Terroristen planten zuerst Anschläge mit Kleinflugzeugen
publiziert: Freitag, 7. Jun 2002 / 07:28 Uhr

Washington - Weil ihr Plan, Kleinflugzeuge mit Sprengstoff gefüllt explodieren zu lassen, am Kauf der Flugzeuge scheiterte, entschieden sich die Terroristen am 11. September zu den Terroranschlägen mit Linienmaschinen.

Der mutmassliche Anführer der Luftpiraten vom 11. September hat mehr als ein Jahr vor den Terroranschlägen ein Darlehnen des US-Landwirtschaftsministeriums beantragt. Damit habe Mohammed Atta ein Kleinflugzeug kaufen und mit Chemikalien füllen wollen, sagte Ministeriumsmitarbeiterin Johnell Bryant in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) im US-Fernsehsender ABC ausgestrahlten Interview.

Atta habe angegeben, er sei Ingenieur und wolle die sechs Sitze des Flugzeugs durch einen riesigen Chemikalientank ersetzen. Bryant lehnte den Antrag auf 650 000 Dollar im Mai 2000 ab. Sie meldete ihn nach eigenen Angaben aber nicht den Bundesbehörden, weil sie ihn nicht für verdächtig gehalten habe.
ABC berichtete unter Berufung auf Ermittler, ursprünglich seien Anschläge mit Kleinflugzeugen geplant gewesen, die mit Sprengstoff gefüllt werden sollten. Dies habe die Vernehmung des El-Kaida-Anführers Abu Zubaydah ergeben, der als Nummer drei des Netzwerks von Extremistenführer Osama bin Laden gilt.

Erst als Atta mit der Geldbeschaffung gescheitert sei, habe Bin Laden selbst entschieden, die Anschläge mit enführten Passagiermaschinen zu verüben.

(ba/sda)

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