Tausende an den 1. Mai-Umzügen
publiziert: Samstag, 30. Apr 2005 / 20:00 Uhr

Bern - Landesweit sind Tausende zu den 1. Mai-Umzügen auf die Strassen gegangen. In Thun und Interlaken hagelte es Kritik für die Top-Manager. Rund 100 Jugendliche aus der rechtsextremen Szene versuchten erfolglos, die 1.-Mai-Feier in Aarau zu stören.

Alt Bundesrat Stich kritisierte die gigantischen Bezüge der führenden Wirtschaftskapitäne.
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In einem separaten Umzug skandierten die Jugendlichen ihre Parolen. In einem Flugblatt forderten sie "Volksherrschaft statt Fremdherrschaft". Es gebe nur eine Lösung: "Die herrschende Clique entmachten und eine wahre Volksherrschaft einsetzen".

Zu Ausschreitungen kam es aber nicht und die 1.-Mai-Feier in Aarau nahm ihren geplanten Gang. Vor rund 200 Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern geisselte die grüne Berner Stadträtin Regula Rytz die "Gier der Manager", die keine Grenze kenne.

Auch SP-Präsident Hans-Jürg Fehr griff an der Feier in Thun die Schweizer Topmanagern an. Bei ihnen sei "jedes Mass verloren gegangen", sagte er. Topkader wie CS-Konzernchef Oswald Grübel oder Novartis-Verwaltungsratspräsident und Konzernleiter Daniel Vasella verwechselten ihre Unternehmen "zunehmend mit einem Selbstbedienungsladen".

Alt Bundesrat fordert Gerechtigkeit

Alt Bundesrat Otto Stich kritisierte in Interlaken die "gigantischen Bezüge der führenden Wirtschaftskapitäne". Wenn die Wirtschaft nicht mehr Gerechtigkeit schaffe, müsse dies der Staat tun.

Stich forderte, die Idee einer so genannten Reichtumssteuer wieder aufzunehmen und Einkommen über 100 000 Franken in allen Kantonen und Gemeinden einheitlich zu besteuern.

"Kulturgut Sonntag"

In St. Gallen marschierten gut 300 Personen durch die Innenstadt. Im Mittelpunkt der Ansprachen standen das "Kulturgut Sonntag", der freie Personenverkehr und die flankierenden Massnahmen. Nach dem Motto "Sonntag gleich Frei(tag)" hatte das 1.-Mai-Komitee die Kundgebung auf den Samstag vorverlegt.

In Neuenburg und La Chaux-de-Fonds nahmen an den vorgezogenen 1. Mai-Umzügen je 300 Personen teil. Unter den Bannern der Gewerkschaften forderten die Kundgebungsteilnehmer zur Unterstützung der kantonalen Initiative für einen arbeitsfreien und bezahlten 1. Mai auf.

(bert/sda)

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