Grossajatollah warnt
Terrormiliz will Pilgerstadt stürmen
publiziert: Freitag, 12. Dez 2014 / 20:19 Uhr
Die irakische Pilgerstadt Samarra wird bedroht.
Die irakische Pilgerstadt Samarra wird bedroht.

Samarra - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verstärkt die Angriffe auf die irakische Pilgerstadt Samarra. Am Freitag brachen nach Armee-Angaben am Rande der Stadt heftige Gefechte zwischen den sunnitischen Extremisten und Regierungstruppen aus.

5 Meldungen im Zusammenhang
In Samarra steht eines der wichtigsten schiitischen Heiligtümer. Iraks höchster schiitischer Geistlicher rief die Armee in seiner Freitagspredigt auf, wachsam und vorsichtig zu sein. Die Dschihadisten stellten eine massive Bedrohung für die heiligen Stätten der Schiiten dar, liess Grossajatollah Ali al-Sistani in Kerbela von einem seiner Repräsentanten verkünden.

Die sunnitischen IS-Extremisten haben die Angriffe im Umland der 110 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt in den vergangenen Wochen verstärkt und rücken nun weiter vor. Erobern sie diese, wären die Dschihadisten in einer strategisch wichtigen Position, um auch Bagdad anzugreifen.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden mindestens 15 Dschihadisten bei den Kämpfen südlich von Samarra getötet. Über Opfer bei den Regierungstruppen gab es keine Informationen.

«Weltkulturerbe in Gefahr»

Die einstige Hauptstadt des Abbasidenreiches mit ihren islamischen Altertümern steht seit Jahren auf der Roten Liste der Unesco, «Weltkulturerbe in Gefahr». Die Stadt ist vor allem für die Goldene Moschee berühmt mit den Schreinen der schiitischen Imame Ali al-Hadi und Hassan al-Askari.

Diese werden von den Schiiten als rechtmässige Nachfolger des Propheten Mohammed angesehen. Bei einem Terroranschlag im Februar 2006 wurde die Kuppel stark beschädigt. Bei einem zweiten Angriff im Juni 2007 sprengten Terroristen auch die beiden Minarette in die Luft. In den Augen sunnitischer Extremisten sind Schiiten abtrünnige Muslime.

Millionen Schiiten im Irak bereiteten sich auf den für sie wichtigen Trauertag «Arbain» am (morgigen) Samstag vor. «Arbain» findet 40 Tage nach dem im schiitischen Islam sehr bedeutenden Aschura-Fest statt. Es beschreibt die Trauer über den Tod des Imams Hussein im Jahr 680. Die Schiiten betrachten den Enkel des Propheten Mohammed als Märtyrer. Sein Grab liegt in Kerbela.

Angriffe in anderen Regionen

Auch in einer anderen Region gerieten Schiiten unter Beschuss. Das Nachrichtenportal Almada Press berichtete unter Berufung auf die Polizei, dass bei einem Mörserangriff auf ein schiitisches Gebetshaus im nördlichen Al-Mukdadija mindestens drei Gläubige getötet und 15 weitere verletzt wurden.

Im Irak gibt es seit vielen Jahren Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten und fast täglich Anschläge. Die Lage eskalierte im Sommer dramatisch, als die im syrischen Bürgerkrieg erstarkte IS-Miliz die nordirakische Millionenstadt Mossul eroberte und weiter in Richtung Bagdad vormarschierte.

Der neuen Regierung unter Ministerpräsident Haidar al-Abadi ist es bislang nicht gelungen, die politischen und religiösen Blöcke im Land zu einen.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kerbela - In Massen sind schiitische Pilger am Samstag zum Aschura-Fest ins ... mehr lesen
Während des Aschura-Fests gedenken die Schiiten der Schlacht von Kerbela, bei der Hussein im Jahr 680 im Kampf gegen den Kalifen Jasid getötet wurde.
Erbil/Washington - Nach der ... mehr lesen
Die IS hält sich zur Zeit im Nordirak auf. (Archivbild)
Die IS hat den Flughafen Dair al-Saur attackiert. (Symbolbild)
Dair As-saur - Die israelische ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 5°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 7°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 9°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 5°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 6°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 12°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 11°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten