Gewaltsames Vorgehen
Tausende demonstrieren in Jemen und Syrien
publiziert: Freitag, 8. Apr 2011 / 15:40 Uhr
Massenproteste im Jemen.
Massenproteste im Jemen.

Sanaa - Gegner und Anhänger von Präsident Ali Abdullah Saleh haben am Freitag auf zwei verschiedenen Plätzen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa demonstriert. Im Jemen gingen Sicherheitskräfte derweil gewaltsam gegen Demonstranten vor.

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Die Gegner von Präsident Saleh des seit 1978 amtierenden Präsidenten forderten seinen sofortigen Rücktritt und demokratische Reformen. Seine Anhänger schwenkten Fotos des Präsidenten, von dem sich inzwischen auch mehrere Politiker und Teile der Armee losgesagt haben. Zunächst blieb es bei beiden Kundgebungen, die teilweise von arabischen Fernsehsendern übertragen wurden, friedlich.

Salehs Position wurde in den vergangenen Tagen schwächer, weil sich mehrere seiner einstigen Verbündeten von ihm abgewandt hatten, unter anderem die USA. Die arabischen Golfstaaten wollen einen Kompromiss zwischen Saleh und der Opposition herbeiführen. Dieser sieht dem Vernehmen nach mittelfristig einen Rücktritt des Präsidenten und Straffreiheit für ihn vor.

Gewaltsame Zusammenstösse in Syrien

In Syrien gingen derweil am Freitag Sicherheitskräfte erneut gewaltsam gegen Demonstranten vor. Im südlichen Daraa feuerten sie scharfe Munition ab, um Proteste von Tausenden Regierungsgegnern aufzulösen, wie Augenzeugen berichteten. Dabei seien mindestens zwei Menschen verletzt worden.

Bei einer Demonstration in einem Vorort der Hauptstadt Damaskus waren Teilnehmern zufolge ebenfalls Schüsse aus automatischen Waffen zu hören. Die Telefonverbindungen in den Vorort Harasta, der sich zu einem Zentrum der sunnitischen Opposition gegen die alawitische Führung des Landes entwickelt hat, war unterbrochen.

Auch in der hauptsächlich von Sunniten bewohnten Stadt Homs und in der nordöstlichen Stadt Amuda gingen nach den Freitagsgebeten Hunderte Demonstranten auf die Strassen.

In den kurdischen Gebieten im Osten des Landes kam es ebenfalls zu Protesten gegen die regierende Baath-Partei. Eine unabhängige Bestätigung der Berichte gab es nicht.

Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind seit Beginn der Unruhen im März mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen.

(bg/sda)

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