Tennis: Australian Open
publiziert: Montag, 13. Jan 2003 / 14:02 Uhr / aktualisiert: Montag, 13. Jan 2003 / 14:31 Uhr

(Si) Das Australian Open hat für die Schweizer Tennisspieler positiv begonnen. Siegen von Michel Kratochvil und Patty Schnyder steht nur die Niederlage von Myriam Casanova gegenüber, die gegen Justine Henin-Hardenne hatte erwartet werden müssen.

Die Schweizerin Patty Schnyder am Australian Open in Melbourne.
Die Schweizerin Patty Schnyder am Australian Open in Melbourne.
In der Nacht auf heute Dienstag bestritten Roger Federer, Marc Rosset, Marie-Gaïané Mikaelian und Emmanuelle Gagliardi ihre Erstrundenspiele. Dank dem Direktduell zwischen den beiden welschen Frauen werden mindestens drei SchweizerInnen die 2. Runde erreichen.

Für Michel Kratochvil war der Kanter-Erfolg (6:3, 6:0, 6:3) gegen Davide Sanguinetti (ATP 48) mehr als ein simpler Erstrundensieg. Der Ostermundiger, nach einem katastrophalen Herbst und einem mässigen Saisonstart mit Niederlagen gegen Roger Federer und Jan-Michael Gambill auf Platz 78 abgerutscht, feierte seinen erst dritten Matchgewinn in den letzten 14 Partien und tankte damit eine Portion Selbstvertrauen.

"Dieser Sieg war nach der letzten Zeit sicher nicht selbstverständlich", freute sich Kratochvil nach der erfolgreichen Frühschicht vor einigen Schweizer Supportern. Nach nervösem Beginn und 0:2-Rückstand spielte Kratochvil taktisch richtig, forcierte immer wieder die Vorhand von Sanguinetti und variierte den Spin geschickt. Der 30-Jährige aus Viareggio, dessen Spiel stark dem eines Tennislehrers ähnelt, verlor darauf rasch die Contenance, was Kratochvil zu 13 Gamegewinnen in Serie ausnützte (vom 3:3 im ersten zum 4:0 im dritten Satz).

Sein nächster Gegner hat Routine im Übermass vorzuweisen. Wayne Ferreira (ATP 39), der gegen Tommy Robredo (Sp/26) nach verlorenem Startsatz die nächsten drei Durchgänge deutlich gewann, bestreitet sein 49. Grand-Slam-Turnier in Serie. Damit ist der Südafrikaner nach Stefan Edberg (54) der Spieler mit der zweitlängsten ununterbrochenen Präsenz. Erstaunlich für einen Spieler, dessen einzige Konstanz ansonsten in der Unkonstanz besteht.

Für Kratochvil soll Melbourne eine Art Neustart bedeuten. Der 24-Jährige möchte heuer nur zu gerne in die Gegend von Platz 30 zurückkehren, wo er im letzten Sommer schon einmal war, dann aber plötzlich vom Weg abkam. "Wenn ich in Wimbledon gegen Tim Henman gewonnen hätte, wäre vielleicht alles anders gekommen", trauerte "Krati" dem in fünften Satz verlorenen Achtelfinal gegen Henman nach. Danach folgten Niederlagen über Niederlagen und zum Saisonende auch noch eine Krankheit. "Ich habe nicht unbedingt schlecht gespielt. In einigen Partien habe ich hoch geführt und dann noch verloren und dann kam die Krankheit dazu", erklärte Kratochvil.

Nun will er wieder voll angreifen. Im Dezember weilte er drei Wochen mit seinem Coachingteam bei Nick Bollettieri in Florida, war dann über Weihnachten nur zwei Tage zuhause, ehe er schon wieder nach Doha dislozierte. "Jetzt muss ich einfach ein paar Spiele gewinnen und so den Motor wieder zum Laufen bringen", setzt sich Kratochvil für den Moment kleine Ziele. Mit einigen weiteren Siegen hier in Melbourne und danach in Mailand könnte er sich einen Platz in den Masters-Series-Hauptfeldern sichern.

Schnyders Pflichtsieg

Erstmals nach 2000 hat Patty Schnyder in Melbourne die 2. Runde erreicht. Die Baselbieterin, die am 27. Januar im WTA-Ranking definitiv Martina Hingis als neue helvetische Nummer 1 ablösen wird, setzte sich gegen Wynne Prakusya (WTA 106) trotz 43 "unforced errors" sicher 6:3, 6:1 durch. "Ich bin froh, dass ich so locker gewonnen habe, auch wenn das Niveau nicht hoch war", so Schnyder, die sich gegen die limitierte Indonesierin problemlos mit dem Pflichtprogramm begnügen konnte.

Die Linkshänderin, die in Melbourne schon dreimal die Achtelfinals erreichte, scheint heuer gute Chancen zu haben, mindestens erneut so weit zu kommen. Ihre nächste Gegnerin Marta Marrero (WTA 93) fühlt sich jedenfalls eher auf Sandplätzen zuhause. Schnyder will aber keinen Schlendrian aufkommen lassen: "Ich habe schon viele bittere Niederlagen erlitten, ich werde sie sicher nicht unterschätzen."

Casanovas Negativbilanz

Ohne Matchgewinn muss hingegen Myriam Casanova aus Australien abziehen. Die Rheintalerin, die schon an der Gold Coast (gegen Meghann Shaughnessy) und in der Qualifikation von Sydney (Samantha Reeves) in der Startrunde ausgeschieden war, unterlag Justine Henin-Hardenne (Be/5) bei grosser Hitze 3:6, 4:6. Casanova zeigte gute Ansätze, beging aber insgesamt 45 unerzwungene Fehler, die überwiegende Mehrheit mit der Vorhand. "Ich habe mit der Vorhand mein Timing überhaupt nicht gefunden", gab Casanova zu.

Für die aufgestellte 17-Jährige, die physisch noch immer über grosses Steigerungspotenzial verfügt, ist dies der erste kleine Rückschlag in ihrer bislang so viel versprechenden Karriere. Bei den ersten sieben Turnieren, die sie als Profi bestritt, war sie nie in der Startrunde ausgeschieden. Im Ranking verbesserte sie sich 2002 von Platz 342 auf 54, womit sie innert zwei Jahren fast 900 Plätze gut machte. Die aufgestellte Casanova nahm das Scheitern aber gelassen: "Mein Gott, jetzt habe ich halt dreimal hintereinander verloren. Die Partie heute war aber im Vergleich zu den letzten Spielen wieder ein Lichtblick und jetzt kann ich zuhause wieder einige Wochen trainieren."

Trainieren kann Casanova in nächster Zeit noch genug. Da sie erst am 20. Juni ihren 18. Geburtstag feiert und dann ihre volle Spielberechtigung erlangt, darf sie bis dahin nur wenige Turniere bestreiten. Als nächste Einsätze sind die Hallenturniere in Paris und Antwerpen geplant.

(bert/sda)

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