Bastl an Hrbaty in Key Biscayne gescheitert
Tennis: Lockere Auftaktsiege von Hingis und Federer
publiziert: Sonntag, 25. Mrz 2001 / 20:11 Uhr

Key Biscayne - Die Schweizer Vertretung bei den Players Championships auf Key Biscayne besteht nur noch aus den Leadern. Martina Hingis erreichte bei ihrem ersten Auftritt mit 6:2, 6:2 gegen Rita Grande (It) ebenso sicher die 3. Runde wie Roger Federer, der Younes El Aynaoui (Mar) mit demselben Resultat bezwang.

Trotz guter Leistung ausgeschieden ist hingegen George Bastl, der Dominik Hrbaty (Slk/13) 6:7 (4:7), 4:6 unterlag. Martina Hingis spielte nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe gegen die Russin Tatjana Panowa (WTA 37) um den Achtelfinaleinzug. Federer strebt dieses Ziel heute gegen den Australier Mark Philippoussis an.

Federer konnte gegen den Marokkaner El Aynaoui (ATP 58) praktisch nach Belieben schalten und walten. Bei eigenem Aufschlag musste er nur einen Breakball abwehren, umgekehrt setzte er den Sand-Spezialisten, der heuer von elf Partien nur zwei gewonnen hat, permanent unter Druck. Für Federer war es die späte Revanche für die Erstrunden-Niederlage in Gstaad 1999, wo er 2:6, 3:6 verloren hatte.

Mit diesem Resultat hat der Münchensteiner bereits seine (bescheidene) Bestleistung an Masters-Series-Events egalisiert, die er im letzten Oktober in Stuttgart aufgestellt hatte und seine dritte Partie an einem der ehemaligen «Super Nine» gewonnen. Ebenso wichtig aber: Er hat die Gewissheit erhalten, dass die Form trotz der zehntägigen Pause nach der ärgerlichen Erstrunden-Niederlage gegen Nicolas Kiefer in Indian Wells (nach 6:3, 4:2-Führung) nicht gelitten hat. «Ich war schon ein wenig im Ungewissen. Aber ich habe mich von Anfang an gut gefühlt und bin zufrieden», so Federer.

An seinen nächsten Gegner hat der 19-Jährige gute Erinnerungen: Mark Philippoussis bezwang er im bislang einzigen Duell im Vorjahr im Daviscup in Zürich in vier Sätzen und hielt dabei erstmals der Belastung als Schweizer Leader stand. Diesmal rechnet er wenige Kilometer von Philippoussis' Residenz entfernt mit einer ganz anderen Partie: «Damals hatte ich Heimvorteil und es war indoor. Es wird schwierig, aber ich werde meine Chancen bekommen, vor allem bei seinem zweiten Aufschlag.»

Erfreut zeigte sich Federer über die jüngste Entwicklung in der unendlichen Daviscup-Saga, die mit der Rückkehr von Marc Rosset um ein weiteres Kapitel angereichert worden ist: «Ich finde Marcs Entscheidung gut. In den nächsten paar Jahren und schon in diesem Jahr haben wir gute Chancen, weit zu kommen.»

Hingis wieder frisch

Titelverteidigerin Hingis konnte beim dritten Zweisatz-Sieg in der dritten Partie gegen die Neapolitanerin Rita Grande (WTA 54) viel ausprobieren und vor allem weiter an ihrem Netzspiel feilen. Obwohl die Siegerin von Hobart und Achtelfinalistin in Melbourne einen sehr guten Saisonstart hatte, war am Freitagabend Lokalzeit unter Flutlicht ein Klassenunterschied offenkundig.

Gut getan hat der Ostschweizerin, dass sie sich nach dem Mammutprogramm des Jahresanfangs -- sieben Turniere inklusive Hopmancup -- in Tampa etwas erholen konnte. «Ich hatte fünf Tage Zeit, mich zu regenerieren. Jetzt bin ich wieder frisch.» Allzu viel Energiereserven sollte die Weltranglisten-Erste in der Hitze Südfloridas auch in den nächsten Runden nicht verlieren, bis zum möglichen Viertelfinal gegen Nathalie Tauziat sollte sie locker durchmarschieren können.

Pluspunkte für Bastl

Bastl leistete dem wie gewohnt auf die Bälle einprügelnden Doppelpartner von Roger Federer grösseren Widerstand als beim bisher einzigen Aufeinandertreffen an den letzten Swiss Indoors. Im ersten Durchgang wehrte er bei 4:5 vier Satzbälle ab und hatte im Tiebreak Pech, als sich Hrbaty mit einem unerreichbaren Netzroller zwei weitere Satzbälle holte. Der Waadtländer hat aber für den möglichen Kampf um einen Daviscup-Platz mit dem Überstehen der Qualifikation und zwei guten Leistungen im Hauptfeld Pluspunkte geholt.

Kafelnikow katastrophal

Die Titelfavoriten hielten sich am Wochenende gut, mit Ausnahme von Jewgeni Kafelnikow (Nummer 5). Der russische Vielspieler, der in Miami noch nie die Achtelfinals überstand, war wenig inspiriert und unterlag dem viel riskierenden Gaston Gaudio (Arg, ATP 31) 4:6, 1:6.

(kil/sda)

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