Tausende Ärzte an Uni-Spitälern streiken
publiziert: Donnerstag, 16. Mrz 2006 / 09:42 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 16. Mrz 2006 / 17:32 Uhr

Berlin - Zum Auftakt ihres unbefristeten Streiks haben rund 4000 Ärzte von Universitäts-Spitälern aus ganz Deutschland in Mainz für bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung demonstriert.

Der Vorsitzende der Ärzteorganisation Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery.
Der Vorsitzende der Ärzteorganisation Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery.
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Sie forderten Gehaltserhöhungen um 30 Prozent. Auf der zentralen Protestkundgebung in Mainz zogen die Streikenden in weissen Kitteln oder OP-Kleidung und mit Trillerpfeifen durch die Innenstadt. Auf Plakaten verlangten sie: «Mehr Nachhaltigkeit im Arztberuf» und «Mehr Zeit für unsere Patienten».

Betroffen waren die Uni-Kliniken in Freiburg, Heidelberg, München, Würzburg, Bonn, Essen, Mainz und Halle. Kurzfristig schlossen sich auch die Uni-Spitäler Marburg und Frankfurt dem Streik an.

Ausweitung am Montag

Die Ärzte würden ihren Arbeitskampf notfalls über Monate fortsetzen, sagte der Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery. Am Freitag soll der Ausstand für einen Tag ausgesetzt und dann am Montag ausgeweitet werden.

«Wir halten das sehr, sehr lange durch, nämlich so lange, bis die Arbeitgeber nicht nur ein vernünftiges Angebot machen, sondern auch endlich sachgerecht verhandeln», sagte Montgomery. Er versicherte, dringende Behandlungsfälle würden weiter versorgt: «Aber das, was man verschieben kann, wird man verschieben».

So war der Betrieb unter anderem in der Mainzer Uni-Klinik stark eingeschränkt. Der Ärztliche Direktor Peter Galle meinte, anders als Müllsäcken, die man auch nach fünf Wochen noch abfahren kann«, könne die Behandlung von Patienten nicht beliebig verzögert werden.

Kein Ende in Sicht

Derweil setzte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ihre Streiks in elf Bundesländern fort. Trotz der jüngsten Einigung in Niedersachsen ist in den anderen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst vorerst kein Ende in Sicht.

Im Deutschen Bundestag führte der Arbeitskampf zu einem heftigen Schlagabtausch. Union und FDP verurteilten den Streik, während SPD, Grüne und Linkspartei Verständnis für die Streikenden zeigten.

(bert/sda)

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