Test: Windows 7 Beta sticht Vista aus
publiziert: Samstag, 31. Jan 2009 / 11:42 Uhr / aktualisiert: Samstag, 31. Jan 2009 / 14:17 Uhr

Zürich/St. Gallen - Noch bis zum 10. Februar können Interessenten die neue Betriebssystemversion Windows 7 von Microsoft in einer Beta herunterladen und testen.

Programme, die für die Installation unter Windows XP und Windows Vista gedacht sind, funktionieren ausnahmslos.
Programme, die für die Installation unter Windows XP und Windows Vista gedacht sind, funktionieren ausnahmslos.
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Nachdem wir bereits zu Beginn dieses Monats auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas erste Eindrücke von Windows 7 sammeln konnten, haben wir nun weitergehende Informationen und Eindrücke zum neuen Betriebssystem von Microsoft gewinnen können.

Dazu installierten wir die Beta-Version von Windows 7 auf drei Rechnern: auf einem gut fünf Jahre altem Rechner Marke Eigenbau, auf dem über drei Jahre alten Notebook Vaio S4XP von Sony und auf dem nagelneuen Ultra Portable PC Sony Vaio P11.

Die Hardware im Test

Beim Sony Vaio S4XP handelt es sich um Notebook mit Intel-Pentium-M-Prozessor mit 2.0 GHz, L2 Cache 2 MB, einem Intel-Chipsatz 915 GM/ICH6, 2 GB RAM, 100 GB S-ATA-HDD, Nvidia Geforce Go 6200, 128 MB V-RAM, einem 13,3-Zoll-Display mit 1'280 mal 800 Pixel Auflösung, Realtek ALC260 HD-Audio, WLAN Intel IPW2200 (b/g) und Intel Fast-Ethernet. Im Rechner Marke Eigenbau stecken ein Athlon XP 2800+, 2,083 GHz, L2 Cache 512 kB, ein Nvidia-Nforce-Chipsatz , ein Asus-Mainboard, 2 GB RAM, 250 GB S-ATA-HDD, Nvidia Geforce 5700 und 256 MB V-RAM.

Voraussetzungen für Windows 7 sind ein 32- oder 64-Bit-Prozessor mit 1 GHz, 1 GB Systemspeicher, 16 GB verfügbaren Festplattenspeicher, einer Grafikkarte mit Unterstützung von DirectX-9-Grafiken mit einem Speicher von 128 MB und Treiber mit MDDM-Unterstützung (wichtig für das Aero-Design) und eine Internetverbindung, um die Betaversion und Updates herunterzuladen. Über Windows-Update ist auch der Patch für den MP3-Bug erhältlich.

Nicht alle Treiber sofort erhältlich

Auf allen drei Rechnern hinterliess die Bestückung mit Windows 7 einen anderen Eindruck, am schnellsten fühlte sich der Vista-Nachfolger auf dem ältesten der drei Testgeräte wohl. Alle Treiber waren dabei oder wurden direkt im Anschluss an die Installation via Windows-Update aus dem Netz gesaugt. Ein wenig anders war unser Empfinden beim Sony Vaio P11: Hier dauerte die Installation im Test schon etwas länger, was sicher dem wenig schnellen Intel-Prozessor Atom Z530 und der nicht optimal implementierten USB-Ports geschuldet war. Dafür waren auch beim Sony Vaio P11 fast alle Treiber auf DVD oder im Update vorhanden. Lediglich System-Bus und der Gigabit-Netzwerkanschluss verlangten nach zusätzlichen Dateien.

Deutlich mehr zu tun war beim Sony Vaio S4XP. Insgesamt fünf Geräte konnte das System nach seinem Erststart nicht einbinden, zwei Treiber kamen via Windows-Update. Einer von beiden - der Treiber für den Realtek-Sound - meldete zudem nach einem Neustart, dass die mitinstallierte Software möglicherweise Probleme mit Windows 7 hervorrufen könnte. Dies ist unverständlich, da Treiber samt Software ganz offiziell über Microsoft ausgeliefert werden.

Bei den verbleibenden drei Geräten war guter Rat von Nöten. Weder Treiber für Windows 7 noch für Windows Vista sind bei Sony direkt erhältlich. Den Treiber für den WLAN-Chipsatz IPW2200 von Intel fanden wir schliesslich in einem rund 190 MB grossen Treiberpaket für Windows Vista. Windows 7 Beta installierte den Treiber ohne Murren. Daher ist zu vermuten, dass auch andere Vista-Treiber ohne Warnung des Systems genutzt werden können.

Bootmenü für Systemauswahl

Von diesem Erfolg angespornt sollten im Test die anderen beiden Geräte mit Hilfe von Windows-XP-Treibern zur Mitarbeit überredet werden. Das funktionierte ebenfalls ohne Warnungen oder Hinweise auf mögliche Inkompatibilitäten. Jedoch scheint das nicht die Regel zu sein.

In einem früheren Installationsversuch von Windows 7 Beta auf dem Laptop haben wir auf einen Windows-XP-Treiber für den WLAN-Chip zurückgegriffen. Dadurch kam es vereinzelt zu Abstürzen des Explorer-Prozesses. Glücklicherweise hatte dieser Absturz nicht das Gesamtsystem mit in den Abgrund gerissen, der früher übliche Bluescreen bei Treiberproblemen war ausgeblieben.

In unserem neuen Versuch kam es ein weiteres Mal zu Inkompatibilitäten: Statt des als Beta gekennzeichneten Nvidia-Treibers aus dem Windows-Update griffen wir zum letzten stabilen Grafiktreiber von Sony. Diesem fehlte die Unterstützung für die Visualisierungstechnik Windows Display Driver Model (WDDM). Ohne das WDDM fehlten einige der Visualierungsfunktionen wie Transparenz und Voransichten.

Positiv bei der Installation ist anzumerken: Ist bereits ein Windows XP oder Windows Vista auf dem Rechner vorhanden, legt Windows 7 ein Bootmenü an, aus dem der Nutzer das zu startende System auswählen kann. Bei einem Upgrade wird das alte System in einen eigenen Ordner mit dem Anhang «.old» verschoben. Ist Linux bereits installiert, schert das Windows 7 nicht im geringsten. Es lässt die Installation unangetastet, überschreibt jedoch den Bootloader, der mit wenigen Handgriffen wiederhergestellt werden kann.

Ältere Treiber und Software können weiter verwendet werden

Nachdem nun die Installationen geglückt und alle Geräte erkannt waren, konnte Windows 7 Beta den Betrieb aufnehmen. Hier zeigte sich im Test wiederum, dass auch ältere Treiber und Software - zumindest derzeit - nutzbar bleiben. Programme, die für die Installation unter Windows XP und Windows Vista gedacht sind, funktionierten ausnahmslos.

Auch die Inbetriebnahme der UMTS-Sticks zweier deutscher Mobilfunkbetreiber verlief reibungslos. So war schnell unsere gewohnte Arbeitsumgebung mit Firefox-Browser, OpenOffice und mobilem Internetzugang geschaffen.

Frühjahrsputz auf der Benutzeroberfläche

Die Arbeit mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem liess uns im Test den Status «noch in Entwicklung» nahezu vergessen. Dank der Prefetch-Funktion konnten wir schon kurz nach dem Systemstart arbeiten. Mit Prefetch lädt Microsoft oft genutzte Anwendungen und Daten bereits im Hintergrund vor, so dass sie beim eigentlichen Aufruf schneller verfügbar sind.

Auch sonst liess sich mit Windows 7 Beta sehr flüssig arbeiten. Nur wenn wir ein Programm luden, dass hohe Leitungsanforderungen hatte, stockte das neue Windows merklich. Zum angenehmen Eindruck perfomanten Arbeitens trugen auch die neuen Visualierungsfunktionen bei.

Die neue Fensterverwaltung «Aero Snap»

Microsoft hat erneut die Benutzeroberfläche aufgeräumt und die neue Fensterverwaltung «Aero Snap» hinzugefügt. Dem Frühjahrsputz fielen die Seitenleiste und Teile der Startleiste zum Opfer. Die kleinen Info-Fensterchen (Widgets), die sonst in der Sidebar Platz fanden, können nun auf dem ganzen Arbeitsplatz verteilt werden. Sind sie durch Programmfenster verdeckt, braucht der Benutzer lediglich mit dem Mauszeiger über das rechte Ende der Startleiste fahren, und schon werden alle geöffneten Fenster voll transparent und der Inhalt der Widgets wird sichtbar.

Dies ist nicht die eizige Neuerung der neuen Startleiste, die in ihrer Gesamtheit überarbeitet wurde. Zum Beispiel ist bei Windows 7 der Schnellstart-Bereich wurde besser integriert als bisher. So zeigen von dort gestartete Programme auch genau dort ihre Aktivität an, ein neues Symbol erscheint nicht, so wie es früher der Fall war. Dafür bekommt das Programmsymbol einen farbigen Rahmen. Verlaufsbalken wie ein aktiver Download oder Dateioperationen sind ebenfalls als farbige Überlagerung des Icons sichtbar. Fährt der Anwender mit der Maus über die Symbole, wird eine recht grosse Voransicht der geöffneten Fenster, im Internet Explorer gar die einzelnen Tabs angezeigt. Diese Voransicht ist derzeit jedoch noch ausschliesslich den Microsoft-eigenen Programmen vorenthalten. Die Tabs des Firefox können noch nicht vorangeschaut werden.

Ebenfalls überarbeitet hat Microsoft den Statusbereich an der rechten Seite der Startleiste. Sammelten sich dort in jüngster Vergangenheit dutzende einzelner Icons, sind jetzt maximal vier zu sehen. Wer dauerhaft mehr sehen möchte, kann die Anzahl in den Einstellungen festlegen. Dort lässt sich auch festlegen, wer überhaupt oder nur bei einer Meldung sichtbar ist.

Arbeiten in zwei Fenstern

Nun zur neuen Fensterverwaltung «Aero Snap»: Hier hat Microsoft seit langem etwas neues zu bieten, das nicht nur als optisches Beiwerk zu werten ist. So gibt es jetzt eine Funktion, die das Arbeitsleben einfacher macht. Nimmt ein Anwender ein Fenster und zieht es an den linken Bildschirmrand, wird dieses Fenster auf genau die Hälfte des Monitors vergrössert. Das gleiche passiert an der rechten Seite. Damit lassen sich zwei Fenster sehr einfach so anordnen, dass in zwei Fenstern ohne Überlappung gleichzeitig gearbeitet werden kann. Zieht der Benutzer das Fenster an den oberen Bildschirmrand, wird das Programm auf Vollbild vergrössert.

Eine weitere Verbesserung betrifft die die Rechteverteilung und die damit zusammenhängenden Sicherheitsabfragen. Das System wurde stark verbessert und der Nutzer der Windows 7 Beta muss jetzt nur noch in halbwegs verständlichen Situationen seine Zustimmung geben. Im Test betraf dies in der überwiegenden Mehrheit der Fälle die Installation von Programmen. Auch wenn Zugriffsrechte einzelner Dateien geändert oder nicht eigene Daten gelöscht werden sollten, erschien das von Windows Vista bekannte Verhalten: Der Bildschirm wurde abgedunkelt und eine entsprechende Abfrage erschien. Durch das neue Frageverhalten ist Windows 7 schon jetzt in der Testversion deutlich komfortabler zu bedienen, als es Windows Vista je war - und das, ohne die Sicherheitsfunktionen zu beschränken.

Fazit: Schon Beta-Version gefällt

Windows 7 macht einen sehr guten Eindruck und kann schon in der Testversion Windows Vista in die Schranken weisen. Das Microsoft-Betriebssystem ist kleiner, arbeitet gefühlt schneller und ist besser nutzbar. Statt Eye-Candy bringen neue optische Funktionen auch mehr Nutzen für den Anwender. Die Installation und die Hardwareerkennung waren im Test von Windows 7 Beta erstaunlich gut und schnell.

Der Test auf dem Sony Vaio P11 zeigte zudem, dass sich das System auch auf einem Netbook wohl fühlen kann. Wenn Microsofts Programmierer Windows 7 im gleichen Masse weiter entwickeln, wie es in der Beta sichtbar ist, können Windows-XP-Liebhaber bei Bedarf ohne Bedenken zu Windows 7 wechseln. Die Aussichten sind vielversprechend.

(Jan Rähm/teltarif.ch)

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