutert, «auf zwei Zeilen steht der Betrag und um was es geht, dann sind auf 50 Seiten die Verpflichtungen und Einschränkungen aufgelistet». Dazu kommen noch die technologischen Spezifikationen.

Fussball und Drei-Säulen-Prinzip

Obwohl Leutert sagt, dass von der Priorität her sich fast alles um Fussball, Fussball und nochmals Fussball dreht, gilt für ihn bei der Auswahl der Sportveranstaltungen das Drei-Säulen-Prinzip: 1. Anlässe mit Schweizer Sportlerinnen und Sportlern, 2. Sportveranstaltungen in der Schweiz und 3. internationale Sports-Events wie, ausser Fussball-WM und EM, Champions League, Formel 1, Tour de France, Leichtathletik und Ski-Weltcup.

Fast gleichzeitig laufen mit der Swiss Football League, dem Fussballverband, der UEFA und dem Eishockey-Verband die Verträge aus und mit Swiss-Ski nur noch ein Jahr weiter. Von der Super-League wird die SRG weiterhin 10 Live-Spiele (davon 6 mit Erstzugriffen) übertragen können. Gemäss Leutert ist die Zusammenarbeit Football League und SRG ein MUSS, für beide Seiten. SAT.1 wird zwar die von der Swisscom erworbenen Spiele vorerst vermutlich weiterhin ausstrahlen, dann herrscht aber beim einstigen «Fussballsender» Mattscheibe. Die Rechtekosten (zuerst 7 Millionen, später 2,5 Mio) plus über 100´000 Produktionskosten pro Match waren nicht mehr refinanzierbar. Wer für Swisscom die Spiele produzieren wird, ist noch offen.

Keine höheren Kosten

Trotz rauherem Marktumfeld will die SRG für die Rechte und die Produktion nicht mehr Geld aufwenden als bisher. Dem Spardruck fallen einige unilaterale Begleit-Programme zum Opfer. So wird es von der Ski-WM 2007 kein eigenes Studio und kein Magazin mehr geben. Nicht sparen will die SRG dagegen bei der Vielfalt (über 60 Sportarten!) und beim Produktionsstandard.

Wenig schmeichelhafte Wort findet Leutert für Swiss-Ski, wo die neue Führung laut ihm alles anders machen wolle als bisher: «Neueinsteiger und Bankdirektoren vergessen, dass, wenn man Rechte von Veranstaltungen hat, diese auch noch übertragen muss.» Allein am Lauberhorn wendet die SRG Jahr für Jahr über eine Million für die Produktion auf.

Im Eishockey, wo die Rechte (TV, Radio, Internet) vom Verband neu ausgeschrieben wurden, sind die Knackpunkte die Playoffs. Wegen Terminüberschneidungen (u.a. mit dem FC Basel im UEFA-Cup) wurden vier Spiele auf Online live übertragen mit bemerkenswerten Zugriffen von 25´000 pro Match.

Erfolgreiche Internet-Plattform

Überhaupt zieht die SRG mit ihrem Portal www.sport.sf.tv mit einem umfassenden Added Value zum TV-Sport eine erfreuliche Zwischenbilanz. Dazu gehören neben aktuellen News, Tabellen und Dokumenationen ein umfangreiches Video-on-demand-Angebot und ein Video-Archiv, ausgenommen Formel 1 und Champions-League (noch keine Online-Rechte).

Allein am 20. Februar 2006 (Olympia-Riesenslaloms Frauen und Männer) erreichte die Seite eine halbe Million Page-Impressions. Das interaktive 3D-Game «Ski-Challenge» wurde nicht weniger als 250´000 Mal runtergeladen. Mit der Bewirtschaftung des Teletexts (neu von Zürich statt von Biel aus mit 10 bis 12 Personen auf 7 Stellen) soll weiterer Mehrwert geschaffen werden.

(fest/Si)

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Sämtliche Sendungen werden im Format 16:9 zu sehen sein. Eine Zukunftsentscheidung, so Urs Leutert.
 
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