Tessiner wollen neun Bundesräte
publiziert: Montag, 10. Mai 2010 / 17:11 Uhr
Flavio Cotti war bis 1999 der letzte Tessiner Bundesrat.
Flavio Cotti war bis 1999 der letzte Tessiner Bundesrat.

Bellinzona - Der Bundesrat soll von sieben auf neun Mitglieder aufgestockt werden. Dies fordert das Tessiner Kantonsparlament. Es hiess eine entsprechende Resolution an die eidgenössischen Räte mit 66 zu 5 Stimmen gut.

3 Meldungen im Zusammenhang
Die Aufstockung soll die Chancen der italienischen Schweiz erhöhen, einen eigenen Vertreter in der Landesregierung zu haben. Seit dem Rücktritt von Flavio Cotti im Jahre 1999 hat das Tessin keinen Bundesrat mehr gestellt.

Tessiner Politiker wie Remigio Ratti (CVP), Patrizia Pesenti (SP), Fulvio Pelli (FDP) und Luigi Pedrazzini (CVP) bekundeten seitdem zwar offiziell Interesse an dem Amt, kamen aber nicht zum Zuge.

Organisatorische Gründe

Es sei der nationalen Kohäsion nicht dienlich, wenn eine sprachliche Minderheit stets übergangen werde, sagte Grossrat Giovanni Merlini im Namen der FDP.

Eine Aufstockung der Landesregierung mache auch aus organisatorischen Gründen Sinn, schliesslich habe der Staat heute mehr Aufgaben zu bewältigen als vor 150 Jahren. Merlini plädierte daher für eine Reform des Verwaltungsapparates mit einer Neuaufteilung der Departemente.

Kultureller Vorteil

Regierungspräsident Luigi Pedrazzini (CVP) wiederum unterstrich die kulturelle Komponente des Ansinnens. Es gehe darum, die verschiedenen Mentalitäten und Kulturen des Landes zu nutzen.

Vor allem bei der Verbesserung der Beziehungen zu Italien könnte ein Tessiner im Bundesrat gute Dienste leisten. Wichtig sei, dass man nun eine Debatte über die sprachliche und regionale Zusammensetzung der Landesregierung in Gang setze, sagte Pedrazzini.

Auch kritische Stimmen

Es gab im Parlament aber auch kritische Stimmen. SVP-Präsident Pierre Rusconi beispielsweise wies darauf hin, dass es auch bei einem Neuner-Gremium keine Garantie gebe, dass ein Tessiner gewählt würde.

Das Tessin sei zudem nicht der einzige Kanton, der seit Jahren keinen Vertreter in der Landesregierung habe. Der Kanton Uri habe überdies noch gar nie einen Bundesrat gestellt.

(fest/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die einen wollen, die anderen ... mehr lesen
Bald besteht diese Konstellation des des Bundesrates nicht mehr.
Keine Kandidatur von Luigi Pedrazzini. (Archivbild)
Lugano - Die Tessiner CVP erhebt ... mehr lesen
Bern - Verteidigungsminister Ueli ... mehr lesen
Pascale Bruderer und Ueli Maurer reisen nach Helsinki.
Vom vermeintlichen Erfolg eingeholt?
Es braucht nicht mehr Bundesräte, aber ich könnte mir vorstellen, dass die ständige Vertretung der Westschweiz und des Tessins institutionalisert wird. Was wir nicht brauchen, sind Spielchen der Parteien. Der Präsident der SP warnt vor einer Dysbalance und vergisst, dass er selbst für die neue Sitzverteilung verantwortlich zeichnet. Der Doyen der SP, Helmut Hubacher, hat frühzeitig gewarnt, dass dieser kurzfristige Erfolg gegen die SVP für die SP zum Bumerang werden könnte. Das folgende Klagelied muss C. Levrat ganz alleine singen: http://bazonline.ch/schweiz/standard/Die-SVP-will-einen-Gruenen-im-Bun...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Ab dem 11. Mai können Gastrobetriebe unter strengen Auflagen wieder öffnen. In einem ersten Lockerungsschritt sind an einem Tisch maximal vier Personen oder Eltern mit Kindern erlaubt.
Ab dem 11. Mai können Gastrobetriebe unter ...
Publinews Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken dürfen wieder öffnen  Bern - Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 29. April 2020 entschieden, die Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus weiter zu lockern. Ab Montag, 11. Mai 2020, können Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken wieder öffnen, in den Primar- und Sekundarschulen darf der Unterricht wieder vor Ort stattfinden und im Breiten- und Spitzensport sind wieder Trainings möglich. Das Fahrplanangebot im öffentlichen Verkehr wird deutlich erhöht. Für die Maturitätsprüfungen können dieses Jahr die Erfahrungsnoten im Zeugnis stehen, über schriftliche Prüfungen für die gymnasiale Maturität entscheiden die Kantone. Die Lockerungen werden durch Schutzkonzepte begleitet. Das Abstandhalten und die Hygienemassnahmen müssen nach wie vor eingehalten werden. Parallel zu diesen Öffnungsschritten werden die Einreisebeschränkungen gelockert. Ab dem 11. Mai soll zudem in allen Kantonen die flächendeckende Rückverfolgung ... mehr lesen  
Auch die Online Medien sollen profitieren  Bern - Die Medien sind für unsere direkte Demokratie von zentraler ... mehr lesen  
Um die Medienbranche bei der digitalen Transformation zu unterstützen, sollen neu auch Online-Medien gefördert werden.
Publinews Bern - Die sukzessive Aufhebung der Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erfordert Anpassungen bei der Entschädigung des ... mehr lesen  
Selbständigerwerbende können trotz allfälliger Öffnung am 11. Mai 2020 bis am 16. Mai weiterhin Kurzarbeitsvergütungen bekommen, wenn das Geschäft wegen hygienischen oder anderen Einschränkungen nicht so schnell an Fahrt aufnimmt.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich -4°C 2°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Basel -1°C 4°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen -3°C 0°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Bern -4°C 3°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Luzern -2°C 2°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf -1°C 4°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 0°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten