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Tennis: Interview Roger Federer
publiziert: Sonntag, 7. Jun 2009 / 21:53 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Jun 2009 / 17:30 Uhr

Nach dem Finalsieg beim French Open freuten sich alle mit Roger Federer. Auch die Medienschaffenden applaudierten spontan, als der nunmehr 14-fache Gewinner von Grand-Slam-Turniere den Interviewraum betrat.

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Ein sehr emotionaler Moment für Roger Federer.
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Roger Federer, herzliche Gratulation. Sie führten im ersten Satz rasch 4:0 und schafften in den beiden anderen Sätzen auch das frühe Break. War die Partie einfacher, als sie erwartet hatten?

Roger Federer: «Ich habe einen schweren Match erwartet, weil Robin sehr gut gespielt hatte und es der Final von Paris war. Ich hatte das Turnier ja noch nie gewonnen und wusste um die Schwierigkeiten in diesem Match. Ich hoffte auf einen guten Start und der ist mir gelungen, worauf ich lockerer wurde. Der zweite Satz war der Schlüssel. Ich war immer präsent und habe eines der besten Tiebreaks meiner Karriere gespielt mit vier Assen, mental war es aber sehr schwierig, im Match zu bleiben. Mein Geist hat mir immer Fragen gestellt: ´Was passiert, wenn ich gewinne? Was wird das bedeuten? Was werde ich sagen?´ Ich war sehr nervös.»

Sie sind nach der Finalniederlage in Australien gut zurückgekommen. Ist es mental und physisch wie ein Neustart?

Federer: «Ich bin sehr stolz auf meine Karriere und habe viel mehr erreicht, als ich erreichen wollte. Mein Kindertraum war, einmal Wimbledon zu gewinnen, ich habe es fünfmal geschafft. Den Sieg in Paris habe ich seit einigen Jahren im Kopf, seit ich mir bewusst geworden bin, welch grosser Spieler ich werden kann. Ich habe begonnen, diese Stadt zu bewundern, die Leute, den Centre Court und mich an die Bedingungen zu gewöhnen. Am Anfang ist es mir nie gelungen, auf dem Centre Court gut zu spielen, weil er so riesig gross ist. Ich habe wirklich sehr hart gearbeitet, um diesen letzten Grand Slam zu gewinnen und darauf bin ich sehr stolz.»

Leute wie Edberg, McEnroe oder Sampras haben hier nie gewonnen. Viele haben gesagt, Sie gehören in die gleiche Kategorie und würden es nie schaffen?

Federer: «Ich bin mit diesen Leuten nicht einverstanden. Ich habe mir hier Chancen gegeben: Pete war einmal im Halbfinal, ich mehrere Male im Endspiel. Ich war auch im Final in Monte Carlo oder Rom, bei anderen Sandplatzturnieren. Ich wusste nicht, ob Rafa im Finale sein würde oder nicht, aber ich habe daran geglaubt, dass ich es sein würde, ich wusste es. Und genau so ist es abgelaufen. Lustig, ich habe nicht darauf gehofft, ich habe daran geglaubt.»

Ihre Frau erwartet ein Baby. War es wichtig für Sie, daran zu denken?

Federer: «Nein, ich weiss es nicht. Für mich sind es zwei unterschiedliche Sachen. Mein Privatleben ist ein Teil meines Lebens, und der professionelle Teil ist anders. Gott sei Dank gehört Mirka zu beiden Teilen meines Lebens und ich bin sehr glücklich, dass wir ein Baby erwarten. Wir warten ungeduldig auf diesen Moment im Sommer. Ich hoffe, dass bei ihr alles gut geht. Ich weiss aber nicht, ob dieser Sieg viel damit zu tun hat. Natürlich ist es toll, in diesem Moment meiner Karriere zu gewinnen, es hätte keinen besseren geben können. Wir haben geheiratet, Mirka erwartet ein Baby, vielleicht ist es noch emotionaler. Um ehrlich zu sein, weiss ich nicht, wie der Zusammenhang ist, aber ich bin einfach sehr glücklich. In meinem Leben passt derzeit alles.»

Wären Sie glücklich, falls Sie ihre Karriere jetzt beenden würden?

Federer: «Natürlich, weil ich alles gemacht habe, was ich machen musste. Ich habe für diesen Moment gekämpft, bin positiv geblieben, ruhig, wenn die Dinge einmal nicht sehr, sehr gut gingen. Ja, ich habe es immer gesagt: Wenn ich einmal zurücktrete, werde ich mit mir im reinen sein. Ich könnte morgen aufhören, aber ich werde es nicht tun, weil ich derzeit keine Lust habe. Ich weiss auch, dass die Karriere nicht mein ganzes Leben dauern wird, aber ich werde versuchen, so lange wie möglich Freude daran zu haben.»

Welche Leistung ist grösser, der «Roger Slam» oder die 14 Major-Titel?

Federer: «Beide sind unglaublich. Ich werde mir keine Komplimente machen, aber wenn man 14 gewinnt, heisst das, dass man die anderen drei oft gewonnen hat, was über die Jahre schwierig ist. Alle vier zu gewinnen, geht vielleicht schneller, weil du im richtigen Moment in guter Form bist. Vielleicht ist es heute etwas einfacher, die Vier zu gewinnen als vor 30 Jahren, als der Rasen und die Hartplätze viel schneller waren. Ich weiss es nicht.»

(sl/sda)

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