«Tanz dich frei»
Tanz-Demo durch die Berner Innenstadt
publiziert: Samstag, 2. Jun 2012 / 23:04 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 3. Jun 2012 / 09:12 Uhr
Tausende an Tanz-Demo durch die Berner Innenstadt.
Tausende an Tanz-Demo durch die Berner Innenstadt.

Bern - Mindestens 10'000 junge Menschen haben die Berner Innenstadt in eine Party-Meile verwandelt und zugleich für mehr Freiräume protestiert. Der lautstarke Umzug verlief bis spätnachts ohne grösseren Zwischenfälle.

8 Meldungen im Zusammenhang
Viele Teilnehmer der Kundgebung unter dem Motto «Tanz dich frei» schienen gewillt, die Nacht zum Tag zu machen - in der Innenstadt herrschte morgens um 1.30 Uhr immer noch reges Treiben. Gefordert war insbesondere die Sanitätspolizei - je später die Stunde, desto grösser die Zahl der stark alkoholisierten Menschen.

Die «Tanz-Demo» richtete sich in erster Linie gegen die behördliche Reglementierungswut des Berner Nachtlebens. Die anonymen Organisatoren hatten sich nicht um eine Bewilligung bemüht und stattdessen via Facebook und andere Plattformen zur Strassenparty aufgerufen.

Der Aufruf wurde rege befolgt. Beobachter gingen von mindestens 10'000 Menschen aus, die den Sound-Mobiles folgten. Damit handelt es sich um Berns grösste Jugendkundgebung seit November 1987, als die junge Generation für die alternative Hüttensiedlung Zaffaraya auf die Strasse gegangen war. Die Polizei hatte im Vorfeld signalisiert, sie werde den Umzug tolerieren.

Die Demo-Teilnehmer versammelten sich am Samstagabend vor dem Kulturzentrum Reitschule und brachen von dort zum Tanz durch die Innenstadt auf. Transparente waren nur wenige zu sehen. Eines der Sound-Mobiles trug den Namen «Retourkutsche» - eine Anspielung darauf, dass der Umzug auch eine Reaktion auf kürzlich verschärfte Betriebsauflagen für die Reitschule war.

Knallpetarden

Während des Umzugs waren regelmässig Knallpetarden gezündet worden. Vor dem Hotel «Schweizerhof» flogen zudem Feuerwerkskörper gegen die Fassade. Mehrere Teilnehmer brachten sich in Gefahr, als sie den Baldachin - die Überdachung beim Bahnhof - bestiegen und sich in der Nähe der Fahrleitungen aufhielten.

Etliche Gebäude wurden mit Sprayereien versehen, darunter auch das Bundeshaus. Dort erklomm ein Aktivist die Bundeshaus-Terrasse und schwenkte eine Fahne. In den Strassen türmte sich der Abfall.

Dem Aufruf der anonymen Organisatoren angeschlossen hatten sich unter anderen die Betreiber der Reitschule, mehrere Gastrobetriebe und Nachtklubs, aber auch Linksparteien und verschiedene Interessensorganisationen.

Mit der Tanz-Demo verknüpften sie eine Vielzahl von Anliegen. Im Zentrum stand zwar der Protest gegen das von vielen Jungen als trist empfundene Berner Nachtleben, doch für manche ging es auch um Kapitalismuskritik, und viele nahmen wohl einfach wegen des Happenings am Umzug teil.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Winterthur - Elf Verletzte, 93 Festgenommene, mehrere tausend Franken Sachschaden. So lautet die Bilanz der Stadtpolizei Winterthur und der Kantonspolizei Zürich nach der ... mehr lesen
Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei zogen Verletzte und zahlreiche Verhaftungen nach sich.
Noch um 3.30 Uhr morgens standen sich Polizisten und Randalierer gegenüber.
Bern - Die Berner Kantonspolizei schätzt die Schäden nach der Protestkundgebung «Tanz dich frei» und den damit ... mehr lesen 6
Bern - In Bern hat die «Tanz dich frei»-Parade begonnen, eine ... mehr lesen
Bern steht vor dem mit Spannung erwarteten Protest-Umzug «Tanz dich frei».
Über 10'000 Teilnehmer werden erwartet. (Archivbild)
Bern - Nun wissen die Berner Stadtbehörden, wo die für Ende Mai geplante ... mehr lesen
Zürich - In Zürich ist es am Abend zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und Teilnehmern einer unbewilligten ... mehr lesen
Die Polizei wurde vorgewarnt und war mit Einsatzkräften rasch vor Ort.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Aarau - Für mehr kulturelle und politische Freiräume haben am Samstagabend in Aarau gemäss Kantonspolizei rund 800 bis 900 Personen demonstriert. Die Kundgebung unter dem Titel «Nächtliches Tanzvergnügen 2.0» verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. mehr lesen 
Bern - Die Reitschule will die Verfügung des Regierungsstatthalters anfechten und sich zugleich mit Berner Clubs und Beizen vernetzen. Dies hat sie an ihrer Vollversammlung vom Sonntag entschieden, wie die Reitschule gleichentags mitteilte. mehr lesen 
Das Berner Kulkturzentrum Reitschule. (Archvbild)
Bern - Die Berner Reitschule wird nicht verkauft. Die Stimmberechtigten haben eine ... mehr lesen
Der Kampf der Geschlechter soll ein Ende haben.
Der Kampf der Geschlechter soll ein Ende haben.
MenCare-Kampagne  Bern - Mehr Power fürs Vaterland: Unter diesem bewusst provokativen Titel hat männer.ch ein Schweiz-Programm zur weltweiten MenCare-Kampagne gestartet. Das Ziel: Ein gesellschaftlicher Wandel hin zu einer fairen Gesellschaft und ein Ende des Kampfs der Geschlechter. 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ...  
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Nationalrat sagt Ja zur Stiefkindadoption für Homosexuelle Bern - Homosexuelle sollen künftig Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren dürfen. ...
Die Mehrheit der Kommission ist für die Änderungen.(Symbolbild)
350 ausländische Campierer  Bern - Seit einigen Tagen campieren mittlerweile rund 350 ausländische Fahrende im bernischen Witzwil. Die Anwohner beklagen sich über Lärm, Dreck und Sachbeschädigungen. Die Behörden bitten um Geduld, denn die Fahrenden sollen das Gelände bis am Mittwochabend verlassen.  
Titel Forum Teaser
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 9°C 18°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt stark bewölkt, Regen
Basel 13°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 11°C 17°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 12°C 15°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt stark bewölkt, Regen
Luzern 11°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 12°C 15°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt stark bewölkt, Regen
Lugano 14°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten