Unterschlupf auf dem Waffenplatz
Temporäres Bundesasylzentrum in Thun
publiziert: Montag, 30. Nov 2015 / 14:52 Uhr
Auf dem Thuner Waffenplatz sollen bis zu 600 Migranten untergebracht werden.
Auf dem Thuner Waffenplatz sollen bis zu 600 Migranten untergebracht werden.

Bern - Der Bund richtet auf dem Thuner Waffenplatz ein temporäres Bundesasylzentrum ein. Schrittweise sollen bis zu 600 Plätze in zwei Hallen entstehen, in denen bisher Fahrzeuge untergebracht waren.

6 Meldungen im Zusammenhang
Bereits am 18. Dezember wird die erste Halle mit rund 300 Plätzen in Betrieb genommen, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Montag mitteilte. Bei Bedarf wird später auch die zweite Halle mit ebenso vielen Plätzen eröffnet.

Für den Betrieb und die Sicherheit des Zentrums sind die privaten Firmen ORS AG und Securitas AG verantwortlich. Die beiden Hallen werden baulich vom übrigen Gelände abgetrennt, um die Sicherheit auf dem Waffenplatz zu gewährleisten. Das temporäre Bundesasylzentrum soll bis Ende Mai 2016 bestehen bleiben und dann geschlossen werden.

Bereits durchgesickert

Bereits Ende vergangener Woche sickerte durch, dass der Bund auf dem Thuner Waffenplatz ein Asylzentrum einrichten möchte. Nun haben sich der Bund, der Kanton Bern und die Stadt Thun nach Angaben des SEM geeinigt.

Der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz äusserte sich Ende vergangener Woche zurückhaltend zu den Plänen des Bundes: «Man kann sich schon fragen, ob sich ein Asylzentrum mit der militärischen Nutzung des Waffenplatzes kombinieren lässt».

Andererseits akzeptierte der Thuner SVP-Stadtpräsident, dass das SEM in einer schwierigen Lage sei. Rein rechtlich hätte die Stadt Thun wohl auch gar keine Möglichkeit, ein Zentrum zu verhindern: «Es ist ein Zentrum des Bundes, das vom Bund betrieben wird und auf einem Areal steht, das dem Bund gehört», sagte Lanz. Wichtig sei, dass ein geordneter Betrieb gewährleistet werde.

Die Thuner Bevölkerung soll am 9. Dezember an einer Informationsveranstaltung über das Zentrum informiert werden.

Bald auch Asylsuchende im Berner Zieglerspital

Im ehemaligen Berner Zieglerspital soll ein weiteres Bundeszentrum entstehen. Wann dort die ersten Asylsuchenden einziehen, ist noch offen. Auch in anderen Kantonen läuft die Suche nach neuen Zentren. Seit vergangenem Frühling wurden die bundeseigenen Unterbringungsplätze laut SEM auf rund 4300 aufgestockt. Mit den 600 Plätzen in Thun kommt der Bund nun auf rund 4900 Plätze.

Das Staatssekretariat für Migration registrierte in den letzten Monaten steigende Asylzahlen. Die Kapazitäten des Bundes für die Unterbringung der Asylsuchenden und für die Verarbeitung der Asylgesuche sind ausgeschöpft.

(bg/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Amsterdam - Proteste gegen ein ... mehr lesen 1
Linksautonome protestierten gegen die Errichtung des Bundesasylzentrums im Berner Zieglerspital. (Symbolbild)
Bern - Die Berner Linksautonomen, ... mehr lesen 1
Bern - Die Anzahl Asylgesuche in der Schweiz ist im November weiter angestiegen. ... mehr lesen 1
Rund 5700 Personen ersuchten im vergangenen Monat um Asyl.
Aarau - Der Kanton Aargau will Asylbewerber auch in Selbstbau-Hütten der IKEA-Stiftung unterbringen. Diese «Shelters for Refugees» sollen vor allem in Hallen aufgestellt werden. In Frick will der Kanton ein befristetes Zentrum für 300 Personen in zwei Werkhallen einrichten. mehr lesen  1
Weitere Artikel im Zusammenhang
Dass...
immer mehr europäische Länder ihre Grenzen wieder kontrollieren ist die erste gute Nachricht aus dem ganzen Asylschwachsinn.
Die zweite gute Nachricht möge sein, dass sämtliche Anhänger einer bestimmten, menschenfeindlichen, mit der europäischen Gesellschaftsordnung inkompatiblen Ideologie schnellstens ausser Landes gebracht werden.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 8°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 9°C 19°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
St. Gallen 7°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 7°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen trüb und nass
Luzern 8°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 7°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen anhaltender Regen
Lugano 10°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten