Teil eins des chinesischen Goldrauschs
publiziert: Montag, 30. Aug 2004 / 19:58 Uhr

'Jin' (Gold) war bei den täglich über 200 Millionen chinesischen TV-Zuschauern das Schlüsselwort, und nach dem besten Olympia-Ergebnis aller Zeiten wollen die Gastgeber bei den Heimspielen 2008 in Peking endgültig zur Nummer 1 der Sportwelt aufsteigen.

Die Chinesen dominieren bereits in vielen Disziplinen die Sportwelt.
Die Chinesen dominieren bereits in vielen Disziplinen die Sportwelt.
In breiter Front rückten die Athleten aus Fernost schon in Athen in die Weltspitze vor, selbst die in dem riesigen sozialistischen Reich einst als dekadent geschmähten Tennisprofis gewannen durch das Frauendoppel Li Ting/Tian Tian Sun Gold. "Ein rotes Fahnenmeer auf dem Siegerpodest", stellte die Nachrichtenagentur Xinhua fest: "Die Entwicklung im Sport ist vergleichbar mit dem ökonomischen Wunder in China." Premieren-Medaillen gab es auch im Kanu, Ringen (jeweils Gold) und Boxen (Bronze), in anderen Sportarten wie Wasserspringen (sechsmal Gold), Gewichtheben (fünfmal Gold) und Schiessen (viermal Gold) dominierte China bereits in Griechenland die Sportwelt.

Verändertes Image auch im Sport

Die Parteiführung im Milliardenstaat zahlt Milliardensummen für die Unterstützung des Sports, dazu kommen vor allem in populären Sportarten wie Tischtennis oder Kunstturnen zunehmend Gelder aus der Wirtschaft. Chinas Athleten haben mit armen Reisbauern nichts gemeinsam, wie Jie Zhou von der Xinhua festhält: "Die professionellen Trainingsbedingungen in allen Sportarten sind hervorragend, Material und psychologische Techniken bis hin zur Selbsthypnose sind ausgezeichnet". Von Heranzüchterei will er aber nichts wissen: "Entscheidend ist, dass die Athleten relaxed sind. Es gibt nicht wie früher die Parteiführung, die sie für Misserfolge bestraft."

Fröhlich wie nie präsentierten sich Sportler und Fans mit ihren "Jiayou" ("Vorwärts")-Sprechchören. Die politische Führung will Erfolg, doch nicht mehr um jeden Preis. Die Zeiten von Doping-Coach Ma Junren, der seinen Leichtathleten unter anderem Suppe aus Schildkrötenblut braute, sind vorbei. Der Sport dient als Vehikel für Chinas verändertes Image in der Welt. "Wir wollen nur saubere Medaillen, und ausserdem ist Gold nicht das Wichtigste bei Olympia, das ist gegen den olympischen Geist", stellte Xiao Tian, Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees, klar.

Dennoch ging Chinas Presse mit ihren mit drei Medaillen enttäuschenden Kunstturnern hart ins Gericht. Ungeachtet aller Dementis möchte China in vier Jahren in Peking vor den Augen der Welt dem politischen Erzfeind USA eine Lektion erteilen und die Nummer 1 der Medaillenliste erobern. "Wir hatten in Athen 227 Athleten, die unter dem ohnehin niedrigen Durchschnittsalter des Teams von 23 Jahren waren", sagt Li Furlong, stellvertretender Chef de Mission: "Sie sollen erst in Peking ihren Zenit erreichen."

Selbst in bislang unbekannten Sportarten wie Reiten - Pferde waren im Reich der Mitte bislang fast ausschliesslich in der Landwirtschaft bekannt - sucht China mit Hilfe westlicher Trainer den Anschluss an die Weltspitze. Mindestens 50 Goldmedaillen erwarten Experten bei den Heimspielen 2008 von den chinesischen Athleten.

(rr/Si)

 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich -1°C 2°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebelfelder
Basel -2°C 3°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebelfelder
St. Gallen 0°C 0°C wolkig, wenig Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Nebelfelder
Bern -3°C 2°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebelfelder
Luzern 2°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 3°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 2°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten