'Tat ist alles, Ruhm ist nichts.'
publiziert: Montag, 27. Jun 2005 / 01:32 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 28. Jun 2005 / 09:04 Uhr

Jetzt steht es fest: Martin Bachofner heisst der Sieger der SFDRS-Show "Traumjob". Im Interview mit news.ch äussert er sich über die Kritiken und erzählt, was hinter der Kulisse gelaufen ist.

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Martin Bachofner, Sie stehen seit Sonntagabend als Sieger von „Traumjob“ fest. Sind Sie erleichtert, endlich darüber reden zu dürfen?

Martin Bachofner: "Natürlich. Es war die letzten Wochen und Monate nicht einfach, das unter dem Deckel zu halten. Wobei es mir auch Spass gemacht hat, gewisse Leute an der Nase herum zu führen. Jetzt werde ich wenigstens nicht mehr mit der Frage belästigt, ob ich gewonnen habe."

Wie haben Sie die Sendungen am TV selber erlebt?

"Ganz anders als die TV-Zuschauer, das ist klar. Sie sahen in 45 Minuten einen Zusammenschnitt aus rund 30 Stunden Bildmaterial. So war es auch für mich spannend zu sehen, was zeigen sie und was haben sie herausgeschnitten. Jetzt konnte ich auch sehen, nach welchen Kriterien entschieden wurde."

Wie war die Stimmung unter den Kandidaten?

"Es ist natürlich eine paradoxe Situation. Auf der einen Seite entwickelt sich ein Team, auf der anderen Seite herrscht Konkurrenzkampf. Ich bin etwas distanziert an die ganze Sache gegangen, weil ich wusste, jeder der 12 Kandidaten will gewinnen. Aber es ging auch darum sich zu profilieren. Einige waren immer sofort zur Stelle, wenn irgendwo eine Kamera auftauchte."

Ein Wort zu Natasha?

"Sie hat die Gunst der Stunde genützt, hat polarisiert und damit auch die Sendung angeheizt. Ich hätte mir gewünscht, sie wäre noch etwas länger dabei geblieben. Mit dieser Blick-Serie hatte sie Pech. Das passiert nur, wenn man kein Medienprofi ist.
An dieser Stelle muss ich aber schon sagen; Natasha war die einzige, die abends mal mit uns Jungs an der Bar sass und plauderte. Alle anderen Frauen gingen immer schön brav ins Bett."

Was sagen Sie zu den zahlreichen negativen Reaktionen auf die Sendung? Wirtschaftsfachleute meinten, dass Auswahlverfahren entspreche nicht der Realität.

"Viele der Kritiken sind an den Haaren herbeigezogen. Es zeigt sich das typisch schweizerische Syndrom, dass wenn man etwas Neues probiert, wird das grundsätzlich in die Pfanne gehauen."

"Aus eigener beruflicher Erfahrung weiss ich, dass bei Assessments in der Wirtschaft oft noch banalere Übungen gemacht werden, als jetzt bei Traumjob. Da sitzen Kaderanwärter einer Grossbank am Tisch und müssen während zwei Stunden basteln. Man kann dort über die Kandidaten genau gleich viel sagen, wie bei uns, als wir Rosen verkaufen mussten."

Auch Jürg Marquard stand in der Kritik.

"Ich habe herausgefunden, dass Herr Marquard, nebst seiner Präsenz in der Regenbogenpresse, ein äusserst erfolgreicher Unternehmer ist. Dass er für einen Schweizer untypisch auch zeigt was er hat, stört mich überhaupt nicht. Wenn man sich mal überlegt: Wie viele Schweizer wollen das bessere Auto haben, als ihr Nachbar? Da sieht halt schnell mal jemand Rot, wenn einer wie Marquard im Aston Martin oder im Privat-Jet daher kommt. Das ist purer Neid und Missgunst."

In den Sendungen hat man Sie als sehr zurückhaltend erlebt. War das Strategie?

"Es ist sicher richtig, dass ich die Show nicht ausgenützt habe um mich zu profilieren. Ich war ruhig und zurückhaltend, das ist meine Wesensart. Aber ich habe auch andere Züge, die man nicht so gesehen hat."

Ihre Konkurrenten haben sich mit ungeschickten Äusserungen am Ende selber eliminiert.

"Yves und Roger wagten sich mit ihren Aussagen auf die Äste hinaus. Ihre Strategie ging nicht auf. Aber ich habe einige wichtige Grundsteine schon vorher gelegt. Ich war souveräner Projektleiter für das Männermagazin und habe auch andere Übungen erfolgreich mitgestaltet. Zum Sieg geschmuggelt habe ich mich sicher nicht."

Jetzt wartet ein Job mit einem Jahreseinkommen von 200'000 Franken, es wird wenig Zeit für Privatleben bleiben. Macht Ihnen das Sorgen?

"Überhaupt nicht. Ich bin bereit, mich zu bewähren und dazu muss ich jetzt in die Pedalen steigen und Vollgas geben. (lacht) Ich bin in einem Alter wo man das noch kann."

Was heisst das für Sie, plötzlich im Rampenlicht zu stehen?

"Es gilt als Motto von mir: Die Tat ist alles, Ruhm ist nichts! - von Goethe aus Faust. Ich lass das jetzt mal auch mich zukommen, aber es bedeutet mir nicht sehr viel. In ein paar Wochen werden die Leute nicht mehr davon sprechen. Darüber werde ich nicht traurig sein."

Martin Bachofner (32) wurde an der HSG zum lic.jur. und schliesst im 2006 ein MBA ab. In der Marquard Media AG wird er vorerst während einem Jahr Assistent der Geschäftsleitung. In seiner Freizeit spielt er gerne Golf, geht auf Reisen oder geniesst ein gutes Dinner mit Wein.

(mo/news.ch)

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