Tausende irische Kinder in Kirchen-Heimen missbraucht
publiziert: Mittwoch, 20. Mai 2009 / 15:11 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Mai 2009 / 22:37 Uhr

London/Dublin - Gegen die katholische Kirche in Irland werden in einem Ermittlungsbericht schwere Missbrauchs-Vorwürfe erhoben: Tausende Kinder sind demnach in kirchlichen Einrichtungen von Nonnen und Priestern missbraucht worden. Die Kirche reagierte umgehend.

Schwere Anschuldigungen gegen Kirchen-Heime in Irland. (Symbolbild)
Schwere Anschuldigungen gegen Kirchen-Heime in Irland. (Symbolbild)
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Laut dem Bericht waren rund 35'000 Kinder bis zum Jahr 1980 in Erziehungsanstalten, Schulen oder auch Heimen für Behinderte untergebracht. Rund 2500 Zeugen sagten aus, dort sexuell missbraucht oder körperlich misshandelt worden zu sein.

Nach der Veröffentlichung der Studie entschuldigte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche in Irland. Er sei «zutiefst beschämt, dass Kinder in diesen Institutionen auf so schreckliche Weise leiden mussten», sagte Kardinal Sean Brady, der Primas von Irland und Erzbischof von Armagh.

Neun Jahre Ermittlungsarbeit

Der Bericht ist das Ergebnis neun Jahre langer Ermittlungen einer Sonderkommission. Die Kommission war im Jahr 2000 ins Leben gerufen worden und ging Vorwürfen nach, die bis zu 60 Jahre zurückreichen. Für den Bericht wurden mehr als 100 Einrichtungen in ganz Irland untersucht. Die Ermittlungen kosteten den Staat umgerechnet 105 Millionen Franken.

Bereits 2003 war ein Zwischenbericht mit den Aussagen von 700 Zeugen veröffentlicht worden. Die Männer und Frauen berichteten, dass sie unter anderem mit Lederriemen und Stöcken geschlagen wurden.

Viele Täter bereits tot

Andere wurden sexuell missbraucht. Einige beschrieben, wie sie von mehreren Tätern gleichzeitig vergewaltigt wurden. Die Regierung stellte den Opfern Entschädigungszahlungen in Aussicht.

Der Skandal kam nach einer TV-Dokumentation Ende der 90er Jahre ans Licht. Die Journalistin Mary Raftery sagte, die Kinder seien in «Häusern des Horrors» gefangen gewesen, teils bis sie 16 Jahre alt waren. Viele der mutmasslichen Täter sind bereits tot.

(tri/sda)

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