Japanische Polizei rechnet mit über 10'000 Toten in Miyagi-Region
Tausende Tote - weitere AKW-Explosion droht
publiziert: Sonntag, 13. Mrz 2011 / 09:44 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 13. Mrz 2011 / 14:00 Uhr
Das Kernkraftwerk Fukushima I.
Das Kernkraftwerk Fukushima I.

Tokio - Nach dem Erdbeben und Tsunami rechnet die japanische Polizei allein im Nordosten des Landes mit mehr als zehntausend Toten. Mehr als 10'000 Menschen könnten in der Provinz Miyagi ums Leben gekommen sein, sagte der örtliche Polizeichef am Sonntag.

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Miyagi lag dem Epizentrum des Bebens vom Freitag am nächsten. Offiziell bestätigt wurden im gesamten Katastrophengebiet bisher mindestens 1000 Todesopfer. 100'000 Soldaten wurden inzwischen für Bergungseinsätze aufgeboten, wie Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa mitteilte.

Japan durchlebt nach Einschätzung seiner Regierung die schwierigste Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg. Das Erdbeben, der Tsunami und die Unfälle in den Atomkraftwerken hätten Japan in die «die schwerste Krise der vergangenen 65 Jahre» gestürzt, sagte Regierungschef Naoto Kan.

In einer Fernsehansprache rief Kan die Japaner angesichts der Katastrophe zur Einheit auf. Die Zukunft des Landes hänge nun von den Entscheidungen jedes Einzelnen ab, sagte der Ministerpräsident.

Ein japanischer Regierungssprecher warnte unterdessen vor einer weiteren möglichen Explosion in einem beschädigten Atomreaktor. Im Block 3 des Werks Fukushima 1 könne es zu einer Wasserstoff-Explosion kommen. Aus einem Gebiet von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk Fukushima 1, das etwa 270 Kilometer nördlich von Tokio liegt, wurden inzwischen 170'000 Menschen evakuiert.

Teilweise Kernschmelze möglich

Durch das Erdbeben vom Freitag waren in Fukushima 1 sowohl am Block 1 als auch am Block 3 die Kühlsysteme beschädigt worden. Die Regierung schloss nicht aus, dass in den Reaktoren unterdessen eine teilweise Kernschmelze in den Reaktoren eingetreten ist.

Bei diesem Vorgang überhitzen die Brennstäbe so stark, dass sie sich verflüssigen und in eine unkontrollierbare, hochradioaktive Schmelze verwandeln. Da sich das alles im Reaktor abspiele, könne der Vorgang nicht direkt überprüft werden, sagte ein Sprecher.

Am Samstag hatte eine Explosion die Beton-Aussenhülle von Block 1 zerstört. Die Stahlhülle des Reaktorkerns blieb aber nach Angaben der Regierung intakt. Strahlung trat dennoch aus.

Nach Angaben der Betreiberfirma Tepco wurden die Grenzwerte für die Strahlenbelastung überschritten. Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr bestehe aber nicht.

Insgesamt 11 der rund 50 Reaktoren in Japan sind inzwischen abgeschaltet. Die japanische Regierung warnte die Bevölkerung vor einer Stromknappheit, die eine Rationierung des Stroms nötig machen werde.

(asu/sda)

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