Tamara Wolf mit Glück im Unglück
publiziert: Montag, 5. Mrz 2007 / 00:01 Uhr / aktualisiert: Montag, 5. Mrz 2007 / 00:28 Uhr

Glück im Unglück für Tamara Wolf, die in der Abfahrt in Tarvisio (It) auf dem Weg zu ihrem sensationellen ersten Weltcup-Sieg schwer gestürzt ist: Die 21-jährige Bündnerin zog sich «nur» eine Gehirnerschütterung sowie einen Anriss des rechten Innenbands im Knie zu.

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Diesen Befund ergaben die Untersuchungen im Spital in Udine, wohin Tamara Wolf nach ihrem Horror-Sturz mit dem Helikopter geflogen worden war. Die Abfahrts-Weltmeisterin von 2003 bei den Juniorinnen war zu diesem Zeitpunkt wieder voll ansprechbar und konnte sich an alles erinnern.

Nach dem Sturz bei hohem Tempo in die Fangnetze hatte sie zuvor kurz das Bewusstsein verloren. Nach dem Aufwachen ging Wolf für einige Zeit auch die Orientierung ab. «Sie wusste weder Datum noch Namen und fragte mich immer wieder, ob das denn nun ein Traum sei», so Trainer Stefan Abplanalp.

«In Udine wurde auch noch ein Computer-Tomographie-Scan gemacht, um ganz sicher zu sein, dass sich kein Blutgerinnsel gebildet hat. Ausserdem ist auch mit den Kreuzbändern alles in Ordnung», konnte Swiss-Ski-Teamarzt Olivier Siegrist, der Wolf nach Udine begleitete, am späteren Nachmittag Entwarnung geben.

Nacht im Spital

Die anschliessende Nacht verbrachte Wolf dennoch im Spital im Friaul. Gemäss Frauen-Cheftrainer Hugues Ansermoz verlief die Nacht «ruhig, Tamara schlief gut.» Am Sonntag wurde Wolf mit der REGA in die Hirslanden-Klinik nach Zürich geflogen, wo sie zur Sicherheit nochmals untersucht wurde. «Tamara geht es recht gut, sie sprach sogar schon davon, in vier Wochen wieder zum Team zu stossen. Davon habe ich ihr allerdings abgeraten», so Ansermoz.

Tamara Wolf war seit ihrem Abfahrts-Titel an den Nachwuchs-WM fast permanent verletzt. Im August 2003 erlitt die damals 17-Jährige im Sommertraining in Argentinien einen Riss des vorderen Kreuzbandes und fiel die ganze Saison aus. Im Januar 2005 brach sie sich bei einem FIS-Riesenslalom in Sterzing (It) das linke Wadenbein, ein Jahr später erlitt sie im Training zur Europacup-Abfahrt in Megève einen Knochenabriss am Oberarm sowie (auch schon) eine Gehirnerschütterung.

Auf dem Weg zum Sieg

Erst in dieser Saison erhielt die St. Moritzerin endlich die Chance, sich im Weltcup zu etablieren. Im Januar in der Abfahrt in Altenmarkt-Zauchensee überraschte Wolf als Achte. Mit dieser Platzierung schaffte sie auch die Selektion für die Weltmeisterschaften in Are (26. in der Super-Kombination).

In Tarvisio schickte sich Tamara Wolf sogar an, die Weltspitze hinter sich zu lassen. Kurz vor ihrem Ausscheiden nach rund 80 von 115 Fahrsekunden war sie noch mit der besten Zwischenzeit gestoppt worden. Die Bündner C-Kader-Fahrerin, die am Vortag zur Schonung nach einer Grippe noch auf den Start zur Super-Kombination verzichtet hatte, war eine halbe Sekunde schneller unterwegs als die gesamte Konkurrenz. Der Rückstand von Siegerin Julia Mancuso sowie der zweitklassierten Renate Götschl betrug an dieser Stelle sogar über acht Zehntel.

Drei Tage vor dem Unfall von Wolf hatte sich in Tarvisio im Abfahrtstraining schon Dominique Gisin, ihre Jugendfreundin (und langjährige Leidensgenossin bezüglich Verletzungen) verletzt. Für die ebenfalls 21-jährige Engelbergerin hatte der Sturz mit einem Kreuzbandriss weniger glimpfliche Folgen.

(von Valentin Oetterli, Tarvisio/Si)

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