Blended Learning in Afrika
Tablet-Projekt soll Bildung revolutionieren
publiziert: Dienstag, 2. Feb 2016 / 14:32 Uhr
Der Unterricht mit Tablets stellt eine markante Optimierung des Bildungswesens dar.
Der Unterricht mit Tablets stellt eine markante Optimierung des Bildungswesens dar.

Integriertes Lernen kann die Bildung revolutionieren. Mit Unterstützung der Stavros Niarchos Foundation leitet World Vision Schweiz in Sambia ein Tablet-Projekt.

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Blended Learning mit der Stavros Niarchos Foundation
Die Stavros Niarchos Foundation unterstützt ein Blended Learning-Projekt von World Vision Schweiz
www.snf.org

Fast 400 Kinder gehen in der Peleti-Primarschule im Norden Sambias zur Schule. Die durchschnittliche Klassengrösse von 80 Kindern ist dabei keine Seltenheit. Von den fünf Lehrpersonen ist zudem nur eine richtig ausgebildet. Die anderen sind als Hilfslehrer angestellt und bringen nur eine minimale oder gar keine Ausbildung mit. Zudem fehlt es neben dem Lehrermangel auch an Schulmaterial.

Die Folgen sind drastisch: Obwohl viele Kinder in die Schule gehen, können in der 6. Klasse nur drei von zehn Schülern einen einfachen Text lesen und verstehen. Nach Ende der obligatorischen Schulzeit fallen bis zu 90% Schüler durch die Abschlussprüfungen - eine selbstbestimmte Zukunft mit eigenem Einkommen rückt in weite Ferne.

Unterricht in drei Gruppen

Um diese Probleme zu lösen, braucht es neue, moderne Unterrichtsformen. World Vision Schweiz hat dies erkannt und versucht, die Qualität der Bildung in Afrika mittels «Blended Learning» (engl. für integriertes Lernen) langfristig zu verbessern. Diese neue Lernform stellt eine markante Optimierung des bisherigen Frontalunterrichts dar. Ziele sind unter anderem kinder-fokussierte und aktive Lernmethoden zu generieren und interaktives Lernen zu fördern.

Mit der Unterstützung der Stavros Niarchos Foundation kann World Vision Schweiz im nördlichen Sambia nun ein innovatives Projekt zur Einführung von Tablet-PCs im Primarschullehrplan umsetzen. Der Unterricht findet in drei Gruppen statt. Während sich eine Gruppe mit Lektionen am Tablet auseinandersetzt, kann eine andere Gruppe Inhalte diskutieren und eine letzte Gruppe erhält Frontalunterricht von der Lehrperson.

Die verwendete Software stammt vom lokalen Entwickler iSchool, ist von der staatlichen Schulbehörde geprüft und enthält den gesamten Primarschullehrplan des Landes sowie Unterrichtspläne für die Lehrperson. Im Rahmen des Projektes profitieren an 3 Schulen rund 1 300 Schülerinnen und Schüler von der modernen Unterrichtsmethode.

Auch Staatspräsident steht hinter Projekt

Der Einsatz der Tablets, der sogenannten ZEduPads, bringt viele Vorteile mit sich, wie der Projektbericht von iSchool zeigt, der mit der international anerkannten EGRA (Early Grade Reading Assessment)-Methode durchgeführt wurde. Zum Beispiel stieg das Leseverständnis der Kinder innerhalb eines Jahres von 30 auf fast 90 Prozentpunkte an. Der Staatspräsident von Sambia, Edgar Lungu, formulierte denn auch in einer Rede an das Parlament im September 2015, dass 2017 50 Prozent der Kinder im Land Zugang zu ZEduPads haben werden. «Das Ziel muss es sein, das Projekt auf weitere Schulen auszuweiten und mittelfristig auch in anderen Ländern zu implementieren», erklärt auch Roland Diethelm, Leiter Stiftungen bei World Vision Schweiz.

World Vision Schweiz kann dieses Projekt in Sambia dank der Stavros Niarchos Foundation implementieren. Die Stiftung ist eine der weltweit führenden internationalen privaten philanthropischen Organisationen, welche Projekte in den Bereichen Kunst und Kultur, Bildung, Gesundheit und Sport, und sozialer Wohlfahrt unterstützt. Schon 2006 - 2008 konnte World Vision Schweiz für ein Mikrokredit-Programm in Armenien mit der SNF zusammenarbeiten.

(sk/World Vision)

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