Tennis: Capriati als erste Titelverteidigerin in der Open Era out
publiziert: Montag, 13. Jan 2003 / 14:27 Uhr

(Si) Bis kurz nach 21 Uhr Ortszeit verlief der erste Tag beim Australian Open ruhig. Danach kam es aber knüppeldick: Jennifer Capriati verlor 6:2, 6:7 (6:8), 4:6 gegen Marlene Weingärtner (WTA 90) und scheiterte damit als erste Titelverteidigerin in der Open Era in der Startrunde.

Die Deutsche Marlene Weingartner gewinnt gegen die Amerikanerin Jennifer Capriati am Australian Open in Melbourne.
Die Deutsche Marlene Weingartner gewinnt gegen die Amerikanerin Jennifer Capriati am Australian Open in Melbourne.
Der "Captrick" war Jennifer Capriati an der Stätte ihrer bislang grössten Triumphe ohnehin nicht zugetraut worden. Seit ihrem zweiten Sieg im Melbourne Park im Vorjahr hatte sie kein Turnier mehr gewonnen und gemäss Insidern in ihrer Residenz in Saddlebrook auch die Trainingsarbeit vernachlässigt. Erschwerend kam hinzu, dass sie sich nach der letzten Saison einer Augenoperation unterziehen musste, da ihr Gesichtsfeld eingeschränkt war.

Dass sie noch nicht in Form war, hatte sich bereits in Sydney abgezeichnet, als sie gegen die Russin Tatjana Panowa ausschied. Dass Capriati aber gegen eine international nahezu unbekannte Deutsche den Kürzeren ziehen würde, hatte niemand vorausgesehen. Zumal die Partie anfänglich planmässig verlief: Capriati führte 6:2, 3:0, 30:0 (Aufschlag Weingärtner), ehe die Partie kippte. Im dritten Satz verdiente sich Weingärtner dann den bislang deutlich grössten Erfolg ihrer Karriere mit couragiertem Spiel, sie hatte schon in zwei Servicegames zuvor total fünf Breakchancen. "Es lag nicht an den Augen, meine Vorbereitungszeit war aber wohl etwas zu kurz", so Capriati.

Wer ist diese Marlene Weingärtner? Die gebürtige Heidelbergerin atmete schon früh professionelle Tennisluft. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes: Sie lebte zehn Jahre in Leimen im Elternhaus von Boris Becker und sogar in dessen Zimmer, das Gerüchten zufolge nicht viel grösser war als eine Wäschekammer.

Die fast 23-jährige zierliche Grundlinienspezialistin (174 cm/56 kg), die seit kurzem ebenfalls in Saddlebrook lebt, wurde kurzzeitig von Jim Pierce gecoacht, dem Vater von Mary. Die Tochter einer Ärztin und eines Ingenieurs hatte ein Angebot, an der renommierten Stanford-Universität zu studieren und erreichte als bislang bestes Ranking Platz 36 (Februar 2002). Als bisherige Höhepunkte hatte sie Siege gegen Amanda Coetzer und Arantxa Sanchez im Palmarès.

Deutschlands vermeintliches Fiasko

Weingärtner rettete mit ihrem Exploit überraschend das Australian Open der Deutschen, noch wenige Stunden zuvor hatte sich für den Deutschen Tennis-Bund (DTB) ein Debakel historischen Ausmasses abgezeichnet. Die ersten sechs Deutschen, die im Einsatz standen, verloren allesamt und trübten die Stimmung, die nach den Absagen von Tommy Haas und Nicolas Kiefer eh schon schlecht war, weiter.

Kurnikowas Lebenszeichen

Einmal mehr waren fast alle Augen am ersten Turniertag auf Anna Kurnikowa (WTA 42) gerichtet. Und die Russin überzeugte diesmal auch auf dem Court. Sie setzte sich in 50 Minuten mit 6:1, 6:2 gegen die Slowakin Henrieta Nagyova (WTA 67) durch und zeigte dabei in doppelter Hinsicht eine Ausnahmeleistung. Erstens, weil sie für ihre Verhältnisse ausnehmend konstant spielte und nur 12 leichte Eigenfehler beging (drei im ersten Satz!) und zweitens, weil sie ihre lange Durststrecke beendete. Seit dem Viertelfinal beim Australian Open 2001 hatte Kurnikowa bei keinem Major-Turnier mehr ein Spiel gewonnen.

(bert/sda)

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