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Teilchenbeschleuniger im CERN eingeweiht
publiziert: Dienstag, 21. Okt 2008 / 21:22 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 21. Okt 2008 / 21:59 Uhr

Genf - Im CERN in Genf ist der stärkste Teilchenbeschleuniger der Welt eingeweiht worden - obwohl die grösste Maschine aller Zeiten zurzeit gar nicht funktioniert. Dennoch war unter der zahlreichen internationalen Politprominenz Enthusiasmus spürbar.

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Das Tunnel befindet sich rund 60 Meter unter Tag.
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«Wir erleben den Beginn einer neuen Epoche für die Forschung», erklärte Robert Aymar, Generaldirektor des Europäischen Laboratoriums für Teilchenphysik CERN, in seiner Rede vor zahlreichen Ministern aus den zwanzig CERN-Mitgliedsländern, darunter Bundespräsident Pascal Couchepin.

Die Erwartungen an den «Large Hadron Collider» (LHC) sind laut Aymar riesig. Der Teilchenbeschleuniger werde unser Verständnis der Natur und des Universums verändern, sagte er.

27 Kilometer Tunnel

Der LHC besteht aus einer Vakuumröhre in einem knapp 27 Kilometer langen Ringtunnel im schweizerisch-französischen Grenzgebiet bei Genf. Für die Experimente werden mit beinahe Lichtgeschwindigkeit zwei Protonenstrahlen in die Röhre geschossen.

Treffen sie aufeinander, entstehen bei der Kollision kleinste Teilchensplitter. Die Forscher versprechen sich von diesen Teilchen grundlegend neue Erkenntnisse über die Materie und das Universum.

Internationale Zusammenarbeit gelungen

Bundespräsident Pascal Couchepin hob in seiner Festrede die gelungene internationale Zusammenarbeit hervor. Damit sei der Teilchenbeschleuniger ein Beispiel einer «geglückten Globalisierung». An den Experimenten im CERN sind über 8000 Physiker aus aller Welt beteiligt.

Das andere CERN-Gastgeberland Frankreich war durch Premierminister François Fillon an der Feier vertreten. Fillon bezeichnete die Anlage als «grösstes Wissenschafts-Projekt dieses Jahrhunderts».

Ins Stocken geraten

Bislang funktionierte die Anlage nur einige Tage. Zunächst hatte es am 10. September nach einem Bilderbuchstart ausgesehen. Rascher als erwartet war es den CERN-Technikern gelungen, die zwei Protonenstrahlen in die Vakuumröhren einzuschiessen.

Die schrittweise Inbetriebnahme der hochkomplexen Forschungsanlage geriet jedoch schon Mitte September ins Stocken. So kam es im Kühlsystem eines supraleitenden Elektromagneten zu einer grösseren Panne. Deshalb müssen die Physiker nun bis im Frühjahr 2009 warten, um mit ihren Experimenten zu beginnen.

(ht/sda)

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