Tabakwerbeverbot in Deutschland
publiziert: Mittwoch, 18. Mai 2005 / 20:36 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 18. Mai 2005 / 22:20 Uhr

Berlin - Die deutsche Regierung hat ein fast vollständiges Verbot von Tabakwerbung beschlossen. Wie das deutsche Konsumentenschutzministerium in Berlin mitteilte, soll das Gesetz diverse Produkte und Veranstaltungen betreffen.

Renate Künast rechtfertigte das Werbeverbot vor allem mit dem Jugendschutz.
Renate Künast rechtfertigte das Werbeverbot vor allem mit dem Jugendschutz.
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So soll Werbung für Tabakprodukte in Zeitungen, Magazinen, auf dem Internet und bei grenzüberschreitend übertragenen Sportveranstaltungen ab dem Sommer nicht mehr zulässig sein.

Die deutsche Verbraucherschutzministerin Renate Künast rechtfertigte das Werbeverbot vor allem mit dem Jugendschutz: Wir müssen alles tun, damit vor allem Jugendliche gar nicht erst anfangen zu rauchen, erklärte sie. Deshalb unterstütze ich das Verbot von Werbung, die Rauchen als chic darstellt.

Mit dem Gesetz erfüllt die deutsche Regierung die Vorgaben einer EU-Richtlinie, die bis Ende Juli umgesetzt werden muss. Die Regierung hatte gegen diese im September 2003 vor dem Europäischen Gerichtshof aus formellen Gründen geklagt.

Berlin wirft der EU-Kommission eine Überschreitung ihrer Regelungskompetenz vor. Ein Entscheid steht noch aus. Bis dahin müssen die EU-Regeln in jedem Fall eingeführt werden. Künast sprach sich dafür aus, an der im September anstehenden nächsten Erhöhung der Tabaksteuer festzuhalten.

Schon seit 1964 ist in Deutschland die Tabakwerbung in Radio und Fernsehen verboten, die in anderen Ländern nach den EU-Vorgaben nun auch untersagt werden muss. Gleichzeitig darf die Industrie in Deutschland schon bisher nicht gezielt Jugendliche unter 18 Jahren ansprechen.

In der Schweiz lehnte es der Nationalrat im Dezember 2003 ab, die Tabakwerbung nach europäischem Vorbild einzuschränken. Der Rat lehnte eine entsprechende Einzelinitiative mit 92 zu 85 Stimmen ab.

(bert/sda)

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