Kaum Hoffnung nach Schiffsunglück auf Wolga
Taucher suchen nach den Vermissten
publiziert: Montag, 11. Jul 2011 / 07:33 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 12. Jul 2011 / 00:43 Uhr

Moskau - Tragödie auf der Wolga: Beim Untergang eines technisch maroden und völlig überladenen russischen Schiffes auf der Wolga sind möglicherweise über 120 Menschen ums Leben gekommen. Auch Dutzende Kinder ertranken, als das Schiff etwa drei Kilometer vom Ufer entfernt sank.

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Der 1955 gebaute Ausflugsdampfer «Bulgaria» hatte mit über 200 Menschen an Bord am Sonntag auf der Wolga in einem Sturm Schlagseite bekommen. Er war nach Auskunft von Überlebenden innerhalb weniger Minuten gesunken.

Bis zum Montagnachmittag konnten Rettungstaucher 64 Leichen bergen. Dutzende Personen wurden am Montag noch vermisst. «Nachdem Taucher das Wrack durchsucht haben, gibt es so gut wie keine Hoffnung mehr auf Überlebende», sagte Zivilschutzminister Sergej Schoigu.

Bei den 80 Überlebenden handelte es sich ausschliesslich um russische Staatsbürger. Die meisten von ihnen konnten auf ein vorbeifahrendes Schiff klettern, nachdem sie mehr als eine Stunde im Wasser trieben. Ob sich auch Ausländer an Bord des Schiffes befanden, war unklar.

Keine Lizenz

Das Unglücksschiff in der Teilrepublik Tatarstan transportierte nach offiziellen Angaben illegal Passagiere. Die Betreiber hätten keine Lizenz zur Personenbeförderung gehabt, teilte die Ermittlungsbehörde mit.

Auch war das Schiff deutlich überladen. Auf ähnlichen Schiffstypen seien 120 Reisende erlaubt, hiess es. Etwa 25 Menschen hätten nicht auf der Passagierliste gestanden.

Präsident Dmitri Medwedew ordnete für den (morgigen) Dienstag Staatstrauer an. Eine Kommission unter Leitung von Verkehrsminister Igor Lewitin soll die Katastrophe untersuchen. Zudem befahl Medwedew, alle Transportmittel auf ihre Sicherheit zu prüfen.

Die Staatsanwaltschaft sprach nach ersten Erkenntnissen von schweren technischen Mängeln. Demnach soll sich die «Bulgaria» schon beim Ablegen in dem Ort Bolgar zur rechten Seite geneigt und zu tief im Fluss gelegen haben. Zudem sei der Hauptmotor auf der linken Seite technisch mangelhaft gewesen. Überlebende berichteten, dass es kaum Rettungswesten gab.

Schiff von 1955

Die «Bulgaria» war bei Sjukejewo gesunken. Das Schiff des Reiseanbieters «AgroRetschTur» war um 1955 in der damaligen Tschechoslowakei gebaut worden. Nach Angaben des russischen Tourismusverbandes war das Schiff seit Jahren nicht gewartet worden.

Es war nach Angaben russischer Medien das schwerste Schiffsunglück auf der Wolga seit 1983. Damals starben 176 Menschen, als das Passagierschiff «Alexander Suworow» bei Uljanowsk gegen einen Brückenpfeiler knallte.

 

(fest/sda)

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