Tennis: Federer trennt sich von Lundgren
publiziert: Dienstag, 9. Dez 2003 / 20:12 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Dez 2003 / 21:42 Uhr

Überraschender Entscheid im Umfeld von Roger Federer: Der zweitbeste Tennis-Spieler der Welt und sein Erfolgscoach Peter Lundgren trennen sich per sofort.

Roger Federer habe sich noch nicht für einen neuen Trainer entschieden.
Roger Federer habe sich noch nicht für einen neuen Trainer entschieden.
Der Entscheid hätte eigentlich erst am 15. Dezember im Beisein von Lundgren bekannt gegeben werden sollen, ein Artikel in der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Dienstag sorgte aber dafür, dass sich die Ereignisse überstürzten. "Es war ein längerer Prozess und der Entscheid ist mir schwer gefallen", sagte der gefasst wirkende Federer an einer eigens einberufenen Medienkonferenz in Basel. "Wir beenden unsere Zusammenarbeit auf dem absoluten Höhepunkt, das hat den Entscheid noch schwerer gemacht."

Obwohl Federer in diesem Jahr mit sieben Turniersiegen, darunter dem Gewinn der Kronjuwelen von Wimbledon und dem Masters in Houston, das bei weitem erfolgreichste Jahr seiner Karriere hinter sich hat, in dem er den Weltranglisten-Thron nur um einen Hauch verpasste, und am Samstag in Bern zweifelsfrei zum "Sportler des Jahres" gekürt wird, sah der Baselbieter die Zeit für eine Neu-Orientierung gekommen: "Unsere Beziehung ist alltäglich geworden. Ich habe das Gefühl, dass ich einen neuen Impuls brauche."

Die Trennung, so Federer, habe er sich über mehrere Monate reiflich überlegt, und dem "sehr enttäuschten" Lundgren dann nach dem Saison-Finale in Texas mitgeteilt, einem Turnier, in welchem die beiden weit von jeglichen Dissonanzen entfernt schienen. Das war allerdings gemäss Federer nicht immer so: "Es hat vielleicht Mitte Jahr, im Ansatz auch schon Anfang Jahr, erste Zeichen von Problemen gegeben. Es war einfach nicht mehr so wie früher. Ich bin überzeugt, dass ich richtig gehandelt habe."

Während auch spekuliert wurde, Miroslava Vavrinec sei zumindest mitbeteiligt an der Absetzung gewesen, wollte Federer von einer eventuellen "Mitschuld" seiner Freundin, die den randvollen Terminkalender Federers koordiniert, nichts wissen: "Wir haben im Team darüber diskutiert, aber den Beschluss habe ich ganz allein gefasst. Ich muss schliesslich zufrieden sein."

Vom begnadeten Talent zum Weltstar

Federer hatte seit April 2000 und seinem Beschluss, sich per Ende Oktober jener Saison von Swiss Tennis (und damit von seinem Jugendcoach Peter Carter) zu trennen, voll und ganz mit dem sympathischen Schweden mit der etwas altmodischen Frisur zusammen gearbeitet.

Lundgren war bei allen grossen Erfolgen Federers mit dabei, begleitete ihn zu elf Turniersiegen, dem Sprung von Platz 51 auf 2 im Ranking sowie -- noch wichtiger -- zur Reifung vom einst impulsiven Jungstar mit grossartigen Anlagen zum hart arbeitenden Weltstar, der sich jederzeit unter Kontrolle hat. Zudem war der ehemalige Top-30-Spieler, der den schmalen Grat zwischen Zuckerbrot und Peitsche ausgezeichnet beherrschte, stets umgänglich und ein auch von den Medien gern kontaktierter Ansprechpartner.

Der Baselbieter ist auf der Suche nach einem Ersatz, will aber bei dem für einen Tennisspieler unzweifelhaft diffizilsten Entscheid nichts überstürzen. Dies muss er auch nicht, denn sein ausnehmend hoher technisch-taktischer Level sollte es ihm erlauben, eine gewisse Phase ohne Übungsleiter ohne allzu grossen Substanzverlust zu überstehen.

Seine Vorbereitungsphase auf den ersten Saison-Höhepunkt absolviert Federer wie geplant in Biel und wird dabei nebst den physischen Einheiten mit Pierre Paganini mit jungen Schweizern (Ivo Heuberger, Yves Allegro, Stanislas Wawrinka, Michael Lammer) sowie ab dem 15. Dezember auch mit seinem Freund Max Mirnyi (WRuss) trainieren.

Am 5. Januar erfolgt dann die Abreise in Richtung Melbourne, wo nach Exhibitions in Hongkong und Melbourne am 19. Januar das erste Grand-Slam-Turnier 2004 beginnt. "Ich kann mir aber gut vorstellen, in Melbourne ohne Coach anzutreten", so Federer, der noch kein genaues Anforderungsprofil erstellt hat: "Ich muss aber sicher mit ihm auskommen können und das Potenzial sehen, mit ihm vorwärts zu kommen." Allfällige Namen, die in den nächsten Tagen aufgeworfen werden, sind definitiv nicht mehr als Spekulationen, denn Federer sagt: "Ich bin noch am Schauen."

Am Rande der Medienkonferenz wurde auch bekannt, dass Federer auf den 1. Januar 2004 seinen Wohnsitz verlegt. Er zieht von Bottmingen ins benachbarte Oberwil BL.

(von Marco Keller, Basel/Si)

 
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