Tessin: Stiefvater eines Hotelerben muss hinter Gitter
publiziert: Donnerstag, 5. Jun 2008 / 23:45 Uhr / aktualisiert: Freitag, 6. Jun 2008 / 00:09 Uhr

Locarno - Der Stiefvater eines Hotelerben ist vom Strafgericht Locarno zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Er hatte insgesamt über 6 Millionen Franken des Erbes für seine eigenen Zwecke ausgegeben.

Von der nun ausgesprochenen dreijährigen Zuchthaus-Strafe muss der verurteilte Stiefvater 18 Monate absitzen.
Von der nun ausgesprochenen dreijährigen Zuchthaus-Strafe muss der verurteilte Stiefvater 18 Monate absitzen.
Damit ging eine langwierige Auseinandersetzung zu Ende, die ihren Anfang am 18. Oktober 2001 mit einer Anzeige genommen hatte. Damals entdeckte der heute 26-jährige Hotelerbe, dass ihn sein Vormund um über 6 Millionen Franken erleichtert hatte. Der 53-jährige Bodenleger leistete sich mit dem Geld unter anderem ein Appartement und den Luxus, an Autorennen teilzunehmen.

Der Geschädigte, der von den Tessiner Medien «Baby-Millionär» getauft wurde, wuchs ohne leiblichen Vater auf. Der Hotelier war 1981 bei einem Bergunfall ums Leben gekommen, als seine Frau schwanger war.

Die Witwe zog später mit dem nun angeklagten Bodenleger zusammen. Sie verstarb 1998 an Krebs. Um das Vermögen in der Höhe von 37 Mio. Franken kümmerte sich fortan der Bodenleger, der als Vormund des «Baby-Millionärs» amtierte.

Von der nun ausgesprochenen dreijährigen Zuchthaus-Strafe muss der verurteilte Stiefvater 18 Monate absitzen. Die übrige Strafe wurde bedingt auf drei Jahre verfügt.

Das Strafgericht Locarno sprach den Bodenleger der ungetreuen Geschäftsführung und der Urkundenfälschung schuldig. Zwischen 1998 und 2001 habe der Angeklagte beträchtliche Teile des Vermögens des jungen Erben für sich verwendet.

(fest/sda)

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