Taylors Millionen-Vermögen - Nur zwei Mio. Franken auf Schweizer Konten blockiert
publiziert: Donnerstag, 14. Aug 2003 / 13:29 Uhr

Bern - Der liberianische Ex-Präsident Charles Taylor hat während seiner Regierungszeit ein Vermögen angehäuft. Auf Schweizer Bankkonten wurden nun aber nur gerade zwei Millionen Franken blockiert: Nach Ansicht von Nichtregierungsorganisationen (NGO) nur die Spitze des Eisbergs.

UNAMSIL-Truppen sind seit Anfang August in Liberia stationiert.
UNAMSIL-Truppen sind seit Anfang August in Liberia stationiert.
Nach Angaben des Bundesamtes für Justiz wurden in Genf und Zürich zwei Bankkonten von Taylor nahe stehenden Personen gesperrt. Dies geschah in Folge eines Rechtshilfegesuches des UNO-Sondergerichtshofs in Sierra Leone.

Nach Ansicht des UNO-Gerichtes stammen die Gelder aus illegalem Handel mit Diamanten, Tropenholz und Waffen. Zudem wurde Taylor vom UNO-Sondergericht wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

NGO reagieren mit Befremden

Mit einigem Befremden reagierte die Organisation "Aktion Finanzplatz" - die sechs Nichtregierungsorganisationen (NGO) repräsentiert, auf den bescheidenen Umfang der blockierten Gelder in der Schweiz.

Die "Aktion Finanzplatz" recherchiert zur Zeit intensiv das liberianische Dossier. Der Bericht dazu soll Ende September publiziert werden.

NGO-Vertreterin Mascha Madörin zieht den Vergleich zwischen den blockiertn Geldern und den Milliarden Franken, die jährlich in der Statistik der Schweizer Nationalbank (SNB)in der Rubrik Liberia publiziert werden.

Auffallend sei, dass sich in den Jahren 2000 und 2002 das Finanzvolumen nach SNB-Statistik von 5,14 Milliarden Franken auf 2,37 Milliarden Franken verringert habe, sagte Madörin auf Anfrage.

Daraus liesse sich ableiten, dass sich die Konteninhaber möglicherweise hinter Scheinfirmen versteckt hätten um damit die UNO-Sanktionen zu umgehen.

Vorsicht geboten

Der ehemalige Genfer Richter Georges Zechin mahnt jedoch zur Vorsicht: Die SNB-Statistik würde Guthaben liberianischer Firmen aufführen, die keine Verbindung zum Taylor-Clan unterhielten.

Die Schweizer Banken hätten in den letzen Jahren zudem "enorme" Anstrengungen unternommen, um Gelder von "politisch exponierten Personen" oder von fragwürdiger Herkunft zu identifizieren.

Weiter erinnert er daran, dass die vor kurzem in Kraft getretenen Richtlinien der Schweizer Bankenkommission im internationalen Vergleich weltweit zu den strengsten gehören.

Nach Ansicht von Zechin zeichnet sich im Zusammenhang mit den Taylor-Guthaben keine neue Abacha-Affäre für die Schweizer Banken ab.

(bsk/sda)

 
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