Taylor sagt erstmals vor Haager Tribunal aus
publiziert: Dienstag, 14. Jul 2009 / 18:18 Uhr

Den Haag - Der als Kriegsverbrecher angeklagte Ex-Präsident Liberias, Charles Taylor, hat in Den Haag die ihm vorgeworfenen furchtbaren Gräueltaten als «Lügen und Gerüchte» bezeichnet. Taylor trat erstmals seit Prozessauftakt vor anderthalb Jahren auf.

Taylor trat erstmals seit Prozessauftakt vor anderthalb Jahren auf.
Taylor trat erstmals seit Prozessauftakt vor anderthalb Jahren auf.
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Bei seiner ersten Aussage als Zeuge der Verteidigung warf der 61-jährige Taylor der Staatsanwaltschaft vor, sie habe sich auf gezielt verbreitete Verleumdungen gestützt.

Auf die Frage, was er davon halte, dass ihn die Anklage «als alles Mögliche von einem Terroristen bis hin zu einem Vergewaltiger» darstelle, sagte Taylor: «Es ist sehr, sehr bedauerlich, dass die Staatsanwaltschaft mich aufgrund von Falschinformationen, Lügen und Gerüchten mit derartigen Bezeichnungen oder Beschreibungen in Verbindung gebracht hat». Er sei ein ehrenwerter Mensch, der nichts mit den ihm vorgehaltenen Verbrechen zu tun habe.

Laut der Anklage hat Taylor die für extreme Grausamkeiten berüchtigte Rebellentruppe «Revolutionäre Vereinigte Front» (RUF) mit Waffen ausgerüstet und sich damit den Zugriff auf Sierra Leones Diamanten und Edelholz gesichert.

Er sei mitschuldig an Morden, Terrorakten, Massenvergewaltigungen, sexueller Versklavung, systematischen Verstümmelung von Dorfbewohnern und an der Zwangsrekrutierung tausender Kinder als Kämpfer.

Taylor ist der erste afrikanische Ex-Staatschef, der sich wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem internationalen Gericht verantworten muss.

(smw/sda)

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