Attentäter war Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat
Terroranschlag in Istanbul reisst zehn Touristen in den Tod
publiziert: Dienstag, 12. Jan 2016 / 13:55 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 13. Jan 2016 / 00:32 Uhr

Istanbul - Ein Selbstmordattentäter hat sich bei einer deutschen Reisegruppe in Istanbul in die Luft gesprengt und zehn Menschen in den Tod gerissen - mindestens acht Deutsche und einen Peruaner. Laut türkischer Regierung war der Attentäter von der Terrormiliz Islamischer Staat.

6 Meldungen im Zusammenhang
15 Menschen wurden ausserdem verletzt. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sprach am Dienstagabend vor den Medien in Berlin von mindestens acht getöteten Deutschen, die türkische Regierung hatte am Nachmittag noch von neun gesprochen. Am Abend teilte Ankara zudem mit, zwei Tote seien noch nicht identifiziert und dementierte damit Meldungen von einem getöteten Peruaner.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Davutoglu sagte aber im Fernsehen: "Wir haben ermittelt, dass der Urheber dieser Terrorattacke ein ausländisches Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat ist." Es handle sich um einen im Jahr 1988 geborenen Syrer, der erst kürzlich in die Türkei gereist sei, sagte Regierungssprecher Numan Kurtulmus.

Auch Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte das "terroristische Attentat". Die Türkei sei "das erste Ziel von allen Terrororganisationen, die in dieser Region aktiv sind".

Der Attentäter zündete seinen Sprengsatz um 10.18 Uhr Ortszeit vor einem Obelisken vor der Blauen Moschee, als sich dort eine deutsche Reisegruppe aufhielt. Augenzeugen berichteten von einem grossen Feuerball. Der Ort im Stadtteil Sultanahmet ist der grösste Anziehungspunkt für Touristen in der türkischen Metropole.

Merkel: Terroristen Feinde aller freien Menschen

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Anschlag als "mörderischen Akt". "Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit", sagte sie am Dienstagabend in Berlin.

Die Kanzlerin betonte: "Genau diese Freiheit und unsere Entschlossenheit, gemeinsam mit unseren internationalen Partnern, gegen diese Terroristen vorzugehen, werden sich aber durchsetzen."

Die deutsche Regierung kam noch am Dienstagabend zu einer Sondersitzung zusammen. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein und rief alle Reisenden in Istanbul "dringend" auf, Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen zu meiden.

Keine Hinweise auf Schweizer Opfer

Auch das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) erneuerte im Hinblick auf den jüngsten Anschlag in Istanbul seinen Reisehinweis "auf das Risiko von Terroranschlägen...im ganzen Land". Bis Dienstagabend hatte das EDA in Bern keine Kenntnis von Schweizer Opfern.

Davutoglu hatte Merkel in einem Telefongespräch über die deutschen Opfer informiert und sein Beileid übermittelt. Er sicherte zu, alles für die Verletzten zu tun und die Tat aufzuklären. Er rief sein Sicherheitskabinett zusammen, zu dem auch Geheimdienstchef Hakan Fidan gehört.

Auch der bislang blutigste Anschlag auf türkischem Boden, bei dem im Oktober in Ankara 103 Menschen getötet worden waren, wird der IS-Terrormiliz zugeschrieben. Seitdem gilt in der Türkei die höchste Terrorwarnstufe.

EU, USA und NATO sichern Türkei ihre Solidarität zu

Die EU bekundete ihre Solidarität mit der Türkei. "Ich verurteile den brutalen Terrorakt in Istanbul", schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter. Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini erklärte, die EU und die Türkei "stehen vereint gegen alle Formen des Terrorismus". NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg versicherte, die Allianz stehe geschlossen an der Seite ihres Mitglieds Türkei.

Auch die USA betonten, sie stünden weiter fest an der Seite der Türkei. Der französische Präsident François Hollande sprach von einem "abscheulichen Terroranschlag". "Dieser Akt schändlicher Gewalt muss mehr denn je unsere gemeinsame Entschlossenheit stärken, den Terrorismus zu bekämpfen."

Ankara war lange vorgeworfen worden, nicht entschieden gegen die Terrorbanden des so genannten Islamischen Staates (IS) in Syrien vorzugehen. Seit sich Ankara nach langem Zögern im Sommer dem Kampf gegen den IS angeschlossen hat, ist die Türkei zunehmend ins Visier der Terrormiliz geraten.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
2
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Ankara - Die Türkei will der Tourismusbranche unter die Arme greifen, der die jüngsten Anschläge und die Spannungen mit ... mehr lesen
Viele Leute haben im Moment Angst in der Türkei Ferien zu machen. (Symbolbild)
Ankara - Bei einem Autobomben-Anschlag im Regierungsviertel von Ankara sind ... mehr lesen
Paris - Die internationale Reederei MSC Croisières ändert wegen des Anschlags in Istanbul ihre Kreuzfahrtrouten. «Bis ... mehr lesen
Die MSC Magnifica sollte Ende März die Städte Istanbul und Izmir anfahren.
Die türkische Armee hat heute auf die Anschläge von Istanbul reagiert.
Istanbul - Als Reaktion auf den ... mehr lesen 1
Istanbul - Alle zehn beim Bombenanschlag von Istanbul Getöteten waren Deutsche. Aber der Anschlag richtete sich nach ... mehr lesen 2
Weitere Artikel im Zusammenhang
Istanbul - Bei einer Explosion in einem Touristenviertel in der Istanbuler Innenstadt sind nach offiziellen Angaben ... mehr lesen
Glauben oder kein Glauben?
Wie kann es zu solchen Taten kommen? Das Gehirn des Menschen ist eben wie ein Schwamm, der alles Flüssige aufsaugt. Was am unwahrscheinlichsten ist, wird am ehesten aufgesaugt und geglaubt.
Niemand hat je einen Gott gesehen, der Mensch aber glaubt an einen.
Niemand wird glauben können, dass dort oben ein Gott sitzt und quasi einen Puff für Menschen führt, die sich für ihn in die Luft sprengen, doch der Mensch sprengt sich trotzdem in die Luft und dann bildet er sich noch ein, dass dies gottgefällig sei.
Ja, nicht nur sich selbst sprengt er in die Luft, sondern auch noch möglichst viele Ungläubige mit! Obschon doch Gott das Töten verboten hat. Ja er gestattet dem Menschen sogar die Rache nicht, der Herr sagte: „Mein ist die Rache“
Jetzt müsste doch so ein Gläubiger, der sich für einen ewigen Puff in die Luft sprengt sich einmal wenigstens diese Fragen stellen: Was wird Gott mir sagen, wenn ich einen anderen Menschen töte nur um den göttlichen Puff zu kommen? Er hat‘s Töten doch ausdrücklich verboten, ja sogar das Selbsttöten hat er verboten! Wenn man nie gelernt hat, dass Frauen keine Fickmaschinen sind, ja von Gott sogar mit einem dem Manne überlegenen Gehirn ausgestattet wurden, dann kann man gar nie auf so abartige Ideen kommen, dass Gott ein Freudenhaus führt.
Weshalb kann man solch einem Menschen nicht einfach über die Vernunft beibringen, dass das, was er da tut, gar nicht Gottes Wille sein kann? Warum glaubt er lieber den Quatsch vom Ewigen Leben im Puff?
Wer solchen Stuss also glaubt, der glaubt eben auch, dass er persönlich etwas Besonderes ist, dabei ist der Mensch doch nichts anderes, als Teil der Natur. Selbst das ist ihm nicht bewusst, denn wie sonst könnte er seine eigene Lebensgrundlage zerstören und das auch noch als arbeitsplatzerhaltend und als alternativlos ansehen?
Falls nun wer glauben sollte, ich wäre dafür die Religionen abzuschaffen, dann irrt er sich und hat nichts begriffen. Der Mensch findet immer einen Grund, einen anderen umzubringen. Der Holocaust hatte nichts mit Religion zu tun, das Phänomen jedoch, dass man menschliche Hirne mit völligem Quatsch füllen kann, ist wohl ein unlösbares Rätsel.
Da lese ich von einem Ladenbesitzer im Stadtteil Galatasaray in Istanbul, der am Tag nach dem Selbstmord-Attentat einen Touristen wegschickte und sagte, heute sind hier unschuldige Menschen brutal ermordet worden, ich bin in Trauer und kann nichts verkaufen. Ein Moslem in Istanbul auch ein Mensch ja, auch ein Mensch, und bei aller Trauer über die Toten und Zorn über den brutalen und verblendeten Mörder, glaube ich fest und unerschütterlich an das Gute im Menschen und werde daher niemals ganze Völker als schlechter als andere bezeichnen trotz dieser himmeltraurigen, diffamierenden Geschichten von Sodomisten und Kinderschändern, die es angeblich nur bei den Moslem und im afrikanischen Dschungel geben soll und jetzt unsere westliche Welt verseuchen sollen, die davon mehr versucht ist, als so Wüstenorakel sich in seiner sonnenverbrannten Welt vorstellen kann. Daher werde ich die Vertreiber solchen katastrophalen Blödsinns immer auf heftigste bekämpfen, egal was diese Hohlköpfe, die keinen Deut besser sind als der Attentäter von Istanbul, mir unterstellen und mit welchen Attributen sie mich versehen. Ich lasse mich nicht irre machen in meiner Überzeugung, dass die Mehrheit der Menschen völlig in Ordnung ist und dass die schrecklichen Nachrichten von Ausnahmen und nicht vom Allgemeinen berichten, es wären ja auch sonst keine Nachrichten.
Glauben oder kein Glauben ist nicht die Frage, der Mensch ist für sich selbst verantwortlich. Schreckliches gab es schon immer in der Welt und wird es immer geben, wenn jedoch immer nur die anderen daran schuld sind, dann wird sich daran auch nie etwas ändern. Im Gegenteil, das ist die eigentliche Kausa. Der Andere ist aber nicht grundsätzlich böse!
Man...
hat die Syrer so viele Jahre im Stich gelassen und da haben sich halt viele von den hehren Idealen der Demokratie abgewendet und sich religiösen Rattenfängern zugewendet. Zusammen mit wachsendem militärischem Erfolg und einer besseren Bezahlung haben diese Gruppen nun einen unendlichen Zustrom an in- und ausländischen Kämpfern. Die angeblich vernichtenden Verluste des Daesh (IS) konnten rasch durch ausländische Kämpfer und Selbstmordattentäter, auch aus Europa und der Türkei, aufgefüllt werden.
Von Anfang war klar, dass B. Assad dieses Spiel nicht überleben wird, er hatte einfach zu viele und zu mächtige Feinde. Und was am Schluss aus den Alawiten in dieser Region wird, bleibt ebenfalls offen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 17
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Russland und Westen kooperieren bei Syrien-Hilfe Berlin - Russland und westliche Staaten arbeiten bei der humanitären ... 1
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Blödsinn! Das Schaf ist selbst daran Schuld, dass es vom Wolf gerissen wird, ... Mi, 01.06.16 00:50
  • Pacino aus Brittnau 731
    Radikale führen immer . . . . . . in die Sackgasse. Es ist auch die Linke, die die AfD gefördert ... Di, 31.05.16 07:36
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 16°C 26°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 17°C 27°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen 16°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 25°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Luzern 20°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 16°C 27°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 21°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten