Tennis: Davis-Cup - Roger Federer reiste mit Privatjet an
publiziert: Mittwoch, 4. Feb 2004 / 17:48 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 4. Feb 2004 / 18:39 Uhr

Zwei Tage vor Beginn der Daviscup-Partie Rumänien - Schweiz in Bukarest strotzten beide Teams vor Zuversicht. Bis zur Auslosung am Donnerstagmittag müssen die Schweizer noch einen Spieler von der Meldeliste streichen.

Das Roger Federer zum Einsatz kommt, ist klar. Aber greift auch Marc Rosset zum Racket?
Das Roger Federer zum Einsatz kommt, ist klar. Aber greift auch Marc Rosset zum Racket?
In der rumänischen Metropole ist das Interesse am Davis-Cup riesig. Die 5000 Plätze in der "Sala Polivalenta" sind ausverkauft. Als sich am Mittwochmittag die rumänische Mannschaft präsentierte, drängten sich weit über 100 Medienschaffende in den Konferenzraum des Spielerhotels.

Jene Fotografen, welche am Flughafen auf die Ankunft von Roger Federer plangten, warteten indes vergebens: Der Australian-Open-Sieger war noch am Dienstagabend in einem Privatjet nach Bukarest geflogen. Nicolae Buzaianu, der Direktor der Energy Consult SA und schweizerisch-rumänischer Doppelbürger, sponsorte den Learjet.

Auch Roger Federer präsentierte sich bloss 30 Stunden nach der Rückkehr aus Australien zuversichtlich. Nein, er sei nicht müde. Und er habe auch keine Angst, dass ihm die Umstellung von Hartplatz auf den Indoor-Sandcourt nicht gelingen würde. "Das Hotel ist gut und der Platz perfekt. Ich glaube nicht, dass der Sand ein Nachteil für die Schweiz darstellt."

Federer-Motor läuft wieder

Die Teamkollegen traf Federer am Mittwochmittag beim Training in der Halle. Die Mehrzweckhalle (Sala Polivalenta) verfügt kaum über Fenster, und nicht nur deshalb wird der Besucher das Gefühl nicht los, dass hier schon längere Zeit nicht mehr gelüftet wurde.

Mit Freude und Scherzen nahm Federer Glückwünsche des Teams zum zweiten Grand-Slam-Titel und zur Nummer 1 entgegen. Federer: "Der Davis-Cup ist immer von neuem eine wunderschöne Abwechslung. Jahraus, jahrein bin ich mit meinem persönlichen Team unterwegs. Hier komme ich in ein anderes Team, die Atmosphäre ist aber jedes Mal riesig. Deshalb spiele ich im Davis-Cup regelmässig gut."

Seine Vorbereitungszeit ist diesmal zwar knapp -- aber für Federer scheinbar kein Problem: "Am Dienstag nach der Rückkehr war ich ´kaputt´ vom langen Flug. Im Schlaf habe ich mich aber erholt -- und am Mittwoch den Motor wieder gestartet."

Im Gegensatz zu Federer hat sich der Rest des Schweizer Teams gut und ausgiebig auf den Davis-Cup in Bukarest vorbereiten können. Schon letzte Woche absolvierten Michel Kratochvil, Stan Wawrinka, Marc Rosset und Yves Allegro ein viertägiges Sandplatz-Camp in Genf.

Auch von Federers Erfolgen liessen sie sich im Training nicht stören: Vom Melbourne-Viertelfinal gegen Lleyton Hewitt informierte Fitnesscoach Pierre Paganini die trainierenden Profis alle 15 Minuten. Seit Samstag trainieren die Schweizer bereits in Rumänien.

Wer ist überzählig?

Am Mittwochabend hatten Captain Marc Rosset, Trainer Georges Deniau in Absprache mit Teamleader Federer einen ersten Entscheid zu fällen. Am Donnerstagmittag müssen für die Auslosung die Einzelspieler vom Freitag und das Vier-Mann-Kader benennt werden.

Varianten gibt es mehrere: Wird Captain Rosset nicht als Spieler gemeldet, ist klar, dass Yves Allegro das Doppel bestreiten wird. Ist Wawrinka überzählig, böte sich die Möglichkeit, Federer allenfalls im Doppel zu schonen. Und wenn Allegro nicht gemeldet wird, müsste wieder Marc Rosset (gemäss ATP-Ranking auch im Einzel die Schweizer Nummer 2) das Doppel spielen -- wie im September beim Halbfinal in Australien.

"Rosset wird zumindest das Doppel spielen, da bin ich mir sicher", meinte Rumäniens Captain Florin Segarceanu. Denkbar ist dieses Szenario, obwohl Rosset nach dem Halbfinal betont hat, sich 2004 auf das Captainamt zu konzentrieren.

"Aber vorbereitet hat sich Marc (Rosset) wie ein Spieler", so Verbandstrainer Severin Lüthi. Marc Rosset: "Ich wäre in Form -- aber die übrigen Spieler sind es auch..."

Eine Kaderreduktion müssen auch die Rumänen noch vornehmen. So gut wie sicher ist jedoch, dass die Gastgeber für die Einzel Andrei Pavel (ATP 53) und Victor Hanescu (ATP 72) nominieren werden. Nicht mit von der Partie sind Adrian Voinea, der Ende November an der rechten Schulter operiert wurde, und Razvan Sabau, der vom Verband zu viel Geld forderte.

Dennoch sind die Rumänen zuversichtlich, erstmals seit der Ära Nastase/Tiriac wieder die Viertelfinals im Daviscup zu erreichen. Andrei Pavel: "Federer wird todmüde sein. Er war am Australian Open während zwei Wochen voll konzentriert. Ich glaube nicht, dass er schon wieder sein bestes Tennis wird spielen können."

Rumäniens Captain Segarceanu sieht die Partie folgendermassen: "Federer ist für seine Einzel klarer Favorit. Gegen die Schweizer Nummer 2 -- egal wer es sein wird -- befindet sich allerdings Rumänen in der Favoritenrolle. Also wird das Doppel oder eine saftige Überraschung über das Weiterkommen entscheiden."

(von Rolf Bichsel, Bukarest/Si)

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