Gewalt in Afghanistan
Taliban enthaupten 17 Zivilisten an Feier
publiziert: Montag, 27. Aug 2012 / 13:28 Uhr

Kabul - Sie wollten feiern und wurden getötet: Kämpfer der Taliban haben nach Angaben der afghanischen Behörden 17 Menschen enthauptet, weil sie an einer Tanzveranstaltung teilnahmen.

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Das Innenministerium erklärte am Montag, zu dem Angriff sei es am Sonntag in der Provinz Helmand gekommen. Es seien auch Schüsse gefallen.

Frauen und Männer hatten sich zu einer gemeinsamen Feier im Bezirk Musa Kala versammelt, wie die Regierung dort erklärte. Musik spielte und es wurde getanzt. Die Aufständischen wollten die Feier stoppen.

Allen 17 Opfern, unter ihnen zwei Frauen, wurde nach Angaben der Provinzregierung in Helmand der Kopf abgetrennt. Es war nicht klar, ob sie zuvor erschossen wurden.

Die Tat erinnert an die Zeit der Taliban-Herrschaft in Afghanistan bis 2001. Die radikal-islamischen Muslime hatten damals Musik und Tanz verboten. Frauen durften ihre Häuser nur in Begleitung des Ehemannes oder eines männlichen Verwandten verlassen und mussten sich völlig verschleiern. Gemeinsame Veranstaltungen von Frauen und Männern ausserhalb der Familie waren verboten.

Erneut NATO-Soldaten getötet

In Helmand sind Aufständische der Taliban aktiv, die in der Vergangenheit immer wieder für die Enthauptung von Dorfbewohnern verantwortlich gemacht wurden. Die Taliban sollen den Zivilisten dabei in den meisten Fällen vorgeworfen haben, für die afghanischen und US-geführten NATO-Truppen spioniert zu haben.

Die Tötungen rund 75 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Laschkar Gah waren der Auftakt eines weiteren Tages der Gewalt in Afghanistan: Bei einem Angriff von Aufständischen wurden ebenfalls in der Provinz Helmand nach offiziellen Angaben zehn afghanische Soldaten getötet.

Im Osten des Landes erschoss ein afghanischer Soldat zwei US-Soldaten. Damit wurden in diesem Jahr bereits 42 NATO-Soldaten bei 33 Übergriffen ihrer afghanischen Partner getötet. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2011, als im gesamten Jahr 35 ausländische Soldaten bei derartigen Zwischenfällen ums Leben kamen.

(bg/sda)

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