Tadic kritisiert Regierung wegen Mladic
publiziert: Donnerstag, 4. Mai 2006 / 17:27 Uhr

Belgrad - Der serbische Präsident Boris Tadic hat der Regierung vorgeworfen, die Beziehungen des Landes zur Europäischen Union (EU) zu gefährden.

Der serbische Präsident Boris Tadic.
Der serbische Präsident Boris Tadic.
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Damit würden sich die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft zerschlagen. Anlass für seine Kritik ist die Tatsache, dass der wegen Kriegsverbrechen gesuchte frühere General der bosnischen Serben, Ratko Mladic, noch immer nicht gefasst ist.

Die Entscheidung der EU vom Mittwoch, die Gespräche über engere Beziehungen zu Serbien auszusetzen, sei ein Ergebnis gebrochener Zusagen der Regierung von Ministerpräsident Vojislav Kostunica, erklärte Tadic.

«Dass es die Regierung trotz ihres Versprechens nicht geschafft hat, General Mladic festzunehmen, schadet der Vertrauenswürdigkeit Serbiens in den internationalen Beziehungen.»

Rivale von Kostunica

Tadic ist ein politischer Rivale Kostunicas. Auch Vize- Regierungschef Miroljub Labus hat seinem Koalitionspartner Passivität im Fall Mladic vorgeworfen und ist deswegen am Mittwoch zurückgetreten.

Kostunica sagte, die EU habe überreagiert. Es sei unfair, Serbien zu bestrafen, während die Regierung alles unternehme, um Mladic zu fassen. Der Ex-General ist vom UNO-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Völkermordes im bosnischen Bürgerkrieg angeklagt.

(ht/sda)

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