Tage der Entscheidung in der Tour
publiziert: Dienstag, 18. Jul 2006 / 00:01 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 18. Jul 2006 / 08:23 Uhr

Floyd Landis gibt sich vor den drei schweren Etappen mit elf Bergpreisen der höchsten Kategorie äusserst gelassen. 1:29 Minuten hinter Leader Oscar Pereiro ist der Amerikaner der grosse Favorit auf den Gesamtsieg.

Floyd Landis, der «virtuelle» Leader: Bald wieder im Gelben?
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«Zwei Stunden radfahren, eine Mütze Schlaf nehmen und dann seid ihr für die Party gekommen», fasste Landis seinen Ruhetag für die zahlreich aufmarschierten Journalisten zusammen. Der 30-jährige Mennoniten-Sohn wirkte gelassen, auch wenn ihm Pressechef Georges Lüchinger bald ein Frottiertuch gegen den Schweiss reichen musste. Es war nicht der Druck, der Landis ins Schwitzen brachte, sondern rund 100 Leute, die vom virtuellen Leader -- wie ihn eine französische Agentur bezeichnete -- seine Sicht der Dinge hören wollten.

Col d´Izoard, Alpe d´Huez (beide am Dienstag), Galibier, Col de la Croix-de-Fer, La Toussuire (am Mittwoch) und Col de Joux-Plane (Donnerstag) werden die sechs Scharfrichter in den nächsten drei Tagen in der Tour de France sein. Die berühmtesten Anstiege in den Alpen sowie der erstmals befahrene Schlussaufstieg nach La Toussuire werden noch vor dem zweiten Zeitfahren am Samstag für entscheidende Konturen im Gesamtklassement sorgen. «Mir gefällt vor allem die Etappe nach La Toussuire», sagte Landis, obwohl er vor rund fünf Wochen an gleicher Stätte in Dauphiné Liberé auf den Sieger Iban Mayo fast eine halbe Stunde eingebüsst hatte.

Zurückhaltende Taktik

Dennoch gibt Landis für die Alpen eine eher zurückhaltende Taktik vor. «Ich möchte möglichst ohne Zeitverlust über die Berge und ins Zeitfahren kommen», erklärte er. Das Vertrauen in seine Fähigkeiten im Kampf gegen die Uhr ist sehr gross. «Der Parcours passt mir fast noch besser als jener in Rennes. Und er passt mir noch besser, wenn ich rechtzeitig starte», sagte er und lachte. Den Start zum Prolog in Strassburg hatte Landis wegen eines kurzfristigen Radwechsels um einige Sekunden verpasst.

Obwohl vor der letzten Woche Oscar Pereiro als Leader in die schweren Bergetappen steigt, behagt Landis die Ausgangslage. «Vor der Tour de France wären wir mit dieser Situation als Voraussage mehr als zufrieden gewesen», so Landis. Sie hätten «taktisch weise» agiert, befand der Phonak-Teamleader. In diesem Jahr sei keine Mannschaft in der Lage, das Rennen zu kontrollieren. «Und wenn Pereiro das Maillot jaune noch einige Tage behält, bin ich deshalb auch nicht unglücklich», so Landis weiter.

Mentschow Landis' stärkster Gegner

Als stärksten Gegner sieht Landis den eine Minute zurückliegenden Denis Mentschow. «Nach Pla-de-Beret hat er allerdings kaum gearbeitet und kam deshalb zum Etappensieg», erklärte Landis. «Deshalb weiss ich nicht genau, wie stark er wirklich ist.»

Grossen Respekt hat Landis auch vor Cadel Evans, der in jener Pyrenäenetappe «viel arbeitete». Aufpassen wird Landis auch auf Andreas Klöden, obwohl Landis konstatiert, dass T-Mobile bei ihrem Effort am letzten Donnerstag viel Energie gelassen habe.

Klöden galt nach der Suspendierung von Jan Ullrich als aussichtsreichster Kandidat des deutschen Teams, wurde in der Pyrenäenetappe jedoch zurückgebunden. «Ich kämpfe weiter um den Tour-Sieg und bin sicher, dass auf der Alpe d´Huez eine Vorentscheidung um den Gesamtsieg fallen wird», sagte Klöden, der sich täglich Tipps von Ullrich holt. «Wir haben ständig Kontak über Handy oder SMS.»

Nur 10 Wochen Vorbereitung

Wegen einer Verletzung hatte der in der Schweiz am Bodensee wohnende Klöden nur zehn Wochen Zeit für die Tour-Vorbereitung. «Das war vielleicht auch der Grund meiner Krämpfe hinauf nach Pla-de-Beret», sagte der 32-Jährige, der seine Kondition «jetzt bei 100 Prozent» einschätzt.

Die Unbekannten in der Gleichung sind der Spanier Carlos Sastre, der bei CSC nach dem Ausfall von Ivan Basso zum Leader aufgestiegen ist, und Levi Leipheimer. Der Amerikaner, im Vorjahr als Sechster bestklassierter der aktuellen Teilnehmer, verlor im Zeitfahren viel Zeit, scheint sich von siner Schwäche allerdings erholt zu haben. Als einziger hielt er in der Pyrenäenetappe mit Mentschow und Landis mit.

(Sascha Rhyner, Gap/Si)

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