Iran sucht Schulterschluss mit Blockfreien
Teheran ruft am Blockfreien-Gipfel zur atomaren Abrüstung auf
publiziert: Sonntag, 26. Aug 2012 / 17:43 Uhr / aktualisiert: Montag, 27. Aug 2012 / 00:22 Uhr
Ali Akbar Salehi, Aussenminister Iran
Ali Akbar Salehi, Aussenminister Iran

Teheran - Zum Auftakt eines Treffens der Bewegung der Blockfreien Staaten hat der Iran zur atomaren Abrüstung aufgerufen. Der iranische Aussenminister Ali Akbar Salehi verwies am Sonntag in seiner Rede auf das Ziel der Bewegung, die Atomarsenale innerhalb von 13 Jahren abzubauen.

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Dieses Vorhaben könne nur umgesetzt werden, wenn es entschlossen angegangen werde, erklärte Salehi. Er forderte die Blockfreien Staaten zudem auf, Stellung gegen die im Atomstreit verhängten Sanktionen gegen Teheran zu beziehen. Salehi suchte damit am Sonntag den Schulterschluss der Blockfreien.

Besorgt äusserte sich Salehi über den «Machtzuwachs des UNO-Sicherheitsrates». Er rief die Blockfreien (NAM) auf, «ernsthaft gegen die Finanzsanktionen einiger Länder» gegen den Iran vorzugehen.

Teheran beharre auf seinem Recht zur friedlichen Nutzung der Atomkraft. «Wir akzeptieren kein zweierlei Mass bei der Internationalen Atomenergieagentur und damit verbundenen UNO-Einrichtungen», sagte Salehi.

Syrien-Initiative angekündigt

Salehi plädierte weiter für eine Reform des UNO-Sicherheitsrates und kündigte eine Syrien-Initiative noch während der Konferenz an. Ausserdem warf er Israel vor, für die «palästinensische Tragödie» verantwortlich zu sein und weltweit den Terrorismus zu fördern.

«Ein Frieden im Nahen Osten kann nicht gesichert werden, wenn die Weltmächte Israels Staatsterrorismus und seine Politik der Besetzung, Aggression, Drohung, Folter und Zerstörung unterstützen», sagte er.

Keine Teilnahme der Hamas

Im Streit um die Teilnahme am Gipfel zog der Chef der im Gazastreifen herrschenden Hamas, Ismail Hanija, offensichtlich den Kürzeren. Hanija werde nicht teilnehmen, erklärte sein Sprecher Taher al-Nunu in Gaza.

Er habe zwar eine Einladung aus Teheran erhalten, habe aber abgesagt, um die Spaltung der Palästinenser nicht noch zu vergrössern. Damit setzte sich Palästinenserpräsident Mahmud Abbas mit seinem Anspruch durch, einziger Vertreter der Palästinenser in Teheran zu sein.

36 der 120 Mitgliedsstaaten nehmen auf höchster Ebene an der Konferenz teil. Die Tagung beginnt auf der Ebene der Vizeminister. Am Dienstag kommen erstmals die Aussenminister zusammen, am Donnerstag die Staatschefs.

(asu/sda)

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